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Species

Species

HORROR/SCIENCE FICTION: USA, 1995
Regie: Roger Donaldson
Darsteller: Natasha Henstridge, Ben Kingsley, Michael Madsen, Forest Whitaker

STORY:

Forscher stellen Kontakt zu einer außerirdischen Lebensforn her. Diese sendet aus den Weiten des Universums zunächst einen Bauplan für eine Maschine, die unbegrenzt Methan produzieren kann und später einen DNA-Code mit der Aufforderung diesen mit menschlicher DNA zu kombinieren. Da es sich scheinbar um eine dem Menschen wohlgesonnene Lebensform handelt, kommen die Forscher dieser Anregung nach. Das Ergebnis ist das Mädchen Sil (Michele Williams), das wie ein normales Menschenkind aussieht, sich jedoch rasant entwickelt und über übermenschliche Fähigkeiten verfügt. Da Sils Schöpfer Dr. Xavier Fitch (Ben Kingsley) fürchtet die Kreatur bald nicht mehr kontrollieren zu können, beschließt er schweren Herzens das Wesen zu töten. Doch aufgrund seiner Superkräfte kann Sil aus dem Labor entkommen. Nach einer kurzen Verpuppung im Zug nach L.A. hat sich Sil bereits in eine voll entwickelte Frau verwandelt (Natasha Henstridge). Deren einziges Ziel ist es sich mit einem Menschen zu paaren, um sich fortzpflanzen. Um dies zu verhindern setzt Dr. Xavier Fitch ein vierköpfiges Expertenteam auf Sils Spur. Dieses Team besteht aus der Molekulrabiologin Dr. Laura Baker (Marg Helgenberger), dem Anthropologen und Experten für interkulturelle Verständigung Dr. Stephen Arden (Alfred Molina), dem medial veranlagten Empathen Dan Smithson (Forest Whitaker) und dem Profikiller Preston Lennox (Michael Madson).

KRITIK:

Als 1995 SPECIES in die Kinos kam, fiel der Sci-Fi-Spaß bei einem Großteil der Kritiker durch. Bis heute hat der Film, in dem das Model Natasha Henstridge als Sil ihre erste Kinorolle spielt, einen nur mäßigen Ruf. Wahrscheinlich verdankt sich ein Großteil der Negativreaktionen auf dieses poppige B-Movie-Spektakel dem Schüren einer falschen Erwartungshaltung. Nicht nur die Kreatur wurde wie bereits bei ALIEN vom eitlen Eidgenossen HR Giger entworfen. Auch der Schriftzug und der Rest des Artworks zum Film spielen mit ihrer phosphorgrünen Farbe auf schwarzen Grund direkt auf Ridley Scotts Überklassiker des extraterrestrischen Creature-Horrors an. Und soviel ist glasklar: Wer bei SPECIES auf einen weiteren filmischen Horror-Sci-Fi-Meilenstein hofft, der sitzt hier auf jedem Fall im falschen Film!

Die einzige Gemeinsamkeit zwischen beiden Werken besteht darin, das beide Filme bis heute drei Sequels hervorbrachten. Davon abgesehen ist ALIEN Filmkunst in ihrer höchsten Vollendung, SPECIES jedoch nicht viel mehr, als ein kleines, billiges B-Movie. Die Betonung liegt hier allerdings auf "nicht viel mehr". Denn "billig" heißt in diesem Fall, dass der Film bereits Mitte der 90er satte 35 Millionen Dollar gekostet hat. Und das Atribut "klein" sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier neben der bildschönen Natasha Henstridge fast ein halbes Dutzend hochrangiger Hollywoodmimen mit von der Partie ist. Allerdings waren seit dem Im Jahre 1979 erschienenem ALIEN bereits mächtige Geschwader an Meteoritenschwärmen durch die Weiten des Kosmos gesaust und auch auch auf dem kleinen Planeten Hollywood gab es in der Zwischenzeit so manche Neuentwicklung.

So hatte das so respektlose, wie spaßgesteuerte Gespann aus Stuart Gordon und Brian Yuzna in der Zwischenzeit mit Filmen wie FROM BEYOND (1986) und SOCIETY (1989) dafür gesorgt, dass dem Creature- und Body-Horror jeder übermäßige Ernst augestrieben wurde. Im Vergleich zu den Werken dieser beiden verrückten Camp-Visionäre ist SPECIES selbstverständlich nur weichgespülte Hollywood-Soße. Aber da sich die Zutaten durchaus sehen lassen, wiegt dieses Manko nicht zu schwer. Neben dem gewohnt genialen Giger-Design sorgt insbesondere Natasha Henstridge unter ganzem Körpereinsatz für Schauwerte, die so schnell keine Langeweile aufkommen lassen. Auch der fluffige Plot ist oft dermaßen flott, dass der Zuschauer gar nicht erst unnötig zum Nachdenken verleitet wird. - Sollte letzteres doch einmal geschehen, lassen sich leichte Kopfschmerzen leider nicht ganz vermeiden.

Wer hat z.B. schon einmal ein Wesen gesehen, das sich nicht in einen Kokon einspinnt, um zu einer gänzlich anderen Erscheinungsform zu metamorphosieren, sondern lediglich um als voll ausgewachsenes Geschöpf zu entglibschen? Abermals: Wenn das vollentwicklete Geschöpf wie Natasha Henstridge aussieht, können einem solche logischen Aussetzer relativ schnuppe sein. Jene beweist als Sil nicht nur, dass sie zwei voll ausgebildete und wohl geformte menschliche Milchdrüsen vorzuweisen hat. Zusätzlich wechselt sie immer wieder ebenso unmotiviert, wie gekonnt zwischen Menschenform und Aliengestalt hin und her. Schön ist auch, dass hier noch mit handgemachten Glibber-Effekten gearbeitet wurde. Im Finale will man dann allerdings doch zeigen, dass man auch CGI-mäßig auf der Höhe der Zeit ist, was im Rückblick natürlich recht lächerlich aussieht. Dem Trash-Vergnügen tut jedoch selbst dies keinen allzu großen Abbruch.

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FAZIT:

SPECIES ist sexy Creature-Horror-Trash im gediegenen Big-Budget-Format (6,5 Sterne).

WERTUNG: 7 von 10 hartnäckige Reproduktionsversuche
TEXT © Gregor Torinus
Dein Kommentar >>
Nic | 07.02.2015 00:29
mhm natascha möcht' ich naschen :)
Harald | 08.02.2015 00:11
Das will sie sicher auch. Ich ruf mal ihren Agenten
an.
>> antworten
Harald | 30.12.2014 14:45
Ja, den hab ich auch als ganz kurzweilig in Erinnerung. Was tödliche nackte Damen from outer space angeht, geht aber nichts über LIFEFORCE, finde ich.
Gregor | 30.12.2014 21:03
Danke für den Tipp! Da gilt es offensichtlich eine böse Bildungslücke zu schließen. ;-)
Johannes | 31.12.2014 13:14
Species wollte ich selbst schon besprechen; hat
sich ja jetzt erübrigt. ;)
Finde den echt gelungen - erinnere mich noch gut
daran, wie ich den das erste Mal - in vermutlich
viel zu jungen Jahren - mit meiner Mama gesehen
habe. Teil 2 geht auch noch gut, den dritten Teil
habe ich bisher allerdings noch nicht gesehen.
Kommen da noch Besprechungen von dir, Gregor?
Gregor | 31.12.2014 13:25
Kenne auch nur noch den zweiten Teil. Wollte den zunächst ebenfalls besprechen. Ist mir aber wohl doch zu trashig.
>> antworten