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A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale

A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale

OT: Freddy's Dead - The Final Nightmare
HORROR: USA, 1991
Regie: Rachel Talalay
Darsteller: Robert Englund, Lisa Zane, Shon Greenblatt, Lezlie Deane, Ricky Dean Logan

STORY:

Freddy hat nicht nur die Elm Street, sondern auch ganz Springwood, leergemordet. Jetzt braucht er natürlich Nachschub, und da es in jeder Stadt eine Elm Street gibt, muss er nicht allzu lange auf Frischfleisch warten.

KRITIK:

“They saved the best for last“, heißt es auf einem amerikanischen Filmplakat zu A NIGHTMARE ON ELM STREET 6 – FREDDYS FINALE. Interessant wie die sich geirrt haben. Denn zum einen ist NIGHTMARE 6 nicht der beste Teil der Reihe, zum anderen ist es nicht mal der letzte. Auch wenn’s wirklich so geplant wurde. Aber, Teil 4 der FREITAG DER 13.-Reihe sollte ja auch der letzte Film der Reihe werden und man hat Jason sogar mal so richtig gekillt – wenn auch nicht so richtig wie in Teil 9, denn eine Machete im Kopf ist nicht gerade Overkill. Jedenfalls, war die NIGHTMARE-Reihe zwar ein wichtiges Steckenpferd für NLC und verhalf ihnen zum Aufstieg in die höchste Liga, aber wenn’s am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören. Nicht, dass es schön war. Der fünfte Teil der Reihe ist in etwa genauso beschissen wie der zweite und stellt einen weiteren Tiefpunkt der Reihe da, aber wir wollen nicht pingelig sein; halten wir Bob Shaye immerhin zu Gute, dass er gemerkt hatte in was für eine depperte Richtung die Reihe steuerte und rechtzeitig aufhören wollte, bevor es ganz lächerlich wurde.

Dass es dann mit Teil 6 noch mal so richtig lächerlich werden sollte, das konnte er ja nicht unbedingt ahnen. Zumal ja Rachel Talalay endlich einmal das Ruder übernehmen und ihren ersten eigenen Film inszenieren durfte. Da sie zuvor die vorangegangen Filme mitproduziert hatte, wusste sie ja auch was gut war und was ordentlich gesaugt hat. In einem Interview hat sie einmal verraten, dass sie ihren Film daher vor allem auch vom direkten Vorgänger A NIGHTMARE ON ELM STREET 5 – DAS TRAUMA abgrenzen wollte, besonders in dem sie einen komplett anderen Stil wählte. Lustigerweise wollte sie was Lustigeres machen. Lustigerweise deshalb, weil man sich auch bei der FREITAG DER 13.-Reihe genau mit dem 6. Teil entschied es mal auf die lustige Art zu versuchen. Und dann hat an beiden auch noch Alice Cooper mitgewirkt.

In beiden Fällen ist ja eigentlich nichts dagegen einzuwenden, schon gar nicht, wenn es um Freddy Krueger geht, denn der hatte ja eigentlich schon immer ein lockeres Mundwerk und einen äußerst sadistischen Charakter – der über die simple Wahl des Mordgegenstands hinausgeht –, so dass man die Humorschraube durchaus noch andrehen konnte. Gruslig war’s ja ohnehin schon lange nicht mehr.

Blöd nur, dass Talalay höher hinaus wollte als ihr oder dem Film gut tut. Denn, während schon die bisherige Entstehungsgeschichte Freddy Kruegers ihren Haken hatte – der Sohn von 100 Irren? Ich sag’s gerne noch mal: Da hat einer in Bio mal so überhaupt nicht aufgepasst –, werden schlimme Erinnerungen an HALLOWEEN 6 wach, denn auch hier wird versucht mystische Elemente miteinzubeziehen. Und sowas funktioniert in vielen Fällen einfach nicht. Genauso wie hier. Denn, ach du meine Güte, was für eine absolut bescheuerte Hirngrütze ist das denn? Traumdämonen die Freddy ewiges Leben bescheren, aber dafür muss natürlich auch ein bisschen schlachten? Er hatte eine Tochter und die wurde ihm weggenommen – noch nachvollziehbar – und dafür rächt er sich – Schwachsinn, wenn bisher davon ausgegangen war, dass er sich für seine Ermordung rächt – und dann sieht sein Gehirn auch noch aus wie eine Tropfsteinhöhle aus Kaugummi und Knete. Heilands Sack ist das dumm.

