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Cabin Fever - The New Outbreak

Cabin Fever - The New Outbreak

OT: Cabin Fever
HORROR: USA, 2016
Regie: Travis Zariwny
Darsteller: Gage Golightly, Matthew Daddario, Nadine Crocker, Dustin Ingram, Samuel Davis

STORY:

Eine Gruppe Mittzwanziger fährt in die Pampa um gemeinsam ein paar Tage in einer einsamen Hütte zu verbringen. Kurz nachdem sie von einem schwer entstellten Mann um Hilfe gebeten werden, den sie in bester "wütende Dorfbewohner"-Manier verjagen, wird eine von ihnen krank. Irgendetwas scheint sie aufzufressen und als auch die anderen Symptome zeigen, steigt Panik in ihnen auf. Alsbald ist sich jeder selbst der nächste.

KRITIK:

Vor ziemlich genau 10 Jahren war die Besprechung zu Eli Roths Survival-Horror CABIN FEVER der erste Text den ich für FILMTIPPS.at geschrieben hatte. Der Film selbst ist von 2002 und damit inzwischen sogar 14 Jahre alt. Ob ein 14 Jahre alter Film wirklich ein Remake braucht, das noch dazu auf demselben Drehbuch basiert, und damit ja nicht viel Neues bieten kann, außer vielleicht Smartphones anstatt Klapphandys, die dann in der Pampa nicht funktionieren. Das sei mal dahingestellt. Ich meine Nein, Eli Roths Geldbeutet meint Ja. Es sei ihm gegönnt.

Und da es heutzutage Teenies gibt, für die ein zehn Jahre alter Film schon uralt ist, muss man diese Zielgruppe eben mit Neugedrehtem abholen. Es gibt schlimmeres, zumal CABIN FEVER - THE NEW OUTBREAK gar nicht mal schlecht inszeniert worden ist. Zunächst mag man daran zweifeln, schließlich ist als Regisseur jemand verpflichtet worden, der sich offensichtlich seines Nachnamens schämt und daher nur als Travis Z in den Credits gelistet wird.

Dabei muss er sich nicht mal verstecken, denn um ehrlich zu sein ist CABIN FEVER eine durchaus solide Angelegenheit geworden. Auf dem hart umkämpften DTV-Markt kann er zumindest mit einer netten Optik punkten - und damit meine ich nicht nur Gage Golightly oder Nadine Crocker – letztere macht sich übrigens komplett nackig –, sondern auch die Ausstattung und die Effekte, die zum Gutteil handgemacht sind.

Inhaltlich sind mir dieses Mal noch mehr als beim Original die Schwächen des Drehbuchs aufgefallen beziehungsweise sauer aufgestoßen. So sind die Figuren und ihre Handlungen voller Klischees und einige eher schwer zu begründende Entscheidungen trüben das Vergnügen ein wenig. Hier muss man den Machern das Versäumnis ankreiden, verpasst zu haben solche Sachen zu korrigieren, aber da – wie bereits geschrieben – dasselbe Drehbuch verfilmt wurde, lässt sich das gar nicht vermeiden.

Alles in allem macht CABIN FEVER - THE NEW OUTBREAK nicht so viel Spaß wie Roths Original von 2002. Das liegt vor allem an der DV-Optik, dem kalten Farbfilter und der Tatsache, dass DTV-Horrorfilme momentan irgendwie alle bedeutungsschwerer aussehen müssen als sie sind. Trotzdem lässt sich dem Remake des Bakterienreißers ein gewisser Unterhaltungswert nicht absprechen.

CABIN FEVER - THE NEW OUTBREAK mag so sinnvoll sein wie vegane Currywurst – nämlich gar nicht. Nach demselben Drehbuch wie das Original verfilmt, bietet das Remake inhaltlich nichts Neues. Lediglich in der Ausstattung machen sich Smartphones statt Klapphandys bemerkbar und in einer, unnützen, Nachklangszene gibt es ein Tablet zu sehen. Wow.

Trotzdem ist das neue CABIN FEVER ganz nett anzusehen und ist nicht so schlecht, wie vielerorts behauptet wird – andererseits wird ja schon dem Original nachgesagt ein Rohrkrepierer zu sein. Ich schieb‘s mal auf allseits beliebtes Eli Roth-Bashing. Wer das Original gesehen hat, braucht sich das Remake nicht unbedingt anschauen, verliert aber auch nichts, wenn er es tut – außer vielleicht 50 Cent Verleihgebühr. Wer das Original noch nicht kennt und keinen Bock hat einen 14 Jahre alten Film zu sehen, dem ist hiermit doch wunderbar geholfen.

Cabin Fever - The New Outbreak Bild 1
Cabin Fever - The New Outbreak Bild 2
Cabin Fever - The New Outbreak Bild 3
Cabin Fever - The New Outbreak Bild 4
FAZIT:

Das CABIN FEVER Remake ist gewiss kein Weitwurf des Horrorkinos, aber auch kein elender Rohrkrepier. Im DTV-Horror-Bereich dürfte er sich sogar im vorderen Mittelfeld bewegen, immerhin ist er kompetent und routiniert inszeniert, hat einige nette Effekte zu bieten und tut letztendlich keinem weh – das übernehmen die fleischfressenden Bakterien.

WERTUNG: 6 von 10 klischeehaften "Die Waffe ist nicht entsichert"-Momenten.
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