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Babel

Babel

DRAMA: USA/MEX/J/MAROC, 2006
Regie: Alejandro González Iñárritu
Darsteller: Brad Pitt, Adriana Barraza, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Rinko Kikuchi

STORY:

Ein Schuss in der Wüste wird die Schicksale von Menschen auf drei verschiedenen Kontinenten miteinander verbinden: Ein amerikanisches Ehepaar will in Marokko seine Ehe retten, während ihr mexikanische Kindermädchen versucht, die Kinder über die Grenze zu schmuggeln. Zur gleichen Zeit rebelliert ein japanisches Mädchen gegen ihren Vater, während die marokkanischen Kinderschützen ihr Dorf ins Unheil stürzen.

KRITIK:

Nach dem meisterlichen Amores Perros (2000) und dem allseits gelobten 21 Grams (2003) schließt der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu mit Babel seine "Trilogie des Schicksals" ab. Wie seine Vorgängerwerke ist auch Babel ein Emsemble-Film, in dem jeder einzelne Darsteller Großartiges leistet.

"Wer verstanden werden will, muss zuhören". Diese etwas pretentiöse Tagline hätte es gar nicht gebraucht. Alles im Film dreht sich um Kommunikation - bzw. um die Unfähigkeit zur selben. Hin und wieder muss unser persönlicher Turm zu Babel einstürzen, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können: Auf das einfache und doch so schwierige miteinander Kommunizieren.

Diese schmerzliche Botschaft hämmert uns Iñárritu in einer wahren Flut an mitreißenden Bildern, stakkatoartigen Schnitten und Schwindel erregenden Handkamerafahrten in die Großhirnrinde. Auch wenn der Falter abschätzig von "Hysterisierungskino" spricht: Ein bisschen cineastische Hysterie kann nicht schaden, in Zeiten wie diesen. Denn langweilige Durchschnittsfilme, die nichts wagen, nichts bieten und nichts zu sagen haben, gibt es eh genug.

Regisseur Alejandro González Iñárritu wurde in Cannes 2006 völlig zurecht als Best Director ausgezeichnet.

Babel Bild 1
Babel Bild 2
Babel Bild 3
FAZIT:

Ich will über diesen großartigen Film gar nicht viele Worte verlieren. Nur so viel: Effizienter wurden die Möglichkeiten, die modernes Arthouse-Kino heutzutage bietet, selten ausgeschöpft: Hochgradig dramatisch, emotional mitreißend, enorm spannend und virtuos in Szene gesetzt, bildet Babel den würdigen Abschluss von Iñárritus "Trilogie des Schicksals".
Bester Film 2006.

WERTUNG: 9 von 10 Patronenhülsen
Dein Kommentar >>
thomas | 03.03.2008 22:01
phan-tas-tisch
>> antworten
Ralph | 16.07.2007 00:12
Ich kann mich nur anschließen, sowohl Babel als auch der ähnliche Syriana sind die zur Zeit wohl wichtigsten Filme über das Weltgeschehen. Gut, sie haben beide Längen, aber ich kann Menschen nur bemitleiden, die Filme aufgrund von Längen beurteilen, denn dann können sie sich die besten Filme gar nicht ansehen und werden nichts dazulernen. Um wirklich etwas besonderes zu erreichen muss man sich eben ein bisschen anstrengen.... Leute, seht euch Babel an!!!!!
Andreas Berger | 16.07.2007 15:26
ich bezweifle, ralph, dass solche menschen überhaupt dein kommentar zu ende lesen (viel zuviel text!). :-)

drum mach ich's jetzt kurz:
anschauen! urgeil! boaaa!
Ralph | 17.07.2007 09:27
Immerhin hast du es bis zum Ende gelesen, dafür bin ich schon sehr dankbar ;-)
Bernhard | 05.08.2007 00:30
Als Fan des Regisseurs bin ich leider erst jetzt dazu gekommen, Babel anzusehen - der Film ist ein Wahnsinn. Fast so gut wie 21 Gramm, aber der ist wiederum schon fast unerreichbar. 8/10, evtl. 9/10 würde ich vergeben.
Allerdings: Syriana finde ich einfach nur, kurzum, gekünstelt intelligent. Einer der schwächsten Versuche, anspruchsvolles Kino zu machen, überhaupt.
>> antworten
zwerg | 12.03.2007 18:27
Ich hab den Film sehr gut gefunden!!!Aber sehr heftig auch-es löst sich nichts auf-zumindest nicht wie man es zwischendurch schon erhofft
>> antworten
monika | 03.01.2007 17:10
nun, ein definitiv guter und wichtiger film über die sprachlosigkeit auf unterschiedlichen ebenen. dennoch, vom hocker gehaut hat er mich nicht. wohl, weil er, im gegensatz zu den beiden vorgängerfilmen des regisseurs, ungleich weniger elegant inszeniert war. trotz des wirklich erschütternden topic war ich selbst einfach nicht erschüttert.
aber gut war er dennoch, indeed.
harald | 03.01.2007 20:48
hmm, bin ich wirklich der einzige, der hier restlos begeistert ist? seltsam, seltsam
Sandra | 04.01.2007 03:13
Ich glaube, 8 von 10 wäre genug gewesen! :-)
4breeze.com | 06.01.2007 22:58
nein, bist du nicht!
10 von 10
harald | 07.01.2007 07:54
@4breeze: danke :-)
Federico | 08.04.2007 23:05
Stimme den 8 von 10 zu -- großer & großartiger Film keine Frage, aber emotional hat mich z.B. 21 Gramm mehr mitgenommen.
>> antworten
Andreas Berger | 31.12.2006 00:46
na, ich bin gespannt. wollte ihn mir sowieso anschauen, aber nachdem harald schon die lorbeeren gestreut hat, freu ich mich umso mehr drauf.
Andreas Berger | 02.01.2007 00:04
„Wenn die Sprache nicht stimmt, ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist.“
Konfuzius

