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Patrasch | 29.09.2005, 11:41
TRASH: USA, 1978
Regie: Meir Zarchi
Darsteller: Camille Keaton, Ronit Haviv, Eron Tabor
STORY: Die Schriftstellerin Jennifer Hills verbringt den Sommer in einem kleinen Ferienhaus, um in Ruhe ihren Roman fertig zu stellen. Sie genießt die Ruhe, die Sonne und die scheinbare Idylle. Aus heiterem Himmel wird sie von vier Männern überfallen und mehrfach brutal vergewaltigt. Nachdem die Peiniger endlich von ihr ablassen, hat sie nur ein Ziel: Rache
KRITIK:
Mögliches Szenario: 1978 hatte ein drittklassiger Regisseur die blendende Idee sich mit einigen Schauspielschülern (die teilweise gleich vorahnungsvoll auf Unterwäsche verzichteten), einem Kamerateam und einer skandalösen Vision in ein entlegenes Waldstück zurückzuziehen, den bescheuerten Titel des Werks bereits im Gepäck...

...herausgekommen ist ein – mit den kritischen Augen des 21. Jahrhunderts betrachtet – eher trashiger als erschreckender Rape&Revenge-Streifen. OK! Die nicht enden wollenden Vergewaltigungsszenen lassen einen manchmal kurz zusammenzucken, was hauptsächlich an der passablen Performance der Hauptdarstellerin und deren Schreiattacken liegt...den Rest der Schauspieler-Crew kann ich schwer beurteilen, weil sie entweder Scheiße reden oder rhythmische Bewegungen mit dem Becken durchführen; ein geistig leicht zurückgebliebener unter den bösen Buben mit besorgniserregenden Erektionsproblemen sorgt für den lächerlichen Höhepunkt...

...darüber hinaus lässt die herrliche Waldlandschaft am See keine echte bedrohliche Stimmung aufkommen und die wenigen Splatterszenen sind eher langweilig und billig...Wut und Emotionen gibt’s nicht wirklich - das ganze wirkt eher wie ein Schülerstreich im Ferienlagen oder einer dieser Schmuddelfilme jener Zeit...

Schockieren kann der Film nicht wirklich, unterhalten vielleicht schon, wenn man zur Zielgruppe des schlichten Trash gehört oder auf idyllische Landschaften und „natürliche“ Nacktheit steht...
FAZIT: Flache Sexklamotte verkleidet als Rape&Revenge-Schocker

WERTUNG: 5 von 10 kastrierten Schurken
(Review von Patrasch)

Patrasch | 28.09.2005, 23:11
DRAMA: Italien, 1984
Regie: Sergio Leone
Darsteller: Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern
STORY:
New York zur Zeit der Prohibition. Max, Noodles und ihre Freunde verdienen sich bereits als Kinder mit Erpressungen und Schmuggeleien den einen oder anderen Dollar dazu. Jahre später, Noodles wird nach einer langen Haftstrafe für einen Mord aus dem Gefängnis entlassen, haben es die Freunde von damals unter Max zu einem skrupellosen Gangstersyndikat gebracht. Doch Ehrgeiz und Habgier zerstört die jahrzehntelange Freundschaft, und am Ende steht ein entsetzlicher Verrat...
KRITIK:
Mit seinem allerletzten Werk „Es war einmal in Amerika“ erfüllte sich der Großmeister der Inszenierung und Godfather des Italo-Western Sergio Leone seinen langersehnten Traum endlich ein waschechtes Gangster-Epos zu drehen...und es sollte gleichzeitig ein späteres „Who is Who“ der charismatischsten Mafia-Darsteller und ein außergewöhnlicher Meilenstein des Krimi-Dramas werden...

Die ziemlich anspruchsvolle und verschachtelte Geschichte voller blutiger Auseinandersetzungen und Zeitsprünge ist immer für kleine Überraschungen gut, bietet aber keinen Platz für Helden; die Haupt-Protagonisten, die sich mit illegalen Geschäften ihr täglich Brot verdienen, entfremden mit Dauer des Films immer mehr und selbst Noodles (Robert de Niro), der vermeintliche Sympathieträger, lässt sich nur schwer ins Herz schließen, weil er ist nicht gerade zimperlich ist - im Umgang mit seinen Widersachern und der Damenwelt (!)...

