Mathilde - Eine große Liebe
DRAMA: F, 2004
Regie: Jean-Pierre Jeunet.
Mit: Jean-Pierre Darroussin, Audrey Tautou, Gaspard Ulliel ...
STORY (basierend auf einer Romanvorlage von Sébastien Japrisot):
Seit ihrer Kindheit verbindet Mathilde (Audrey Tautou) und Manech (Gapard Ulliel) das Band der Liebe. Der Krieg trennt das Paar voneinander: Manech wird an die Front beordert, seine Verlobte bangt seither um ihren Liebsten. Nach dem Krieg gilt Manech als vermisst, schließlich als tot. Doch Mathilde will den letzten Faden des Liebesbandes nicht einfach reißen lassen. Intuitiv und mit großer Willenskraft beginnt sie, Forschungen anzustellen, im Glauben, ihre große Liebe lebend wieder zu finden.
KRITIK:
Regisseur Jean-Pierre Jeunets („Delikatessen“, „Alien: Die Wiedergeburt“) tritt also mit seinem neuesten Streifen „Mathilde - Eine große Liebe“ in die übergroßen Fußstapfen seines grandiosen Filmes „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Beinahe unfair, dass sich Mathilde nun mit diesem Überkaliber messen muss. Dennoch gibt es einige Parallelen zwischen „Amelie“ und „Mathilde“, so wäre zum Beispiel interessant zu erwähnen, dass Jeunet sein neues Werk mit beinahe demselben Team wie bei „Amelie“ gedreht hat, man denke zum Beispiel nur an Audrey Tautou, die uns schon 2001 als Amelie so entzückte.

Der Trailer des Films, der meiner Meinung nach zu den besten Vorschauen zählt, die ich je gesehen habe, ließ mich einiges erwarten. Und im Hinblick auf diesen ist man im Nachhinein betrachtet doch ein wenig enttäuscht. Zu sehr wurden große Gefühle und eine herzzerreißende Liebesgeschichte propagiert. Ich schwöre, mit standen bei der Filmvorschau die Tränen in den Augen, beim Betrachten des Films kein einziges Mal.

Die Geschichte zweier Liebenden, die der Krieg auseinander reißt, ist zugegeben nicht originell, da wir sie ohnehin schon aus genügend anderen Filmen kennen. Jeunet versucht anscheinend dieses Manko zu überdecken, indem er zusätzlich zur LiebesSTORY, Merkmale einiger anderer Genres einfließen ließ. Doch das entwickelt sich zum Bumerang, denn bekanntlich vertreiben nicht nur zu viele Köche, sondern auch zu viele Zutaten den Brei. „Mathilde“ könnte man beinahe als „Liebeskriegsdramakrimi“ bezeichnen, und so verwaschen wie der Ausdruck, sind zeitweise auch die Handlungsstränge des Films.

Dennoch ist „Mathilde – Eine große Liebe“ ein guter Film. Warum? Nun, das größte Plus des Films ist unbestritten die Hauptfigur Mathilde und dessen Darstellerin Audrey Tautou. Mit unglaublicher Überzeugung gelingt es Tautou, die von Kinderlähmung gezeichnete, lahmende, aber willensstarke und von ihrer Intuition getriebene Mathilde zu verkörpern. Eine großartige Schauspielerin, toll! Überhaupt agiert die Schauspielerriege durchwegs tadellos, und, Überraschung, Jodie Foster verblüfft in einer kleinen, aber feinen Rolle!

Optisch ist der Film ein Traum. Die wunderschönen Bilder und die Kameraführung beeindrucken den Zuseher, perfekt mit der Musikuntermalung abgestimmt. Die Ausführung des Films ist natürlich exzellent, die Atmosphäre des Films sehr stimmig. Das stimmt wieder fröhlich.

FAZIT: Ein guter (zu langer) Film, dessen unausgegorener Genre-Mix jedoch etwas betrübt!
WERTUNG: 7 von 10 großen Gefühlen.