FILMTIPPS.at - Die Fundgrube für außergewöhnliche Filme

www.filmtipps.at
GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
2001: Odyssee im Weltraum

2001: Odyssee im Weltraum

OT: 2001: A Space Odyssey
SCIENCE-FICTION: USA/GB, 1968
Regie: Stanley Kubrick
Darsteller: Keir Dullea, Gary Lockwood

STORY:

Vor 4 Millionen Jahren tauchte in der Wüste ein schwarzer, geheimnisvoller Monolith auf und weckte den Geist der Menschheit. 1999 steht die Menschheit vor einem erneuten Sprung - denn der Monolith ist wieder aufgetaucht, auf dem Mond, und er sendet Signale Richtung Jupiter. 18 Monate später fliegt die 'Discovery' zum Jupiter, um dessen Geheimnis zu lüften. Doch auf das, was es dort zu entdecken gibt, ist niemand auch nur ansatzweise vorbereitet...

KRITIK:

Was Stanley Kubrick ab 1964 in Zusammenarbeit mit Arthur C. Clarke schrieb und zwischen 1965 und 1968 filmte, ist nicht weniger als der ganz große Wurf. Ein Klassiker, zweifelsohne, ein Mythos, eine Ersatzdroge, und eine Meditation über den Weg der Menschheit, die elementare Fragen aufwirft: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Sind wir alleine? Gibt es Außerirdische? Gibt es eine höhere Macht? 2001 ist durchaus religiös, sagen wir, von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet.

2001 ist dabei in allererster Linie eine nonverbale Erfahrung. In den ersten halben Stunde und in den letzten 20 Minuten gibt es überhaupt keinen gesprochenen Satz. Die wenigen gesprochenen Dialoge sind vor allem zu Anfang von einer kaum zu überbietenden Nichtigkeit geprägt. Kubrick erfüllt zwar die Sehnsucht des Zuschauers nach einer Handlung, gibt ihm aber gleich zu verstehen, dass das Entscheidende nicht im Wort, sondern im Bild steckt.

Kubricks Verzicht auf möglicherweise erklärende Worte ging sogar soweit, dass er die wissenschaftlichen Aussagen, die vor dem Film zu hören waren und auf die Thematik einstimmen sollten, noch vor der Premiere entfernte. Stattdessen wird seitdem das Licht gelöscht, und nach einiger Zeit hört man im Dunkeln Auszüge aus György Ligetis geheimnisvollen "Athmosphères", ehe der Film mit der berühmten Fanfare "Also sprach Zarathustra" beginnt.

Kubrick beließ es für den Soundtrack bei einer Vorabauswahl, die dem Komponisten Alex North eigentlich nur als Orientierung dienen sollte, was Kubrick vorschwebte. Norths Komposition kann man heute, soweit er sie vollenden konnte, unter den Film vergleichend als Alternativsoundtrack legen. Die Wirkung ist eine deutlich andere, offensichtlich direkter und ansprechender, insbesondere beim Prolog, aber weniger mystisch.

Der Blick, den Kubrick auf die Welt im Jahre 2001 wirft, ist ein sehr sezierter, wie auch pessimistischer. Die Menschheit ist vielleicht schlauer als der Affe, aber nicht weiser. Nach wie vor misstraut man sich gegenseitig, im Orbit schwirren etwa unverkennbar militärische Satelliten. Selbst die Astronauten der Mission werden über die Hintergründe bis zum Schluss im Unklaren gelassen. Und als der perfekte Großrechner einen Fehler begeht, müssen sie eine Entscheidung treffen, ohne zu begreifen, dass die Entscheidung über sie bereits längst getroffen ist.

Natürlich wäre 2001 ohne seine perfekten Spezialeffekte nicht das Erlebnis geworden, das er bis heute ist. Kubrick setzte Maßstäbe, an der sich bis heute jeder Science-Fiction-Film messen muss, selbst wenn man heute mit CGI schneller und billiger Effekte zaubern kann. Kubrick zeigte sich auch hier als unnachgiebiger Perfektionist, etwa verlegte er das Ziel vom Saturn zum Jupiter, weil die Ringe des Saturns nicht glaubhaft gestaltet werden konnten. Er ließ eine riesige Zentrifuge bauen, um die Schwerelosigkeit im All darstellen zu können. Die verwendeten Modelle haben atemberaubende Details, alleine das Modell der 'Discovery' hatte eine Länge von 16 Metern und war damit im Maßstab 1:9 gebaut. Und für das Sternentor musste Douglas Trumbull die verwendete Slit-Scan-Technik erst noch erfinden.

