KRITIK:
Na Mahlzeit! Gleich die erste "Super Size"-Portion Cheeseburger und Pommes samt einem - man muss es so nennen - 1.5-Liter-Eimer Cola konnte der Filmemacher nicht im Magen behalten. In bester "Jackass"-Manier kotzte er die Zucker- und Kalorienbombe aus dem Autofenster, auf den Parkplatz der örtlichen McDonalds-Filiale. Kein besonders subtiler Einstieg in eine Doku, die angetreten ist, um den Zusammenhang zwischen der (nicht nur) in Amerika grassierenden Fettsucht-Epidemie und den üblen Geschäftspraktiken der Fastfood-Industrie aufzuzeigen. Und die haben es wirklich in sich. Aber seht selbst.

Rein formal kopiert Morgan Spurlock den Stil von Michael Moore eins zu eins: Hastig hingeworfene, häppchenweise aufbereite Information, aufgelockert durch Zeichentrick-Einlagen, galligen Humor, hämmernden Rocksound und schnelle Schnitte.
Klar, wie auch Michael Moore wird Spurlock eine eher unbekümmerte Einstellung zur journalistischen Sorgfaltspflicht nicht ganz leugnen können.
Soll heißen: Ein bissi sehr plakativ und reißerisch kommt der Film daher.
Ohne den grundbösen Gatschlaberl-Produzenten - der hier nur stellvertretend für die gesamte Fast-Food-Industrie steht - in irgend einer Weise verteidigen zu wollen:
Sicher lassen sich ähnliche Effekte für die Gesundheit auch mit der hierzulande so beliebten Schnitzel- und Schweizerhaus-Diät erzielen.
PS: Immer diese Zufälle: Nur einen Tag nachdem ich den Film gesehen hatte, ging die Nachricht um die Welt, dass ein gewisser Bill Clinton von seinen Ärzten absolutes Fast-Food-Verbot erteilt bekam. Nach einer Vierfach-Bypass-Operation, aufgrund von Herzproblemen, verursacht durch lebenslange Fast Food-Fehlernährung. Auch das sollte irgendwie zu denken geben.
PS: Dass McDonald's die heftig umstrittenen Super-Size-Vorteilsmenüs aus dem Angebot genommen und durch Salate ersetzt hat, ist sicher auch ein Zufall und hat nichts mit diesem Film zu tun. Nein, ganz bestimmt nicht :-)