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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Code 46

Code 46

ÜBERWACHUNGSENDZEIT: UK, 2003
Regie: Michael Winterbottom
Darsteller: Tim Robbins, Samantha Morton, Jeanne Balibar, Togo Igawa

STORY:

Die Menschheit ist geteilt. Ein Teil der Menschheit lebt innerhalb geschützter Städte, der unterprivilegierte Teil außerhalb davon. Um in die Städte einreisen zu können benötigt man ein Papeles, was wohl am ehesten einem Visum gleichkommt. Trotz Überwachung gelingt es Maria, (Samantha Morton) Menschen mit Hilfe von falschen Papeles in die Städte einzuschleusen. Detektiv William Geld (Tim Robbins) bekommt den Auftrag das Leck im System zu finden. Mit Hilfe eines Empathie-Virus findet er schnell heraus das Maria dahinter steckt. Er verliebt sich in sie, doch diese Liebe verstößt gegen ein Gesetz, dem Code 46.

KRITIK:

Code 46 steht wohl eher nicht für die 46 Chromosome des Menschen sondern eher für 89 min Langeweile. Die Grundidee erinnert stark an Gattaca, die genetisch kontrollierte Reproduktion von Menschen. Michael Winterbottom erzählt mit Code 46 eine Zukunftsvision, in der er nicht die futuristische Technik visualisiert, sondern lässt Eindrücke in Form von Bildern und anderen stilistischen Mitteln wirken, um Endzeitstimmung zu erzeugen.

Ein Beispiel dafür sind die ruhigen sterilen Bilder innerhalb der geschützten Städte die Monotonie und Einsamkeit erahnen lassen, kontrastiert durch das dreckige Leben und emsige Treiben außerhalb der Städte. Freude am Leben scheint es jedoch auf beiden Seiten nicht mehr zu geben, wodurch eine sehr kühle Atmosphäre entsteht.

Die Kulissen stammen von Orginalschauplätzen (Dubai und Shanghai) und rücken die Zukunftsvision in eine Zeit die für uns noch erlebbar erscheint. Auf sonst übliche fururistische Architektur wird komplett verzichtet. Die melancholische Stimmung wird durch die Off-Stimme verstärkt die dem Zuschauer die Geschichte erzählt.

Die Präsenz der Überwachung wird kurz gezeigt, steht aber nicht im Vordergrund wie bei andern Filmen dieser Art, doch dass sie vorhanden ist wird am Ende des Filmes klar. Dennoch, während des kompletten Filmes bleibt die Spannung, die Protagonisten könnten bei ihrem Treiben erwischt werden, aus.

Hin und wieder man von kleinen Einfällen und Ideen überrascht, wie ein Virus der offensichtlich keine Krankheiten überträgt, sondern für andere Zwecke einsetzbar ist, oder eine Mischsprache die sich wohl aus mehreren europäischen und asiatischen Sprachen entwickelt hat. Klar gabs schon alles aber trotzdem nett.

Die Tontechnik und Musik sind gut gemeint, passen aber teilweise nicht zum Film, wenige Male endet die Musikuntermalung ganz abrupt und unerwart ...

Als reiner dystopischer Film, kann der Film als misslungen betrachtet werden, und sollte dann wohl eher mit "K" geschrieben werden. Künstlerisch und gesellschaftskritisch ein absolutes Bonbon.

Code 46 Bild 1
Code 46 Bild 2
Code 46 Bild 3
Code 46 Bild 4
Code 46 Bild 5
FAZIT:

Der Film dient weniger der Unterhaltung sondern soll vielmehr zum Nachdenken anregen. Interessantes Thema langweilig verpackt, aber künsterlisch wertvoll.

WERTUNG: 7 von 10 Papeles
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