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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Cat Run

Cat Run

ACTION: USA, 2011
Regie: John Stockwell
Darsteller: Paz Vega, Janet McTeer, Alphonso McAuley, Scott Mechlowicz, Tony Curran, Karel Roden, D. L. Hughley

STORY:

Die Edelprostituierte Catalina, genannt Cat, wird nebst Kolleginnen zu einem Empfang/einer Orgie für einen amerikanischen Senator eingeladen, veranstaltet von einem herzogewinischen Geschäftsmann/Waffenhändler. Dort wird sie Zeugin des Mordes an einer Freundin durch den US-Senator. Der Gastgeber beschließt, alle anwesenden Prostituierten hinrichten zu lassen, doch Cat kann als einzige flüchten, noch dazu mit einer Festplatte über heikle Raketenpläne zwischen dem Senator und dem Geschäftsmann. Sicherheitschef Carver, selbst erfahrener Profi-Killer, setzt daraufhin die Killerin Helen Bingham, Meisterin sowohl der Folter als auch des Tötens, auf Cat an, um wieder an die Festplatte zu kommen und die letzte unliebsame Zeugin loszuwerden. Anderswo entschließen die beiden Jugendfreunde Anthony und Julian, sich als Privatdetektive selbständig zu machen. Durch ein zufälliges Aufeinandertreffen mit Cat stolpern sie in ihren ersten Fall und finden sich bald in einer blutigen Jagd kreuz und quer durch Europa wieder.

KRITIK:

John Stockwell, Regisseur des nicht ganz unumstrittenen TURISTAS, versucht sich hier überambitioniert an einem Film in Tradition von SMOKIN' ACES. Die engen Gassen Kroatiens, Montenegros oder Andorras werden zum Auftrittsort ziemlich kaputter und freakiger Typen beiderlei Geschlechts und zum Schauplatz durchaus blutspritzender Ereignisse.

Leider braucht es circa die Hälfte des Filmes, bis Stockwell die richtige Linie findet. Anfangs irrlichtert er Comic-Relief-artig zwischen den verschiedenen Charakteren, Schauplätzen und Storylines herum, will komödiantisch sein und gleichzeitig TURISTAS-Fans nicht abschrecken, weshalb er auf explizite Folterszenen nicht verzichtet. Vielleicht hatte er ja eine Art SIN CITY im Sinn, doch diese Vorlage kann er nicht annähernd erreichen. Bedauerlicherweise, aber das mag am unentschlossenen Erzählstil liegen, kriegen die Charaktere kaum bis gar kein Profil. Egal ob es sich um die Titelfigur Cat, dargestellt von Paz Vega, oder die zwei Möchtegerndetektive Julian und Anthony (Alphonso McAuley, Scott Mechlowicz) handelt.

Doch dann, ganz plötzlich und unerwartet, bekommt Stockwell seinen Film in den Griff. Schuld daran ist wohl die hervorragende Darstellung von Janet McTeer, welche die extrem furchterregende Killerin Helen Bingham spielt, die eine blutige Spur durch Europa zieht, an ihren eigentlich unfähigen Auftragszielen scheitert und letztendlich sogar mit diesen äußerst erfolgreich paktiert. Sie, beziehungsweise ihre Stuntfrau fechtet die Kämpfe, die Action-Fans lieben und kann vor allem auch wirklich schauspielerisch überzeugen, wobei sie es gar schafft, wie eine Mischung aus Helen Mirren in R.E.D. und Jamie Lee Curtis in TRUE LIES zu wirken und trotzdem eine eigene Note zu haben. Macht wohl Sinn, dass die Engländerin McTeer hauptsächlich in BBC-Literaturverfilmungen auftritt.

Der sonstige Cast ist vernachlässigbar, obwohl auch sie im Finish Profil bekommen. Wirklich originell (und damit ist sich Stockwell des Neides von Tarantino oder Rodriguez garantiert sicher) ist der Zweikampf zwischen der Killerin Bingham und dem Telefonisten der Detektive, Dexter (D.L. Hughley), der außer einem Arm über keine Extremitäten (O.K. Kopf hat er auch) verfügt. Erinnerung an den faszinierenden Wurmmenschen aus FREAKS werden wach, doch alles nur gefälscht, zumindest laut den Bildern auf der IMBD.

Cat Run Bild 1
Cat Run Bild 2
Cat Run Bild 3
Cat Run Bild 4
FAZIT:

Ein bisschen Comic, ein bisschen Torture-Horror, doch gutteils ein flotter Action-Thriller mit ein paar wirklich gelungenen Szenen. Frau McTeer sollte den Ehren-Oscar für den besten Movie-Killer bekommen, mit Paz Vega geht man sicherlich gern auf einen Kaffee (und/oder mehr), Herr Mechlowicz hat eine heiße Stimme und für Blut ist reichlich gesorgt. Also ... und ... Action!

WERTUNG: 6 von 10 letzten stillen Momenten
TEXT © Erich H.
Dein Kommentar >>
Marcel | 09.01.2012 13:51
Mit der Einschätzung gehe ich konform. Dabei fand ich den vor einem halben Jahr auf dem FFF noch richtig gut, allerdings ist der unglaublich schnell verblasst. Als die DVD angekündigt war, hat er mich nicht mehr gereizt. Woran liegt's? Vielleicht daran, dass er wirklich nicht weiß, wohin er will. Aber die geheimen Santa-Clause-Projektionen im Hinterzimmer finde ich nach wie vor eine Erwähnung wert.
Erich H. | 09.01.2012 16:01
Was du ja gerade gemacht hast:)
ghostdog | 26.03.2012 07:19
Also ich finde den Film einfach geil. Eine gelungene Mixture aus Comedy, Torture, Thriller und Action. Janet McTeer als Killerin ist ein wirklich gelungener Charakter, der den Film kultverdächtig macht. 8 von 10 Punkten
Erich H. | 28.03.2012 16:40
Ja, da hast du sicher recht. Wenn es rein um Janet McTeer gehen würde, könnte man die 8/10 stehen lassen.
Bedauerlicherweise geht es aber nicht nur um sie. ;)
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