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Darkness

Darkness

HORROR: E, 2002
Regie: Jaume Balaguero
Darsteller: Anna Paquin, Lena Olin, Iain Glen, Giancarlo Giannini, Fele Martinez u.a

STORY:

Eine Familie mit zwei Kindern zieht in ein verlassenes Landhaus. Bereits nach kurzer Zeit beginnt es an der heilen Fassade zu bröckeln, der Vater verhält sich zunehmend unberechenbarer, das Licht flackert und der jüngste Sohn ist von blauen Flecken übersät und malt blutrünstige Bilder. Seine ältere Schwester beginnt zu recherchieren und stößt auf unschöne Dinge, die sich vor vierzig Jahren in diesem Haus abgespielt haben sollen. Sie erkennt, dass sie und ihre Familie in Gefahr sind und versucht das Unheil abzuwenden. Doch ihre Chancen stehen schlecht, denn eine Sonnenfinsternis naht…

KRITIK:

Darkness bietet in Punkto Story eigentlich nichts Neues, die Grundelemente sind schon einmal da gewesen. Es geht um ein verfluchtes Haus, einen Vater, der sich dem Wahnsinn nähert und eine zunehmende Bedrohung für seine Familie darstellt, vermischt mit einem Hauch von Okkultismus. Das Genre wird also nicht neu erfunden, stattdessen werden bekannte Elemente hergenommen und gekonnt miteinander vermischt.

Der Film verzichtet zum größten Teil auf Blut und Gore und arbeitet mit klassischen Schockeffekten und der Dunkelheit. Immer wieder sieht man die in schwaches Licht getauchten Umrisse von Kindern und verkrümmte Gestalten kriechen über die Zimmerdecken hinweg.

Regisseur Balaguero setzt auf einen behutsamen Aufbau und subtile Spannungsmomente. Er verwendet klassische Motive wie ständigen Regen, Schaukeln im Wind, unheimliche Musik aus einem Grammophon und gruselige Fotos mit Eigenleben. Auch in dieser Hinsicht nichts neues, allerdings stilsicher umgesetzt. Genauso stilsicher werden jedoch gegen Filmende auch die Regeln der Logik über Bord geworfen und einige Klischees bedient.

Darkness besticht vor allem durch schöne Bilder und der atmosphärischen Stimmung. Leider wird diese Stimmung immer wieder durch Schockmomente unterbrochen, in kurzen Rückblenden erfährt der Zuseher von den Dingen die sich bei der letzten Sonnenfinsternis in diesem Haus ereignet haben, soll heißen man sieht blutige Kinderhände, hört Geschrei und dergleichen.

Das zentrale Element stellt die Dunkelheit dar. "Die Dunkelheit ist schlau. Sie weiß, wie sie bekommt, was sie will", warnt der Großvater seine Enkelin im Film. Die alte Urangst des Menschen vor dem Dunkeln wird im Film des Öfteren bedient, das Dunkel verschluckt Menschen, in der Dunkelheit lauern unheimliche Gestalten.

Im Laufe der Geschichte bekommt der kleine Paul Angst vor der Dunkelheit. Eine Angst wie sie wohl viele kleine Kinder kennen. Seine große Schwester versucht ihn zu trösten, doch auch sie hat Angst, Angst vor ihrem Vater, der eine zunehmende Bedrohung darstellt. Regina ist ständig hin und her gerissen, einerseits liebt sie ihren Vater, anderseits lebt sie mit der ständigen Sorge, dass dieser ihrem Bruder etwas antun könne, zumal ihr Vater aufgrund seiner Krankheit eigentlich nichts für sein Verhalten kann.

Gegen Ende verpufft allerdings ein Großteil der Spannung und die angestauten Konflikte werden nicht gelöst. Stattdessen überschlagen sich die Ereignisse und als Zuseher kann man sich eines Vergleichs mit Shining nicht erwehren. Eigentlich wartet man ständig auf ein "Here comes Johnny!". Das tatsächliche Ende hingegen kommt abrupt und unerwartet und erwischt den Zuseher gewissermaßen kalt.

Darkness Bild 1
Darkness Bild 2
Darkness Bild 3
FAZIT:

Spanischer Horrorfilm der mit gängigen Genreelementen spielt ohne das Genre weiterzuentwickeln. Dafür bietet der Film eindrucksvolle Bilder und eine unheimliche Atmosphäre.

WERTUNG: 6 von 10 durchgeschnitten Kehlen
TEXT © Gerti
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