KRITIK:

Ich geb’s ja zu: Richtig schön sinnlos brutale B-Action-Movies aus den Achtzigern sind eines meiner
guilty pleasures.
Erstaunlicherweise bin ich damit nicht allein. Sogar ein FM4-Webhost, der ein Viennale-Tagebuch führt, schrieb ebendort, dass verstaubte Filme vom hinterletzten Videothekenregal
ihn seinerzeit infizierten und seine Film-Leidenschaft irgendwie immer noch antreiben.
Ich finde das hochgradig sympathisch. Man soll zu seinen filmischen Wurzeln stehen, auch wenn sie peinlich sind.
In meinem Fall war das eben bluttriefender Action- und Söldner-Trash aus den Achzigern.
Roots, bloody roots, sozusagen.
Wardog ist ein erstaunlich harter B-Actioner aus Schweden,
der nicht gerade mit Shootouts, Explosionen und Blutfontänen spart.

Klar, an Story und Schauspieler sollte man keine allzu hohe Ansprüche stellen.
Dafür kracht’s an allen Ecken und Enden, und die Volvo-versus-Militärfahrzeuge-Verfolgungsjagd
am Ende hat beinahe
Mad Max-Qualität.
Dazu kann diese B-Movie-Produktion mit einer recht innovativen Bildsprache
und einer sehr stimmigen Atmosphäre aufwarten.
Kultfilm-Potential durchaus vorhanden.
Mit etwas Phantasie lassen sich sogar militärkritische Untertöne ausmachen –
was nicht wundert, schließlich stammt der Film nicht aus Reagan-Amerika,
sondern aus dem sozialdemokratisch geprägten Schweden.
"Worth a look for people interested in cult action flicks",
schreib ein User auf IMDB. Das kann man so stehen lassen.
Schade nur, dass der Film schwer zu kriegen ist –
ich hab meine verstaubte VHS-Kasette um einen Euro aus einer Abverkaufswühlbox.
Inzwischen hat ein mir bislang unbekanntes Label namens "Get the Movie"
den Film uncut auf DVD veröffentlicht. Kaufwillige wenden sich an die einschlägigen Mailorders...