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Dracula in Pakistan

Dracula in Pakistan

OT: Zinda Laash
HORROR-TRASH: PAKISTAN, 1967
Regie: Khwaja Sarfraz
Darsteller: Yasmeen Shaukat, Rehan, Habibur Rehman

STORY:

Dracula wandert aus - und was immer er am Hindukusch zu suchen hat, hier nennt er sich Professor Tabani und saugt sich durch die Nacht. Eines schönen Tages taucht Dr. Aquil in seinem Versteck auf und kommt ihm auf die Schliche, aber das hätte er besser nicht tun sollen, denn dafür zahlt er mit seinem Leben. Doch sein wackerer Bruder nimmt seine Spur auf, um mit Allahs Hilfe das Böse zu besiegen und Draculas Nachstellungen pakistanischer Frauen ein für allemal zu beenden ...

KRITIK:

Beim Bart des Propheten, Dracula in Pakistan - das hätte sich Bram Stoker vermutlich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht zusammenfantasieren können. Auf so ein Gebräu muss man aber auch erst mal kommen. Dracula wird als Wissenschaftler eingeführt, der ein Elixier erfindet, das ihn unsterblich macht, nur das Experiment hat, na sagen wir ein paar unangenehme Nebenwirkungen, von denen anscheinend auf der Packung nicht ausdrücklich genug gewarnt wurde. Zugegeben mal was völlig neues.

Und das ist erst der Anfang. Dr. Aquil, der Jonathan Harker des Films, kutschiert mit einem Opel Kadett (!) zum - ähem - Schloss, während allen Ernstes "La Cucaracha" aus den Boxen nölt! Das ist so passend wie der Bohrhammer beim Zahnarzt, klingt aber toll und macht Laune. Die Musikauswahl ist ohnehin der Hit. Interesse an Strauss schöner "Fledermaus"-Ouvertüre in einer komplett verhunzten pakistanischen Leierkastenversion? Bitte sehr! Oder auch sehr schön: beschwingte Bonanza-Yeaha-Klänge, wenn's gerade gruselig im finstren Walde zugeht! Nicht gerade die naheliegendste Scoreauswahl, aber 10 Bluttransfusionen für den, der hier nicht vor dem Bildschirm zusammenbricht.

Das alles wird aber verschwindend klein, wenn erst das Gogo-Girl in der Golden-Crown-Kaschemme auftritt und völlig zusammenhanglos ein muntere Twist-Einlage hinlegt, während die Band lederkrachend "Die Nacht ist ein bunter Traum, lehn dich zurück und lass es geschehen" zum Besten gibt. Scheiße man, das sollte man ernst nehmen. Aber verdammt, ich komme nicht hinterher: "Ich fühle einen seltsamen Rausch, Allah hilf uns!", auch das hübsch gesungen, nur ein paar Minuten später. Noch Fragen?

Bram Stokers Roman haben die pakistanischen Produzenten vermutlich nie gelesen, dafür aber ein irres Update der recht freien Hammer-Verfilmung mit Christopher Lee abgeliefert. Da trifft Jonathan Harker bekanntermaßen im Schloss nicht nur auf den Herren Graf, sondern auch auf eine verführerische Vampirdame, die ihm ganz offensichtlich Sex hier und jetzt anbietet (im Roman sind es gar drei verstandraubende Grazien). 5.000 km weiter östlich wird daraus erst mal eine standesgemäße Bauchtanzeinlage! 1:0 für unsere pakistanischen Freunde.

Dracula in Pakistan Bild 1
Dracula in Pakistan Bild 2
Dracula in Pakistan Bild 3
Dracula in Pakistan Bild 4
Dracula in Pakistan Bild 5
FAZIT:

Wo gibt's das sonst noch? Irre Verfolgungsjagden in klapprigen Autos durch den wilden Hindukusch, völlig sinnfreie Textzeilen "Wenn ich ihn sehe, werde ich mich über dich beklagen. Ich sage einfach, der Sperber quält mich!", schwindelige Bauchtanzeinlagen, und mittendrin der Herr Graf, dem es in einem Land ohne Kruzifix offensichtlich ganz gut geht.

WERTUNG: 7 von 10 La Cucaracha, La Cucaracha, Lala lala lala la...
TEXT © Marcel
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