Aber, verzagt nicht, denn während so viel Schwachfug ja eigentlich ein gewaltiges Ärgernis sein müsste, ist die Umsetzung immerhin so charmant dilettantisch ausgeführt worden, dass hier der berühmte Spruch „so bad it’s good“ greift. Denn während der Film das reinste Shlockfest ist, ist er im Gegensatz zu A NIGHTMARE ON ELM STREET 2 – FREDDYS RÜCKKEHR kein nerviger Haufen Scheiße, sondern eine trashige Unterhaltsmaschine. Ob man jetzt Filmfehler zählen möchte, bei jeder sinnlosen Vollpfostenaktion einen Kurzen trinken möchte – nicht zu empfehlen, akute Alkoholvergiftungsgefahr –, oder ob man einfach die Freundin zum mitgucken zwingt und sich über deren rat- und verständnisloses Gesicht beeumeln möchte. Bei A NIGHTMARE ON ELM STREET 6 heißt es schlicht und einfach, Gehirn aus, Scheibe rein. Man darf einfach nicht daran denken, dass mit diesem Teil so ziemlich alles ignoriert wird, was an Hintergrundgeschichte in den letzten Teilen erschaffen wurde – nehmen wir als Beispiel Springwood, das jetzt ein kleines Bumskaff irgendwo im Nirgendwo ist, anstatt in Kalifornien.

Die Traumideen sind absolut Banane und gehören mit zu den dämlichsten der gesamten Reihe – allein die Videospielsequenz ist schwachfugier Nonsens, aber im Vergleich zu Comicszene in Teil 5 immerhin dermaßen übertrieben, dass sie nach anfänglichem Unverständnis dann doch die gewünschte Reaktion – nämlich Lachen – hervorruft. Wenn auch nicht auf Grund der Szene an sich, sondern auf Grund des unfreiwilligen Humors die sie bietet. Ach, und dann wäre da noch die 3D-Brille, die Maggie im Finale gegen Freddy helfen soll, denn so eine 3D-Brille ist im Traum ein mächtiges Werkzeug, wie ihr erklärt wird. Natürlich ist das nicht nur einfach nur Schwachfug, nein, denn man wollte auch die 3D-Schiene fahren und deshalb ist das gesamte Finale für eine Vorführung in 3D angedacht worden. Wohoo, das ist mal innovativ – Ein Viertel Film in 3D. Auf sowas muss man erstmal kommen.

Dass auch das Finale in der Fassung auf Blu-Ray zweidimensional ist, versteht sich von selbst – außer man hat einen 3D-fährigen Fernseher, der das Bild auch umrechnen kann –, und ist sogar ein großer Vorteil. Denn allein wie Maggie sich im Traum ihre Hände anschaut, als würde sie sie zum ersten Mal räumlich sehen, ist Gold auf der Trashwaage. Überhaupt spielt Lisa Zane so manches Mal als wäre sie sich absolut im Klaren darüber gewesen, was für eine nasenbärige Gülle – nach normalen Maßstäben – da zusammengeschustert wurde. Kein Wunder, schließlich brüllen sich die Figuren ständig unvermittelt an, oder ziehen an einander. Nennt man wohl moderne Kommunikation, anno 1991.

Im Endeffekt ist das einzige, das hier kompetent ausgeführt worden ist, die Effekte. Denn da kann man eigentlich nichts sagen; für die damalige Zeit und das vorhandene Budget haben sich die Herrschaften der Effekt-Abteilung ordentlich ins Zeug gelegt und mit einfachen Mitteln recht ansehnliche Effekte, vor allem auch durch den Einsatz von Computertechnik, geschaffen. Interessanterweise sieht dafür dass Freddy Krueger Make Up in diesem Teil von allen bisherigen am künstlichsten und unrealistischsten aus – irgendwie so, als hätte man eine Krueger-Halloweenmaske gekauft. Aber wer weiß, vielleicht hat man das ja auch…

In diesem Sinne: „Stangen und Steine brechen vielleicht meine Beine... aber nichts bringt mich wirklich um!“

A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale Bild 1
A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale Bild 2
A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale Bild 3
A Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale Bild 4
FAZIT:

Puh, das ist ja mal was, dieses Finale – das im Endeffekt gar keins ist. Rachel Talalay wollte mal was Lustiges machen und hat das auch geschafft, allerdings nicht so wie sie sich das wohl gedacht hat. Denn rein aus sich heraus ist FREDDY’S DEAD – THE FINAL NIGHTMARE kein bisschen lustig. Eher dämlich-skurril. Aber, dann gibt’s ja noch den Trashfaktor und der ist hier außerordentlich hoch – vor allem für die Nightmare-Reihe. Und das führt dazu, dass dieser sechste Teil der Reihe, trotz allem Schwachfug und aller Blödheit, nicht zur Qual wird, wie das einst bei Teil 2 der Fall war. Nein, Freddy’s Finale muss man einfach für sich sehen, als Spaßfilm, als unterhaltsames Shlockfest und schon hat man seinen Spaß.

Der oder andere mag das natürlich anders sehen, aber ich für meinen Teil, ich kann diesem Film einfach nicht böse sein. Nein, dafür wurde ich viel zu gut unterhalten.

WERTUNG: 6 von 10 Schlägen mit 'ner Eisenstange.
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