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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Blackout Journey

Blackout Journey

DRAMA, ROADMOVIE: D, 2005
Regie: Siegfried Kamml
Darsteller: Arno Frisch, Marek Harloff, Mavie Hörbiger

STORY:

Zwei Brüder verlieren ihre Eltern bei einem palästinensischen Terroranschlag auf den Wiener Flughafen. Die schwer traumatisierten Kinder werden getrennt aufgezogen, der eine in Berlin, der andere auf einem Bergbauernhof in Kärnten. 18 Jahre später treffen die beiden ungleichen Brüder wieder aufeinander, mit fatalem Ausgang ...

KRITIK:

Blackout Journey Ambitioniert ist der Film zweifellos. Aber ist er auch gut? Leider nicht uneingeschränkt.

Wir haben es mit einem Roadmovie zu tun. Genauer gesagt, einem deutsch-österreichischen Roadmovie. Leider tappt der Film anfangs in so ziemlich jede Klischeefalle, die das Genre bereithält: Was gehört zur Standard-Ausstattung von Filmen dieser Art? Richtig, das Oldtimer-Cabrio, hier in Gestalt eines goldenen Citroen DS.

Fetter Sound kann auch nicht schaden, also verdingt sich einer der Protagonisten als angehender Rockstar. Und dann die endlosen Autofahrten entlang des Highway to Hell beziehungsweise der Road to Nowhere. In diesem Fall über unübersichtliche Kärntner Gebirgsstraßen ...

Zugegeben, in einem heimischen Film mutet das doch ein wenig peinlich an. Dennoch finde ich den gehässigen Totalverriss im Kurier einfach nur daneben. Der Rezensent muss wohl mit verbundenen Augen im Kino gesessen sein. Denn die handwerklich perfekte Inszenierung und die wirklich bemerkenswerte Kameraarbeit sind ihm offensichtlich entgangen.

Blackout Journey Die Kamera streift die vermeintliche Postkarten-Idylle der Kärntner Bergdörfer und gibt den Blick frei auf die Abgründe dahinter.

Trotz einiger Schwächen im Skript nimmt der Film eine bemerkenswert kompromisslose Wendung. Er steuert auf ein dramatisches Ende zu, den ich in dieser Form nicht wirklich erwartet hätte.

Blackout Journey Interessant auch, dass diese deutsch-österreichische Co-Produktion ihre Premiere beim internationalen Filmfestival in Kairo erlebte. Dort wurde der Film freundlich aufgenommen, nicht zuletzt, weil er sich mit den psychischen Folgen eines Terroranschlags auseinandersetzt. So was kommt nicht alle Tage vor, im österreichischen Kino.

FAZIT:

Unterm Strich doch ein interessanter, nicht alltäglicher und sehenswerter Film. Ambitionierte Thematik, starke Bilder und gelungener Soundtrack (Pulsinger & Tunakan) entschädigen für einige Klischees und Drehbuch-Schwächen.

WERTUNG: 5/10
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