2001 verwirrte von Anfang an die Zuschauer. Viele fragen nach einer Interpretation, nach einer Lösung des kosmischen Rätsels. Es gibt ganze Bibliotheken und Doktorarbeiten, die sich hiermit beschäftigen, auch im Internet gibt es sehr schöne Seiten hierzu. Nicht wenige empfinden den Film leider auch bestenfalls langweilig, weil sie sich nach wie vor an einem gewohnten Handlungsmuster festhalten wollen, das 2001 einfach nicht bietet. Am ehesten versteht man aber Kubricks Vision als das, was sie ist - eine von allen Grenzen losgelöste, überwältigende, einmalige Erfahrung.

2001: Odyssee im Weltraum Bild 1
2001: Odyssee im Weltraum Bild 2
2001: Odyssee im Weltraum Bild 3
2001: Odyssee im Weltraum Bild 4
2001: Odyssee im Weltraum Bild 5
2001: Odyssee im Weltraum Bild 6
2001: Odyssee im Weltraum Bild 7
FAZIT:

Vom Affen zum Menschen. Ein Schnitt über 4 Millionen Jahre. Walzertanzende Raumschiffe. Mondstationen. Konfrontation zwischen Computer und Mensch. Der kälteste Tod der Filmgeschichte. Die Reise in die Unendlichkeit. Das Sternenkind.

Der ultimative Trip.

WERTUNG: 10 von 10 bewusstseinserweiternden, dimensionssprengenden Monolithen
TEXT © Marcel
Dein Kommentar >>
LOL | 03.06.2011 09:22
Dümmster Vergleich aller Zeiten! The Astronaut’s Wife ist ein Stückchen Hundekot im Gegensatz zu diesem Monolithen...
Djan | 03.10.2011 16:41
Word Up!
>> antworten
Djan | 25.04.2011 12:54
"The Astronauts Wife" mit diesem film zu vergleichen ist einfach nur schwachsinnig, sorry.
und wer diesen film als "überbewertet" bezeichnet hat dieses meisterwerk nicht mal im ansatz verstanden.
>> antworten
Ralph | 13.05.2010 08:53
Amen.
>> antworten
Randle P. McMurphy | 15.04.2010 10:45
Überbewertet und für heutige Verhältnisse wohl etwas zu unspektakulär. Für mich vergleichbar aber etwas besser wäre:
The Astronaut’s Wife – Das Böse hat ein neues Gesicht (Originaltitel: The Astronaut’s Wife) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Spielfilm aus dem Jahr 1999. Die Regie führte Rand Ravich, der auch das Drehbuch schrieb. Die Hauptrollen spielten Johnny Depp und Charlize Theron.
Chris | 18.04.2010 11:10
Ich finde, dass man diese beide Filme (2001 und ASTRONAUT´S WIFE) nicht miteinander vergleichen kann. Sie verfolgen ganz andere Ansätze. Hier das philosophische, bildgewaltige Überwerk, dort ein in meinen Augen ziemlich gelackter und viel zu steriler SF-Film, der sich ein bisschen an ROSEMARY´S BABY und DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN versucht, ohne deren Intensität zu erreichen und seine unheimliche Grundidee so ziemlich verschenkt. Zumal mir bei Johnny Depp nicht nur seine in diesem Film blonden Haare, sondern auch eine gewisse Lustlosigkeit erinnerlich ist.
>> antworten
Bernhard | 10.04.2010 20:16
I'm afraid I can't let you do that, Dave.

10/10
>> antworten
Nic | 08.04.2010 16:37
classic masterpiece :)
10/10
>> antworten


Suche

Suche


Schenk uns deine Liebe auf Facebook.