FILMTIPPS NACH GENRE
Match Point
DRAMA/THRILLER: GB, 2005
Regie: Woody Allen
Darsteller: Jonathan Rhys-Meyers, Scarlett Johansson, Emily Mortimer
Ex-Tennisprofi Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers) will ganz nach oben. Da trifft es sich gut, dass seine Tennis-Schülerin Chloe Hewett (Emily Mortimer),
von Beruf Töchterchen aus dem obersten Londoner Geldadel, sich in ihn verliebt.
Papa ist begeistert von seinem ehrgeizigen Schwiegersohn in spe;
im Firmenimperium ist rasch ein toller Job gefunden, silberner Dienst-Jaguar, Chauffeur und dickes Spesenkonto inkludiert. Alles läuft bestens. Oder doch nicht? Denn eine Affäre mit der attraktiven amerikanischen Schauspielerin Nola (Scarlett Johansson) zieht Chris den Boden unter den Füßen weg. Doch wer keine Skrupel kennt, findet für jedes Problem eine Lösung ...
Eine Premiere. Woody Allen hat erstmals einen Film in England gedreht.
Das wichtigste zuerst: Nein, Woody Allen spielt selbst nicht mit.
Und: Ja, der Film ist so gut, wie alle sagen.
Möglichweise einer der besten Filme des abgelaufenen Jahres.
Ich weiß, ich weiß, das hab ich schon bei Sin City gesagt.
Aber im Gegensatz zu Frank Millers eher pubertären Sex- und Gewaltphantasien
handeln Woody Allens Sexphantasien vom richtigen Leben.
Der Film behandelt die klassischen Woody Allen-Themen:
Leidenschaft, Sex, (Lebens)-Lügen ... aber anders als sonst.
Dies ist keine überdrehte Stadtneurotiker-Satire.
Sondern ein astreiner Thriller, düster, spannend, abgründig und böse.
Die Schauspieler sind wunderbar: Jonathan Rhys-Meyers (Velvet Goldmine)
ist eine Traumbesetzung für den skrupellosen Emporkömmling,
und Scarlett Johansson wurde auf unserer kleinen Seite wohl nicht ganz zu Unrecht zur Sexiest Female gewählt ...
Ein Spitzenfilm also? Ja, sicher. Bis auf eine Kleinigkeit, die mir altem Kino-Voyeur übel aufgestoßen ist:
Warum muss Woody Allen jede Sexszene nach drei Sekunden mit einem harten Schnitt beenden? This is Europe, not America ...
Woody Allens souveräne Regie, tolle Darsteller-Leistungen und eine bis zur letzten Wendung spannende Geschichte machen diesen Film zu einem abgründigen Thriller-Meisterwerk. Dringende Empfehlung von unserer Seite ...
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9/10
7/10
6/10
6/10
7/10
8/10
... der kommentar von 'lachs' unten
@harald: du zitierst woody allens absichten. wesentlich ist jedoch, dass er - das ist meine ansicht - diese absichten mit seinem film nicht erreicht.
1. eine schlechte krimihandlung: niemand nimmt diesem hauptdarsteller die zwei morde ab. vor allem nicht den an der unbeteiligten alten frau - nur um es als einen mord im drogenmilieu aussehen zu lassen. nimmt man für das wohldurchdachte verbrechen wirklich schwiegervaters schrotflinte aus dem schuppen ???
2. null humor
3. die geschichte eines ungesühnten mordes ist viel besser in 'verbrechen und andere kleinigkeiten'
4.man bekommt sie richtig lieb, diese leutchen aus der upper class, die 'motorcycle diaries' im kino anschauen ! wo bleibt die distanz, etwa eines c. chabrol ?
zugegeben, woody allen zeigt uns die momentan attraktivsten frauen der welt.
Ich würd mich bedanken, wenn mir jemand vorab den film dermaßen kaputt macht!!
und von wegen die upperclass lieb bekommen: denen geht's doch nicht um kulturgenuss. für die ist film/theater/kunst doch nicht mehr als ein schicker zeitvertreib zwischen tennisplatz und cocktailbar ... hat woody allen in einem interview selbst gesagt ...





