KRITIK:

'Brazil' ist wohl so etwas was man allgemein hin als Kultfilm bezeichnen könnte. Das Potential dazu hat er zweifelsfrei. - Ein Film der eine gehörige Portion Geduld abverlangt. Einfachste Szenen werden in scheinbar ewig währenden Momenten gedreht.
Ein Beispiel gefällig? - Ein Beamter auf der Suche nach einer Fliege in seinem Büro. Sehr detailgenau. Sehr gut beobachtet, wie er den äußerst wackeligen Kasten erklimmt um das Ding, mittlerweile auf der Decke sitzend, mittels Akte und einem kräftigen Schlag zu zerquetschen. Generell scheint sehr oft die Lupe auf Dinge gelegt zu werden die so viel Aufmerksamkeit und so viele Filmmeter nicht verdient hätten.

Trotz der sagenhaften Längen ein äußerst kreativer Film. Das Buch dazu vermutlich im Drogenrausch entstanden. Anders kann es ganz einfach nicht gewesen sein. Verträumte Sequenzen scheinbarer Schwerelosigkeit. Am liebsten würde man sich auch ein paar Flügel umschnallen und mit abheben. Umgekehrt der graue Alltag, die alles gleich machende Maschinerie die Auffälligkeiten tilgt und unmöglich dulden kann. Also doch kräftige Anleihen aus dem Alltag der Bürokraten.