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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Battleship

Battleship

SCIENCE-FICTION: USA, 2012
Regie: Peter Berg
Darsteller: Taylor Kitsch, Alexander Skarsgard, Rihanna, Liam Neeson

STORY:

Vom großen Bruder, seines Rangs Captain bei der Navy, wird der Taugenichts Hopper zum Dienst in der Marine verdonnert. Doch auch dort steht ihm alsbald der Rauswurf bevor. Nach einer letzten großen Übung - dem internationalen Flottenmannöver Rimpac auf Hawaii - soll Hopper unehrenhaft entlassen werden. Doch als urplötzlich die feuerstarken Raumschiffe außerirdischer Invasoren aus dem Meer auftauchen, wird aus der Übung Krieg. Und Hopper bekommt mehr als genug Gelegenheit, sich zu rehabilitieren ...

KRITIK:

Ich habe meine Realschulzeit in einer Ära verbracht, als Smartphones noch reinste Utopie und Taschennintendos auch noch nicht weit verbreitet waren. Damals mussten sich mein Nebenmann Müller und ich in allzu langweiligen Schulstunden Zerstreuung auf anderen Wegen suchen als der süßen Klassenprinzessin schmutzige Nachrichten auf Whatsapp zu schreiben. So kam es dann und wann schon mal vor, dass wir eine Seeschlacht mittels Papier und Bleistift simuliert und somit das altertümliche, aber wohlbekannte "Schiffe versenken" gespielt haben.

Spielwarengigant Hasbro hat im Jahr des vermeintlichen Weltuntergangs 2012 mal eben 206 Millionen Dollar in die Hand genommen, Taylor (SAVAGES) Kitsch, Sängerin Rihanna, Liam Neeson und den ältesten Sohn von Stellan Skarsgard in Marineuniformen gesteckt und den guten, alten Mathematikstundenzeitvertreib fürs Kino verfilmt. Am Ende standen bei den Einspielergebnissen zwar schwarze Zahlen, aber auch sieben Nominierungen für die verpönte Goldene Himbeere. Eine davon sackte dann doch tatsächlich Rihanna für ihr Kinodebüt ein. Sie wurde als "Schlechteste Nebendarstellerin" ausgezeichnet. Ui ui. Dabei macht sie in Uniform eine so sexy Figur...

Aber gut. Das Drehbuch von Jon und Erich Hoeber hat wirklich kaum mehr an Storyline und Tiefe zu bieten als eine herkömmliche Runde Schiffe versenken. Ich würde sogar so weit gehen, dass es Müller und mir in unseren Partien gelungen ist, den einen oder anderen Twist mehr ins maritime Scharmützel einzubauen. Und selbstredend haben wir beim Spielen nicht ständig nebenbei auf die Stars & Stripes und die Navy onaniert, was der Film andauernd tut.

Ich könnte wetten, dass nicht wenigen Zuschauern spätestens am Ende des Films, wenn die greisen Kriegsveteranen mit ihrem veralteten, noch aus dem Koreakrieg übriggebliebenen Schlachtschiff graubärtig und einem lässig-genuschelten "Let's kick some ass!" auf den dritten Zähnen zum letzten Gefecht in See stechen, endgültig der Kaffee hochkommt. Ungehemmten red, white and blue eingefärbten Militarismus muss man schon ignorieren können, wenn man auf Hasbros BATTLESHIP nicht seekrank vor überbordenden Patriotismus werden möchte.

Andererseits gibt der Film von VERY BAD THINGS / LONE SURVIVOR-Regisseur Peter Berg in seiner unbeschwerten Tumbheit wenig Anlass, ihn übermäßig ernstzunehmen. So fiel es zumindest mir relativ leicht, mich ganz auf seine Vorzüge zu konzentrieren. Das sind zweifelsohne die zwar stets logikbefreiten, aber tricktechnisch eindrucksvollen wie bombastischen Materialschlachten, die in schönster TRANSFORMERS-Manier im Heimkino detonieren. Langeweile kommt nicht auf; bei den Zerstörungsorgien, die Außerirdische und Navy sich zwei Stunden lang zu Klängen von AC/DC, den Dropkick Murphys und Creedence Clearwater Revival hin und her spendieren.

Auch wenn es dann und wann auch mal auf Land und Pearl Habour scheppert; die meiste Zeit spielt sich der Krieg der irdischen und außerirdischen Battleships im Pazifik vor den Kulissen des traumhaft schönen Hawaiis statt. Tiefgang gibt es keinen; dafür umsomehr spektakuläre Explosionen, cool aussehende interstellare Kriegsmaschinen, intelligente Bomben und eine ganze Flotte versenkter Schiffe.

Ich weiß, in dunklen Zeiten wie diesen sollte man sich vielleicht wieder mehr dem Antikriegsfilm als solch anspruchsloser Invasions-Science Fiction mit Dauer-Action wie sie BATTLESHIP letztendlich hirnlos, aber zirkusreif bietet, zuwenden. Doch wenn einem der Sinn nach einer Partie Schiffe versenken im Heimkino steht, macht man mit BATTLESHIP garantiert nichts falsch.

Battleship Bild 1
Battleship Bild 2
Battleship Bild 3
Battleship Bild 4
Battleship Bild 5
Battleship Bild 6
Battleship Bild 7
FAZIT:

US Navy versus außerirdische Invasoren, die vom Pazifik aus Mutter Erde einnehmen möchten...- Hasbro verfilmt das herkömmliche Schiffe versenken in einer 208 Millionen Dollar teuren Materialschlacht, onaniert nebenbei ständig auf Kriegsmarine und Vaterland ohne dabei mehr Tiefgang zu bieten als mein Arsch, wenn er in der Badewanne sitzt. Folgerichtig ist den meisten Kritikern auch der Kaffee hochgekommen -ob dem plakativen patriotischen Militarismus und/oder Rihannas Schauspielkunst. Doch wenn man den Film als das betrachtet, was er letztendlich ist - nämlich eine aufwändig getrickste, infernale Partie Schiffe versenken inklusive spektakulärer Spezialeffekte - dann wird man auf tumbe Weise bestens unterhalten. BATTLESHIP ist eine 131 minütige Zerstörungsorgie in schönster TRANSFORMERS-Manier. Nicht mehr, aber auch nicht viel weniger. Einen halben Extrapunkt gibt es für den von Fogertys zeitlos coolen "Fortunate son" angeführten rockigen Soundtrack.

WERTUNG: 6 von 10 patriotische Partien Schiffe versenken
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Johannes | 18.09.2014 12:56
Hach ja, Schiffe versenken. Der macht echt Spaß - Hirn aus, Film rein. Und ich muss sagen, dass mich hier auch der übertriebene Patriotismus nicht wirklich gestört hat. Dafür knallt's einfach zu schön. Mit dem Film hab ich meine Sorroundanlage und vor allem den Subwoover mal so richtig getrieben... :D
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