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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Biutiful

Biutiful

DRAMA: MEX/E, 2010
Regie: Alejandro González Iñárritu
Darsteller: Javier Bardem, Maricel Álvarez, Eduard Fernández

STORY:

Biutiful handelt von Uxbal (Javier Bardem), einem Kriminellen, der mit seinen zwei Kindern in Barcelona lebt. Erzählt wird von seinem Verhältnis zu seiner Exfrau Marambra (Maricel Álvarez) und seinen Kindern, seiner Zusammenarbeit mit den Straßenhändlern aus Senegal und der Polizei, wie auch von den Deals mit den chinesischen "Sklaven"-händlern. Er steht also mitten im Leben und fühlt sich zudem noch für eine Vielzahl von Menschen verantwortlich, da will ihm sein bevorstehender Krebstod natürlich gar nicht gefallen.

KRITIK:

Der Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu ("Amores Perros", "21 Gramm", "Babel") hat sich bereits einen Namen gemacht mit seinen komplexen und vor allem tragischen Dramen. Auch Biutiful ist so ein komplexes und tragisches Drama, trotzdem hebt dieser Film sich von Inarritus früheren Werken deutlich ab. So gibt es in Biutiful nicht mehr unzählige Protagonisten sondern nur noch einen "mächtigen Javier Bardem", wie es auf der DVD von Prokino geschrieben steht.

Beinahe wie in Darren Aronofskys "The Wrestler" verlässt die Kamera nur selten die Seite des müden Uxbal. Wenn sie einmal von ihm loslässt, dann sieht man Barcelona: die Ramblas in hektischen Bildern, ein Panorama der Dächer der Stadt mit dem Torre Agbar und der von Kränen umringten Sagrada Familia, aber vor allem die versifften Gassen, rauchenden Fabriksschlöte und heruntergekommene Wohnungen der Touristenattraktion Barcelona werden gezeigt.

In einer dieser Wohnungen lebt Uxbal mit seinen Kindern. Sie ist klein, voller Risse und Schimmel und trotzdem ist er den ganzen Tag bei der Arbeit um das seiner Familie das Überleben finanzieren zu können. Wobei er mehrere Arbeiten hat, zum einen vermittelt er zwischen den chinesischen Fälschungsmaschinerien und den senegalesischen Straßenhändlern, hilft einem Bauherren zu chinesischen Billigstarbeitern zu kommen, pflegt Kontakte zur Polizei um die Straßenhändler zu schützen und spricht gegen Bezahlung mit Verstorbenen.

Im Laufe des Filmes stellt sich heraus, dass dieses Sprechen mit Toten keine Betrügermasche ist, sondern der Wahrheit entspricht. Auch dieses mystische Element ist neu für Inarritu und wirkt aufgrund der ansonsten so realitätsnahen Inszenierung Biutifuls leicht deplaziert.

Trotzdem bleibt die Handlung und vor allem Uxbal immer glaubwürdig. Doch nicht nur Javier Bardem zeigt hier eine schauspielerische Höchstleistung, auch Maricel Alvarez schafft es gekonnt der bipolar-gestörten Marambra mit markanter Nase Leben einzuhauchen und ebenso Hanaa Bouchaib und Guillermo Estrella, welche die Kinder Uxbals und Marambras spielen, überzeugen in ihren Rollen.

Leider muss man aber sagen, dass die potente Interpretation Uxbals vieles verdrängt, so können einige Charaktere ihr Potenzial nicht vollkommen ausnutzen (die Auswirkungen von Marambras bipolarer Störung bekommt man meist nur erzählt) oder mögliche Nebenhandlungen, wie die homosexuelle Affäre der beiden chinesischen Menschenhändler oder das Verhältnis zwischen Uxbals Bruder Tito (Eduard Fernandez) und Maremba, bleiben angedeutet.

Aber auch so ist Biutiful ein sehr intensiver und auch niederschmetternder Film, manche Abschnitte, wie die toten Chinesen im Lager, werden einem lange im Gedächtnis bleiben.

Biutiful Bild 1
Biutiful Bild 2
Biutiful Bild 3
Biutiful Bild 4
Biutiful Bild 5
FAZIT:

Alles in allem ist Biutiful ein wunderschönes, tragisches Drama das in ästhetischen, aber trotzdem dreckigen Bildern festgehalten wurde und vor allem durch seine lebendigen Figuren in Erinnerung bleibt.

WERTUNG: 8 von 10 toten Eulen
TEXT © Dorian Pirpamer
Dein Kommentar >>
Djan | 25.09.2011 13:50
schöne rezi zu einem hammer film...javier bardem ist einer der besten seines fachs, das beweist er hier mal wieder...9/10 defekten gasheizungen
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