...die langen, intensiven Szenen und die typischen stimmungsvollen Morricone-Kompositionen geben diesem einmaligen Filmerlebnis die bestimmte Note, in dem mit Gewalt und Sex nicht sparsam umgegangen wird und ein skrupelloses Amerika zeigt, das von Geld und Gier regiert wird...

Die Special Edition von Warner Home Video enthält zum Unmut vieler Fans aufgrund der digitalen Bearbeitung nicht die deutsche Originalsynchronisation und der DD5.1-Ton ist sehr frontlastig. Das Bild ist akzeptabel.

Zum Schluss noch ein Zitat, das ich irgendwo aufgeschnappt habe und nicht schöner hätte sagen können: ...die von einer fast magischen Melancholie erfüllten Bilder versetzen einen regelrecht in Trance, sie lassen einen für weit länger als nur die dreieinhalb Stunden, in denen „Es war einmal in Amerika“ seine Welt entfaltet, vom Kino und von Gangstern, von Liebe und Verrat träumen. Amen.
FAZIT: Anspruchvolles Gangster-Drama über Freundschaft und Verrat, das die unverkennbare Handschrift des Meisters trägt und etwas Sitzfleisch erfordert....

WERTUNG: 9 von 10 Opium-Dröhnungen
(Review von Patrasch)

Harald L. | 24.09.2005, 22:43
THRILLER: USA, 2003
Regie: Greg Marcks
Darsteller: Hilary Swank, Patrick Swayze, Rachel Leigh Cook
STORY: Um 23:14 überfährt ein betrunkener Autofahrer einen Mann. Die Idee, die Leiche verschwinden zu lassen, war nicht wirklich gut: Sie löst eine Kette von Ereignissen aus, die unter anderem mit Sex am Friedhof, einem abgeschossenen Schwanz und einem Überfall zu tun haben ...
KRITIK:
Selten bin ich mit derart gemischten Gefühlen ins Kino gegangen: Einer wahren Lobeshymne im Kurier (okay, das sagt mal gar nichts) und auch im normalerweise sehr geschmackssicheren Musikmagazin Visions steht leider ein ziemlich übler Verriss von Christian Fuchs auf der FM4-Homepage gegenüber. Wem also glauben? Egal, am besten eine eigene Meinung bilden. Auf die Gefahr hin, dass die acht Euro fehlinvestiert sind ...

Nun, wirklich schlecht ist der Film nicht. Ein ziemlich ausgefeiltes Drehbuch, flotte Inszenierung und Anflüge von schlechtem Geschmack (einem Youngster wird beim Sex am Friedhof der Schädel von einem umfallenden Grabstein zerquetscht ...) sorgen für Kurzweil.
Und ganz unspannend ist die episodenhaft erzählte Geschichte, die aus verschiedenen Blickwinkeln in Echtzeit um einen Unfall kreist, auch nicht.

Dumm nur, dass der 29-jährige Regisseur Greg Marcks auf das Wichtigste vergessen hat: Nämlich seinen Figuren ein Mindestmaß an emotionalem Tiefgang einzuhauchen. Doch für mehr, als wandelnde Stereotypen fluchen, saufen, ficken, schießen und sterben zu lassen, hat es offenbar nicht gereicht. Das Ergebnis ist eine ziemlich pubertäre, stark Tarantino-beeinflusste Thriller-Comedy. Und die Darsteller? Oscar-Preisträgerin Hillary Swank wirkt etwas deplaziert, Patrick Swayze hat zwar bedenklich Speck angesetzt, schlägt sich aber recht tapfer.
FAZIT: Halblustige, zynische Gewaltbetrachtung im Tarantino-Style, die die Qualität des Meisters mit keiner blauen Bohne streift. Wer’s mag, wer's braucht ...

WERTUNG: 5 von 10 umgefallenen Grabsteinen
(Review von Harald L.)

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