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An ihrer Seite

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OT: Away From He
DRAMA: CAN, 2006
Regie: Sarah Polley
Darsteller: Julie Christie, Gordon Pinsent, Olympia Dukakis

STORY:

'An Ihrer Seite' (OT: Away From Her), das Regiedebüt der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley, basiert auf der Kurzgeschichte "The Bear Came Over the Mountain" der kanadischen Schriftstellerin Alice Munro.

45 Jahre sind Grant und Fiona Andersson bereits glücklich verheiratet; von den vereinzelten Seitensprüngen des Hochschullehrers hat seine Ehefrau nie etwas mitbekommen. Als Fiona jedoch immer stärker unter Gedächtnisverlust zu leiden beginnt und man Alzheimer bei ihr diagnostiziert, ändert sich alles. Freiwillig lässt sie sich in ein Altenheim einweisen. Zu den dortigen Regeln gehört, dass Patienten in den ersten 30 Tagen ihres Aufenthalts keinen Besuch empfangen dürfen, damit sie sich ungestört einleben können. Als Grant seine Frau nach dieser für ihn quälend langen Zeit erstmals wiedersieht, erkennt Fiona ihn nicht wieder...

KRITIK:

'Away From Her' beginnt mit zwei Langläufern, die nebeneinander im Schnee fahren, sich kurz voneinander entfernen, dann jedoch wieder zueinander finden. Ein Sinnbild für das, was auch im späteren Verlauf des Films passieren wird.

Die Langläufer tragen die Namen Grant und Fiona und sind bereits seit 45 Jahren verheiratet. Seit 20 Jahren leben sie nun schon in ihrem Haus umgeben von Bergen von Schnee. Sie führen eine gute Ehe, wie Grant später sagt, doch damals, als er noch an der Universität gearbeitet hat, scheinen die Zeiten nicht ganz so rosig gewesen sein. Es gibt zwar Andeutungen, aber enthüllt wird diese mehr oder weniger düstere Episode im Eheleben der beiden nie.

Man sollte den Film nicht nur als einen gelungenen Streifen zum Thema Alzheimer wahrnehmen, sondern ebenso als das, was er vor allem ist: Eine Geschichte über das Loslassen. ‚Ich habe Angst, dass wenn ich es loslasse und es mich erneut trifft, das umso härter tut.', so drückt es Fiona gegenüber ihrem Mann sehr treffend aus, jedoch in einer Situation, in der sie gar nicht weiß mit wem sie da eigentlich redet.

Obwohl man es wohl nicht erwarten würde, hat der Film auch einige komische Elemente. Am Anfang etwa, als Fiona lächelnd die abgetrocknete Bratpfanne in den Kühlschrank legt, ganz so als ob es nichts Normaleres gäbe.

Auch ein Patient, der früher Sportkommentator war, sorgt zwischendurch immer wieder für ein Schmunzeln seitens der Kinobesucher. Beispielsweise indem er auf großartige Weise ein Footballspiel kommentiert oder noch großartiger, als er an Grant vorbeigeht und ganz trocken meint: "[..] Sein Herz zerspringt in tausend Scherben ..."

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FAZIT:

Away From Her, das Regiedebüt der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley, ist ein stiller Film, der vor allem von den Blicken, welche die beiden Protagonisten einander zuwerfen, lebt. Und es ist eigentlich unglaublich, dass so ein Film, der nebenbei größtenteils von Besuchen und auch Enttäuschungen handelt, so fesselnd sein kann.

WERTUNG: 9 von 10 Schneebergen
Gastreview von Anna
Dein Kommentar >>
Nic | 29.02.2008 10:27
im endeffekt weiß man vorher was wohl gezeigt wird und wie er ungefähr ausgeht, also ist das einzig "neue" - wenn man das so sagen kann - die darstellerischen leistungen. ich fand ihn gut gelungen und auf eine nostalgische weise schön, mehr aber auch nicht.
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Harald | 29.02.2008 07:13
den trailer fand ich extrem stimmungsvoll, mit starken atmosphärische bildern. und kanadische filme mag ich grundsätzlich auch sehr.
aber das thema ist mir (vermutlich) zu heavy. (klingt jetzt schrecklich feig und oberflächlich, ich weiß :-)
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