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Astronaut Farmer

Astronaut Farmer

OT: The Astronaut Farmer
DRAMA: USA, 2007
Regie: Michael Polish
Darsteller: Billy Bob Thornton, Virginia Madsen, Bruce Willis, Bruce Dern

STORY:

Früher war Charles Farmer (Billy Bob Thornton) mal Astronaut. Heute ist er Farmer. Den Traum vom ´ins Weltall fliegen´ hat er aber noch nicht aufgegeben, deshalb baut er sich einfach eine Rakete, um diesen Traum zu verwirklichen.

KRITIK:

Was für eine bekloppte Idee denkt man anfänglich, so auch Charles Freunde. Seine Familie hält allerdings zu ihm und unterstützt ihn bei seinem Vorhaben. Vermutlich auch ein wenig, weil sie nicht wirklich daran glauben, dass es gelingen kann. Die Medien und vor allem die Behörden werden auch aufmerksam auf Farmer und wollen ihm natürlich einen Strich durch die Rechnung machen. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sich seine eigene kleine Rakete bauen kann und damit eindringt in die unendlichen Weiten des Weltraums? Außerdem birgt so ein Raketenstart ja auch Gefahren, wie uns die Nordkoreaner eben erst eindrucksvoll gezeigt haben.

Astronaut Farmer ist ein Film über Träume, über Besessenheit, Obsession, über die Kraft des kleinen Mannes. Ein modernes Märchen, das uns selbst an unsere Träume erinnert und uns darin bestärkt, diese zu leben und damit ein stückweit Freiheit zu erlangen. Diese Träume, die wir manchmal ganz tief in uns vergraben, weil sie uns unmöglich erscheinen. Charles Farmer schert sich nicht darum, was möglich und was unmöglich ist. Diesem Gedanken gibt er sich gar nicht hin. Er macht es einfach. Schließlich galten früher einige der Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind, als unmöglich. Jeden Tag wird Unmögliches möglich. Somit verbirgt sich in Astronaut Farmer auch ein philosophischer Aspekt, auch wenn dieser nicht ganz so subtil daher kommt, aber das macht ja nichts.

So schräg diese Idee sein mag und so schräg einem auch der Film zeitweilig vorkommt, so nah ist diese Geschichte doch dran am Leben. Es geht schlicht um nichts anderes, als um die Verwirklichung eines Traumes.

Sicherlich kann man dem Film seine durchaus konventionelle Erzählweise vorwerfen, aber trotzdem war ich mir bis zum Ende nicht sicher ob ihm der Raketenstart wirklich gelingt, oder ob er sich in seiner fixen Idee verrennt. Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass der Film nur genau so enden kann wie er endet. Warum? Das kann ich hier nicht weiter erläutern ohne zu spoilern, aber wen es interessiert der kann mich ja persönlich kontaktieren.

Die bekloppte Idee die hinter Allem steckt fand ich sehr reizvoll und hat mich an den Film gefesselt. Außerdem ist er wunderschön erzählt und erinnert einen an seine eigenen Träume, die man mal hatte, die einem aber zu absurd erschienen. Der Pessimist in uns glaubt nie daran, dass ihm der Raketenstart gelingen wird, aber der Film kitzelt den Optimisten in uns heraus, auf den wir alle öfter mal vertrauen sollten.

Für mich ist dieser Traum des kleinen Mannes wunderschön erzählt, in tollen Bildern eingefangen und auch die schrägen Momente fehlen nicht. Billy Bob Thornton ist herrlich in der Rolle des Farmer und auch die Nebendarsteller überzeugen.

Astronaut Farmer ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack und wer sich ein großes Drama und Abgründe erhofft, der wird enttäuscht werden. Es ist nämlich ein durchweg positiver Film über das Träumen und vor allem das Leben der Träume. In so ruhigen und kleinen Momenten erzählt, dass es einfach herrlich ist zuzusehen. In keinem Augenblick verkitscht und auch nicht rührselig.

Astronaut Farmer Bild 1
Astronaut Farmer Bild 2
Astronaut Farmer Bild 3
Astronaut Farmer Bild 4
Astronaut Farmer Bild 5
Astronaut Farmer Bild 6
FAZIT:

Eine wunderschöne und schräge Geschichte über das Verwirklichen seiner Träume. In tollen Bildern erzählt. Mit ruhigen und kleinen Momenten die grossartig eingefangen sind. Darsteller die alle überzeugen und ein Film der den Optimisten in uns raus kitzelt.

WERTUNG: 8 von 10 missglückten Raketenstarts
TEXT © Nicky
Dein Kommentar >>
toxic | 19.05.2012 02:16
In keinem Augenblick verkitscht und auch nicht rührselig?
Aber voll. Außerdem propagiert er nach meiner Interpretation die eindimensionalen typisch amerikanischen Hollywoodwertvorstellungen von der heilen Familie, mit einem starken Oberhaupt und einer treu liebenden Ehefrau, die den Traum ihres Mannes leben darf. Sie arbeitet als Saftschubse, da hat man ja keine eigenen Träume.
Und als Vorbild für seine Kinder gibt er den Traum nicht auf und riskiert sein Leben und damit, dass seine jüngste Tochter (ca 4 Jahre alt) als Halbwaise aufwächst.
Und damit die Geldsorgen weggeräumt werden, muss noch der reiche Schwiegervater dran glauben. Danach gibts Geerbtes und schwups baut EINE Person noch ne zweite Rakete! Wer schreibt solche Drehbücher?
Ein wirklich naives und eindimensionales Märchen, wenn man, wie ich, allergisch gegen Standard-Hollywoodfilme ist.
4 von 10 schwerelosen Eheringen
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