Gleich vorweg, Haralds Lorbeeren waren durchaus berechtigt, der Film ist von Idee und Machart unglaublich gut. Ich denke jedoch, dass man den Film um einiges mehr seherInnenfreundlich hätte machen können. Viele der Szenen könnten kürzer geschnitten sein oder möglicherweise komplett weggelassen werden. Der Film ist nämlich ohnehin so reichhaltig an „Missverständnissen“, so dass man auf viele der „unwichtigeren“ (so z.B. das Begaffen des Hirten-Mädchens, Discoszene,…) ruhig verzichten hätte können, ohne der Qualität des Films zu schaden. Radikale Stimmen im Internet meinen sogar, komplett ohne den japanischen Handlungsstrang auskommen zu können, mir gingen jedoch dann die vielen guten Szenen zwischen Polizist-Mädchen und Vater ab – wenngleich: ein bisschen weniger kann oft mehr sein.

Schauspielerisch allesamt perfekt, ich hätte mir ein bisschen mehr Gael García Bernal gewünscht.

Fazit: Herausragende Filmidee, die Zeit braucht, um sich zu entwickeln, hervorragend in Szene gesetzt, jedoch nicht ohne „Flows“ hie und da.

7 nicht richtig verstandene Worte von 10 nicht aufmerksamen Zuhörern.
harald | 02.01.2007 10:20
"Radikale Stimmen im Internet" ... du meinst den Kulturbanausen-Mob auf film.at.... brrr
Andreas Berger | 02.01.2007 10:49
a) Nicht alle dort sind Banausen.
b) Und zweitens haben sie manchmal auch ein bisschen Recht :-) (Bei diesem Film kann ich sie durchaus verstehen)
c) Eigentlich hatte ich die Kommentare auf der imdb gemeint
harald | 02.01.2007 12:23
sorry, ich wollte niemanden zu nahe treten - natürlich gibt's auf film.at auch viele intelligente & hilfreiche postings -

aber diese "japan-episode-streichen"-forderungen zählen IMHO nicht dazu - für mich war das der stärktste part des films überhaupt
Andreas Berger | 02.01.2007 14:34
ich mochte den japan part natürlich auch sehr, trotz der längen :-)

jedoch wollte ich auch etwas den eindruck meiner mit-seherInnen wiedergeben und den meisten war der japan teil zu lange.
Federico | 08.04.2007 23:07
Dito. Der Japan Part war der beste!!
>> antworten
Sokrates | 30.12.2006 13:01
Nein, mein Fall ist dieser Film nicht. Ich fand ihn zu fad, zu konstruiert und zu aufgeblasen. Nicht, dass er keine starke
Momente hätte. Vor allem die Geschichte
in Marokko war doch sehr überzeugend.. Und das, obwohl ich es für absolut unplausibel halte, dass nach den Tätern gefahndet wird, und gleichzeitig das verletzte Opfer von niemanden beachtet wird. Aber das war wohl ein bewusster "Gag" des Regisseurs. Doch die beiden anderen Geschichten die mit Muss mit Marokko verknüpft wurden, konnten mich nicht überzeugen. Es gibt einen Film, der ähnliches erzählt, und dies weit eindrucksvoller macht. Er heisst "Code unbekannt" und stammt von Michael Haneke. Ein Film der auch durch seine formale Meisterschaft überzeugt, denn er besteht ausschließlich aus meisterhaften Plansequen
harald | 30.12.2006 14:15
witzig: mir ist auch hanekes 'code unbekannt' in den sinn gekommen - allerdings genau umgekehrt: ich hab hanekes arbeit extrem fad, artifiziell und konstruiert empfunden. babel hingegen ist so lebendig und leidenschaftlich, wie gutes kino sein soll.
>> antworten
Wolfgang | 30.12.2006 12:56
ok überredet, muss ich sehen.
>> antworten


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