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Afro Samurai

Afro Samurai

ANIME / SWORDSPLAY: JAPAN, 2006
Regie: Fominori Kizaki
Darsteller: -

STORY:

Da sind zwei sagenumwobene Stirnbänder. Eines trägt die Aufschrift "Nummer 1", das andere "Nummer 2" und diese Stirnbänder zieren die Köpfe der härtesten Kämpfer dieser Erde. Wer das mit der Nummer 1 trägt, ist der King, der hat die Kraft und die Macht eines Kriegsgottes. Und er darf nur vom Träger mit dem Stirnband Nr.2 zum Duell gefordert werden. Nummer 2 lebt etwas gefährlicher. Er ist praktisch vogelfrei und darf von jedermann zum Kampf aufgefordert werden. Und Bandana Nr. 2 ist heiß begehrt. Etliche gedungene Mörder und größenwahnsinnige Unholde haben es auf den Stofffetzen abgesehen; berechtigt dieser doch zum ultimativen Duell. Als kleiner Junge musste Afro mit ansehen wie sein Vater, die seinerzeit amtierende Nummer 1, von der finsteren Nummer 2 einen Kopf kürzer gemacht wurde. Das kriegsgöttliche Stirnband war nun in Feindeshand, der kleine Afro ein Waise und alles was ihm geblieben ist, waren das väterliche Katana, das Stirnband mit der Nummer 2 und ein unstillbarer Durst nach Rache...-

KRITIK:

Okay, die Story ist nicht preisverdächtig komplex und sogar noch ein paar Maschen simpler gestrickt als die mythischen Stirnbänder, wegen denen hier das Blut hektoliterweise vergossen wird. Es geht um den alten Stichling Blutrache und einen legendenumrankten Wettkampf, der mit seinem "Es kann nur einen geben!"-Prinzip an den HIGHLANDER erinnert. Minus der Unsterblichkeit und der Kopf ab-Pflicht; obwohl in AFRO "Es kann nur ein Stirnband geben!" SAMURAI der Finishing Move des Rübenabschlagens oft und gerne praktiziert wird.

Ohnehin stehen die in fünf Episoden aufgeteilten zwei Stunden ganz unter dem Motto "Schön ist das Wandern; von einem Gemetzel zum anderen!" Dabei kämpft der AFRO SAMURAI wie es seinem Stand geziemt. Nämlich stilecht mit dem Katana. Seine Gegner greifen mitunter schon zu moderneren Mordinstrumenten. Was illustre Waffenwahlen ergibt: Katana vs. Revolver. Katana vs. Armbrust. Katana vs. Granatwerfer. Katana vs. Panzerfaust. Katana vs. Kampfandroide. Oder aber auch Katana vs. zwei Katanas. Die Kämpfe muten nicht immer fair an, aber keine Bange. Des Afro Samurais Klinge ist flink und scharf genug, um auch hochgerüstete Duellgegner in der Luft zu zersplattern.

Aufgelockert wird das Nonstop-Blutvergießen durch drei Dinge. Zum einen durch Afros Sidekick, der im Gegensatz zum sehr schweigsamen Afro eine Schnauze wie ein Maschinengewehr hat und als kiffendes, ständig in Yo!-Sprache parlierendes Äquivalent zum Esel aus SHREK in Erscheinung tritt; zum anderen durch die vielen Rückblenden, die uns Aufschluss über Afros Jugend im Dojo eines japanischen Meisters geben und einige Verbindungen zu manch späteren Duellgegner unseres großzügig belockten Rächers und Stirnbandträgers knüpfen. Und dann ist da natürlich der Hip Hop vom Wu Tang-Clan-Oberen RZA, der ebenso ein Indiz auf die amerikanische Produktionsbeteiligung an dieser Mangaverfilmung ist wie die mit großen Namen aus Hollywood bestückte Sprecherriege auf der englischen Tonspur. Unter anderem sind dort Samuel Jackson, Ron Perlman und Kelly Hu zu hören.

Die deutsche Synchronisation wartet in dieser Beziehung zwar mit keinen Stars auf, aber das tut diesem äußerst simpel gestrickten, aber dennoch sehr kurzweiligen und vor allem überaus blutigen Schwerttanz keinen Abbruch. Da sich auch Afros Kumpel von der anfänglichen Nervensäge zum amüsanten Kampfmoderator entwickelt, ist der AFRO SAMURAI sicherlich all denjenigen ans Herz zu legen, die sich zum Stillen ihrer Splatterlust nicht nur französische und italienische Horrorfilme, sondern ab und an auch mal ein japanisches Anime gönnen. Freunde tiefgängiger Samuraiepen sollten sich eventuell anderweitig orientieren.

