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Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurck

Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück

OT: Alien 2 sulla Terra
SCI-FI-HORROR-TRASH: ITALIEN, 1980
Regie: Ciro Ippolito
Darsteller: Belinda Mayne, Marc Bodin

STORY:

Eine Raumkapsel landet im Meer. Doch von den Astronauten fehlt jede Spur. Dafür findet man am Strand plötzlich seltsame Steine. Die werden auch von einigen Höhlenforscher aufgesammelt, um sie bei ihrer nächsten Expedition mitzunehmen. Doch in den Steinen ist Leben, blutsaugendes Leben. Und es macht sich auf, die Mannschaft in der Höhle zu dezimieren ...

KRITIK:

Aus der Abteilung Italien, deine Ripp-Offs. Darüber könnte man ganze Abhandlungen schreiben, und wie das bei Ripp-Offs so ist, für Qualität ist man hier nun wirklich an der falschen Adresse. Ripp-Offs werden nicht gedreht, um irgendwelchen Ansprüchen zu genügen. Ein Ripp-Off unterliegt nur drei einfachen Regeln: 1. Dreh schnell. 2. Kopiere dreist. 3. Investiere nichts.

Wer also glaubt, dass ein, na drücken wir es mal netter aus, Nachzieher dem Original das Wasser reichen kann, ignoriert, dass die Macher ein solches Ziel gar nicht haben. Jedem Kinogänger, der ein bereits halbes Jahr (!) nach Uraufführung seine hart verdienten Kröten an der Kinokasse für eine - tja - gefakte Fortsetzung abdrückte und ein dabei etwas anderes als lupenreinen Trash erwartete, darf man mit einem Ätsch-Reingefallen beglückwünschen.

Dieses Unverständnis für das Wesen des Ripp-Offs zieht sich aber jedoch bis heute durch, wie die vernichtende imdb-Bewertung eindrucksvoll beweist. Bringen wir es auf den Punkt. Als Fortsetzung eines unantastbaren Klassikers ist ALIEN 2 ein echter Rohrkrepierer. Er hat mit seinem Vorbild bis auf einige Einstellung fast nichts gemein, erst recht nicht ein brauchbares Monster.

Wer auf der Suche nach feinen Nervenkitzel, guten Effekten und einer atemberaubenden Spannung ist - sucht weiter! Lasst ihn in der Videothek liegen, warnt eure Freunde und gönnt euch zwei schöne Stunden mit eurer Freundin. Oder schenkt den Film eurer Oma, wenn ihr das Erbe ohnehin nicht wollt. Allerdings sind wir von filmtipps.at ja von einer Mission beseelt, auch im vermeintlich Schlechten das Gute zu erkennen und einen anderen Blick zu wagen (erst kürzlich brachte einer unserer geschätzten Leser das mit dem Vorwurf "Was rezensiert ihr für eine Scheiße?" zwar völlig unabsichtlich, aber ziemlich präzise auf den Punkt).

Und tatsächlich hat ein solcher Stinker wie ALIEN 2 seine Vorzüge, selbst wenn sich diese erst unter bestimmten Voraussetzungen entfalten. Grundkenntnisse des Italo-Splatter der 80er Jahre sind etwa von Vorteil. Ein paar Kumpels, die wissen, worauf sie sich einlassen. Eine gewisse Gelassenheit, wenn fünf Minuten mal kein Blut fließt. Die Fähigkeit, weder sich noch den Film ernst zu nehmen. Und eine gewisse Affinität zu einfachen, repetitiven Melodien, die sich gnadenlos im Ohr verankern.

Was die Oliver Onions da mit ihrem Pling-Pling-Pling-Score geschaffen haben, passt sich wunderbar dem Geschehen auf der Leinwand an. Irgendwie passiert nämlich fast gar nichts, aber davon will man auf gar keinen Fall etwas missen. Je länger man hinschaut, desto süchtiger wird man nach Antworten auf Fragen wie "Was macht ein Alien auf einer Bowling-Bahn?", "Warum sucht man eine alte Frau im Kühlschrank?" oder "Wer kommt auf die Idee, eine Schreibmaschine bei einer Höhlentour mitzunehmen?".

Und dennoch schafft es ALIEN 2 tatsächlich, ab und an richtig atmosphärisch zu werden. Etwa wenn nur die Lichter der sich herablassenden Höhlenforscher zu sehen sind und dazu das Hauptthemas des Films erklingt. Denn auch wenn es niemand von ihnen erwartete, stilvoll drehen konnten sie, und wenn sich die Gelegenheit bot, nutzten italienische Filmemacher dies auch.

Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück Bild 1
Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück Bild 2
Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück Bild 3
Alien - Die Saat des Grauens kehrt zurück Bild 4
FAZIT:

Teil 1 des Italo-Alien-Ripp-Off-Double-Feature. Bevor man ASTARON schaut, setzt man mit ALIEN 2 erst mal Messlatte ziemlich weit unten an. Wer sich darauf einlassen kann, verfällt dem Charme, den die italienischen Schnellschüsse der 80er Jahre einfach hatten. Sie versprechen viel und halten nichts. Sie haben eine hübsch schwachsinnige Geschichte, die gemütlich vor sich hinblubbert und überall abkupfert, wo es gerade passt, viel Kunstblut, das einfach künstlich aussieht, und aufdringliche Musik, die man spätestens nach zwei Minuten mitwippen kann. Wenn ALIEN 2 überhaupt einen echten Fehler hat, dann den, dass er in San Diego beginnt und nicht, wie es sich für einen Italo-Schocker jener Zeit gehört, in New York.

WERTUNG: 6 von 10 abfallenden Köpfen
TEXT © Marcel
Dein Kommentar >>
Pit | 04.08.2014 02:19
sorry absoluter müll
Hat mit den richtigen Alien Filmen nichts zu tun
nehmen den Namen Alien um den Film besser vermarkten zu können.Schlechte Filme zu schauen ist reine Zeitverschwendung.seltsam die schlusszende die meiner meinung nach die beste erinnerung dieses films war.Die Frau auf der Flucht vor diesen Monteraliens, beklemmende musik (wirkung Hoffnungslosigkeit)Roter Himmel wie weltuntergangsstimmendes Szenerio.Angst allein mit den Monstern.Ende.Das alles Fehlt? Komisch gibts versch.versionen?Das Wars Schrott!
>> antworten
toxic | 13.06.2011 14:55
Naja, ich mag ja Trash. Aber hier hatte ich echt zu kämpfen, besonders in der ersten Hälfte. In der Höhle nimmt der Film dann etwas Fahrt auf. Astaron fand ich da deutlich unterhaltsamer. Is aber schon ein paar Jahre her, sollte evtl mal die verstaubte Kassette neu sichten. Danke fürs erinnern :-)
5 von 10 Plaste-effekten
>> antworten
Chris | 13.06.2011 13:53
Das ist auch einer dieser im Grunde schlechten Filme, die ich mir
aber immer wieder gerne angucke. Bei der SAAT DES GRAUENS vor
allem wegen der kruden Atmosphäre (die Szene mit dem Mädchen
am Strand!) und der Splatterei. : ) PS: Unter die Höhlenforscher ist
auch Michele Soavi gegangen...
>> antworten


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