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Creed - Rocky's Legacy

Creed - Rocky's Legacy

OT: Creed
DRAMA: USA, 2015
Regie: Ryan Coogler
Darsteller: Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Phylicia Rashad

STORY:

Der kleine Adonis Johnson hat einen Hang dazu, sich mit anderen Jungs zu keilen. Eines Tages wird er von der wohlhabenden Witwe (Phylicia Rashad) des legendären Boxers Apollo Creed zu sich genommen und erfährt, dass das Kämpfen in seinen Genen liegt, denn durch seine Adern fließt Creed-Blut, ist er doch Apollos leiblicher Sohn, das Ergebnis einer heimlichen Affäre. Als er als Erwachsener (Michael B. Jordan) erkennen muss, dass ihn die Leidenschaft zum Boxen einfach nicht los lässt, packt er seine sieben Sachen, um in Philadelphia als Profi-Boxer durchzustarten. Sein Wunschtrainer: natürlich Apollos liebster Gegner und bester Freund Rocky Balboa (Sylvester Stallone).

KRITIK:

Kino und ich, das ist eine fast lebenslange Liebesgeschichte. Aber zuletzt hatten wir eine ziemliche Krise. Zwar pilgere ich nach wie vor unbeirrt ein bis mehrmals wöchentlich dort hin, bin aber seit Monaten kein einziges Mal mit diesem High raus gegangen, das Kino für mich immer so magisch gemacht hat. Was einzelne Folgen meiner Lieblingsserien nach wie vor schaffen, nämlich mich geplättet, völlig erschöpft und gleichzeitig überglücklich zurück zu lassen, das hat eine gefühlte Ewigkeit kein einziger Kinofilm mehr geschafft. Filme fand ich zuletzt im besten Fall OK bis gut, zu oft aber geradezu ärgerlich (I am looking at you, "Spectre"!) und im schlimmsten Fall (und das ist mir bisher nie passiert) bin ich sogar weggenickt (Again, I am looking at you, "Spectre"!). Aber Glücksgefühle? Fehlanzeige! Ein bisschen hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben, dachte, ich sei endgültig verloren an meine Serien-Sucht. Und dann kommt plötzlich aus einer völlig unerwarteten Ecke ein Film, der mir die Hoffnung wieder zurück gibt.

Gut, nicht völlig unerwartet. Denn ich gestehe: Ich liebe Box-Filme. Und die "Rocky"-Serie im Speziellen. Jedenfalls die Teile I - III. Und durch meine 80er-Jahre Nostalgie-Brille kann ich sogar der ziemlich trashigen Kalter Krieg Schmonzette "Rocky IV" was abgewinnen. Teil V war dann tatsächlich vergessenswert. Aber "Rocky Balboa" hatte dann wieder was. Und jetzt also, zehn Jahre später, tritt "Creed" an, Rocky einer neuen Generation näher zu bringen. Und landet einen Volltreffer.

Denn Regisseur und Drehbuchautor Ryan Coogler (dessen "Fruitvale Station" ich immer noch auf meiner Must-See-Liste habe) macht alles richtig bei diesem "Rocky"-Sequel oder Spin-off - wie auch immer man das sehen will. Er stellt neue, mehrdimensionale Charaktere allbekannten gegenüber und variiert das grundsätzlich bekannte Thema sämtlicher Filme übers Boxen so weit, dass man (anders als zuletzt beim leider enttäuschenden "Southpaw") nicht das Gefühl hat, eine gar nicht mal so neue Version der immer gleichen Geschichte zu sehen.

So hält sich hier etwa das übliche, zigmal durchgekaute Drama von Aufstieg, Fall und neuerlichem Aufstieg wohltuend zurück. Langweilig ist die Story, die "Creed" erzählt, deshalb freilich noch lange nicht, was ebenso dem Drehbuch wie den hervorragenden Schauspielern (allen voran ein wirklich berührender Sylvester Stallone, dessen Golden Globe als bester Nebendarsteller absolut in Ordnung geht) geschuldet ist. Die Charaktere sind nachvollziehbar, man mag sie, man fiebert mit ihnen mit, freut sich mit ihnen. Eine Zeit lang fürchtet man - denn man kennt es allzu gut von den Genre-Geschwistern - hinter jede Ecke eine Intrige, einen schlimmen Twist oder ärgerliche Missverständnisse. Aber bald lehnt man sich zurück, denn man hat verstanden: "Creed" ist besser, "Creed" braucht das nicht. "Creed" erzählt schlicht die gemeinsame Geschichte eines ehrgeizigen jungen Mannes, der für sein Leben andere Pläne hat als seine Ziehmutter sich das wünschen würde sowie einer Boxerlegende, die im Herbst ihres Lebens nochmal den Kampfgeist für sich entdeckt.

Sogar die viel zu oft in derartigen Filmen völlig unnötige und unmotiviert eingebaute Liebesgeschichte passt in dem Fall, ist schlüssig, überrascht durch das Fehlen öder überspitzer Dramen, vor allem aber erfreut die charismatische Tessa Thompson als Musikerin Bianca mit ihren FKA Twigs-esken Performances. Apropos: Daumen hoch ganz generell für den Soundtrack, bei dem so liebevoll wie gekonnt der legendäre Bill Conti "Rocky"-Score mit Hip Hop verwoben wird. Dank dessen kriegt man als alter "Rocky"-Fan schon dann und wann mal glasige Augen, zumindest jedenfalls eine wohlige Gänsehaut.

