Der Acid Jazz Saxophonspieler misstraut seiner schönen Frau irgendwie. Ob sie ihn betrügt? Und dann taucht eine Videokassette auf. Liegt plötzlich am Fuße der Treppe. Jemand war in der Wohnung des Paars. Hat dort gefilmt. Obwohl es eine Alarmanlage gibt.
Und irgendwann taucht dieser seltsame Mann bei einer Poolparty auf und behauptet doch, er wäre just in diesem Moment in der Wohnung des Musikers. „Rufen Sie mich an! Rufen Sie bei Ihnen zu Hause an.“ Ach, und Dick Laurent ist tot.
KRITIK:
Es wird mir immer klarer, je mehr ich versuche, etwas über Lost Highway zu schreiben: Kann man nicht beschreiben, muss man gesehen haben!
Verstörend verschwimmt die Grenze zwischen dem, was sich wirklich abspielt, und dem, was nur einem Traum oder einer Wahnvorstellung entsprungen ist. Wer Lost Highway auf eine simpel rationale Art verstehen will, den wird dieser Film fertig machen. Und genau hier liegt Lynchs Geniestreich. Er erzählt eine Geschichte, die gar keine ist. Der Erzählstrang bricht in zwei Teile, die sich zwar irgendwo widerspiegeln, die immer wieder Elemente des anderen aufgreifen, Dialogfetzen kehren wieder, aber logisch ist hier nichts mehr wirklich.
Erwähnenswert ist noch Marilyn Mansons pornografischer Auftritt zu Rammstein Klängen.
Lynch stellt eine Frage, die schon viel früher gestellt hätte werden müssen: Warum müssen Geschichten notgedrungen logisch sein? Warum nicht brechen? Warum nicht ganz etwas Neues kreieren? Wer sagt, dass eine konventionelle Erzählart, die Realität besser widerspiegelt? Und etwas Großartiges entsteht mit einem solchen Bruch: Eine absolut erschreckende Geschichte. Weil nichts Furcht einflößender ist, als das, was man nicht verstehen kann.