Doch bevor wir zum Fazit kommen, muss natürlich auf den Wust an unterschiedlichen Fassungen eingegangen werden, der speziell im Fall des AFRO SAMURAI ziemlich unübersichtlich ist. Da gibt es TV-Fassungen, deutsche und amerikanische Director Cuts, die teils merklich in der Laufzeit variieren. Mal sind sie kürzer, mal länger. Mal im Gore komplett, dafür in der Handlung gestrafft. Und manchmal fehlt ein gespaltener Schädel; mal die bösen Bitch- und Fuck-Wörter. Mal sind in der englischen Synchronisation neue Stimmen zu hören; mal gibt’s neue Charaktere…-

Ihr merkt schon, dieser Fassungsdschungel ist eine Wissenschaft für sich und ich empfehle das Studium der Schnittberichte in den einschlägigen Webdiensten, um sich seinen persönlichen Favoriten unter gefühlten hundert Versionen herauszupicken. Da ich bislang nur eine Fassung kenne, schweige ich stille zu diesem Thema und gelobe ein Update, wenn ich denn den zum siebten Hochzeitstag gewünschten Director’s Cut tatsächlich geschenkt bekommen sollte. Was ich aber schon jetzt verraten kann, ist dass die FSK 16-Version des Films, der auch Grundlage dieser Review ist, wohl keinen Bluthund enttäuschen wird. Es hat nämlich ganz den Anschein, dass in dieser dem Film alle Gewalt erhalten geblieben ist, die Handlung dagegen Federn lassen musste.

Afro Samurai Bild 1
Afro Samurai Bild 2
Afro Samurai Bild 3
Afro Samurai Bild 4
Afro Samurai Bild 5
Afro Samurai Bild 6
Afro Samurai Bild 7
FAZIT:

Juhu! Es gibt Geschnetzeltes frisch vom Katana! Und zwar am laufenden Meter! Es werden Marschflugkörper und Schädel gespalten. Die Körperteile fliegen in Geschwaderstärke umher und das Blut fließt in Strömen. Es wird aufgespießt, durchbohrt oder ganz nonchalant in der Mitte durchgehauen. Samuel Jackson als Animefigur als AFRO SAMURAI als der Jimi Hendrix ohne Gitarre, aber dafür mit Tüte und Schwert unter den Highlandern. Er verhackstückt seine Gegner am Fließband und dazu rappen RZA und seine Clanbrüder. Yo!

WERTUNG: 7 von 10 Teddybärenmasken
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
mausekönig | 30.03.2011 18:10
also ich fand den film ganz nett.
für so einen masaker-film hat er sogar ne nette story. wenn man die pseudo-coolnes als ironie betrachtet und mit humor sieht, ist der film wirklich nett
hab ihn damals mit ein paar kumpels um 3 uhr morgens geguckt wir waren alle ncoh ziemlich stonet, das schadfet dem film auf keinen fall^^
>> antworten
Andreas | 30.03.2011 11:41
pro:
* sehr cooler, lässiger soundtrack
* sehr stylische animationen
* sehr tolles screenplay

negativ:
* sehr pseudo-cool
* sehr stumpfsinnig
* sehr langweilig

5 von 10 prominente synchronsprecher aus hollywood
Andreas | 30.03.2011 12:46
wer ähnliches von qualtät der animation mag, aber mit besserer story (und mehr sex) empfehle ich "mugen no juunin" (blade of the immortal) oder: kurozuka (inkludiert, extra für chris, eine sexy vampir-dame und sehr schöne blutfontainen)
Andreas | 30.03.2011 12:49
und die besten kampf-choreographien gibt es bei Basilisk
Chris | 30.03.2011 18:11
...welcher auch schon auf meiner Wishlist steht. : )
Andreas | 31.03.2011 09:40
welcher von denen?

ganz super ist auch: Guardian of the Spirit (Seirei no moribito) ein Fanatsy Epos im feudalem Japan als Anime. Besser als all das oben genannte.
Chris | 02.04.2011 09:48
Den BASILISK mit den beiden Ninja-Clans Kouga und Iga und der
Tagline: "No mercy will be spared to the Enemy!" : )
Habe die Complete Series im Auge.
>> antworten


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