Am gar nicht mal sooo vorhersehbaren Ende gibt's freilich nochmal eine sentimentale Dosis Nostalgie, aber selbst hier schafft es der Film, den Verlockungen des Kitsches stand zu halten, dafür umso warmherziger zu sein.

Creed - Rocky's Legacy Bild 1
Creed - Rocky's Legacy Bild 2
Creed - Rocky's Legacy Bild 3
Creed - Rocky's Legacy Bild 4
Creed - Rocky's Legacy Bild 5
FAZIT:

Auch wenn "Creed" natürlich ein typischer Genrefilm ist, so traut er sich dennoch immer wieder Schema F zu verlassen, dabei unaufgeregt und souverän neue Wege zu beschreiten und gleichzeitig dennoch (nicht nur, aber auch durch zahlreicher Referenzen) dem Geist der "Rocky"-Serie treu zu bleiben. So unspektakulär kann gutes Kino gehen.

WERTUNG: 8 von 10 Stufen zum Philadelphia Museum of Art
Dein Kommentar >>
Tuvok | 19.03.2017 00:18
130 Minuten gedauert, 35 Millionen US $ gekostet, 150 Millionen US $ weltweit eingespielt, he was ist los? Da geht es um Rocky, den berühmtesten Film Boxer aller Zeiten. Das verstehe ich nicht. Als ich mir den Film angeguckt habe, wusste ich wieso, es ist kein Film der viel Kohle machen will, sondern einer der leise eine Geschichte erzählt über einen Menschen nach seinem Ruhm über einen Menschen der früher alles hatte und jetzt nichts, dann kommen so leise Szenen wo er bei ADRIAN am Grab sitzt und dann mit PAULI redet dem er eine Flasche Schnaps bringt, in der Wohnung von ihr wohnt wo auch der Bruder PAULI geschlafen hat der seine Schwester ADRIAN immer wie eine Glucke bewacht hat, ja sie haben geheiratet. Was ist passiert? Rocky ist alleine, er hat ein Gasthaus er lebt in Ruhe. Und man merkt ihm die Ruhe an. Stallone wie immer gewohnt, wie immer nett wie immer ein komischer Hunde Dackel Blick. Es ist übrigens der 1. Lang Film von Regisseur Ryan Kyle Coogler.

Um was geht es:

Im Jahr 1998: Adonis ?Donnie? Johnson, der Sohn einer außerehelichen Geliebten des verstorbenen und ehemaligen Schwergewichts-Champions Apollo Creed, sitzt in einer Jugendeinrichtung in Los Angeles. Creeds Witwe, Mary Anne, besucht Donnie und bietet ihm an, ihn aufzunehmen und zu adoptieren. Siebzehn Jahre später arbeitet Donnie bei einem Wertpapierunternehmen, jedoch gibt er diesen Job auf, um seinen Traum, ein Profi-Boxer zu werden, verfolgen zu können. Mary Anne stemmt sich dem vehement entgegen, denn sie erinnert sich daran, wie ihr Mann 30 Jahre zuvor im Kampf gegen Ivan Drago von diesem getötet wurde. Donnie versucht dennoch, einen Platz in der Los Angeles ?Elite Delphi Boxing Academy? zu erhalten, wird aber abgelehnt. Unerschrocken reist er nun mit der Hoffnung nach Philadelphia, in Kontakt mit Rocky Balboa kommen zu können, dem alten Freund und Rivalen seines Vaters.
Donnie spürt Rocky im italienischen Restaurant ?Adrian's? auf, das dessen verstorbene Frau eröffnet hatte, und fragt ihn, ob dieser sein Trainer werden könne. Rocky jedoch möchte nur ungern wieder mit dem Boxen in Berührung kommen, nachdem er bereits ein einmaliges Comeback gefeiert und während seiner Karriere als Kämpfer ein Hirntrauma erlitten hatte. Er ist schließlich einverstanden und trainiert Donnie fortan mit einigen langjährigen Freunden von Rocky im ?Front Street Gym? in Philadelphia, um ihn für das professionelle Boxen vorzubereiten. Donnie lernt während dieser Zeit auch die aufstrebende Sängerin Bianca kennen und lieben.
Donnie, der nun unter dem Namen ?Hollywood Donnie? kämpft, wird bald bekannter, und es spricht sich herum, dass er Apollo Creeds unehelicher Sohn ist. Rocky bekommt derweil einen Anruf von Welt-Schwergewichts-Champion ?Pretty? Ricky Conlan, der wegen einer drohenden Haftstrafe in den Ruhestand gezwungen wird. Er bietet Rocky an, Donnie zu seinem letzten Herausforderer zu machen, vorausgesetzt, dass dieser seinen Namen in Adonis ?Hollywood Donnie? Creed ändert. Donnie weigert sich zunächst, denn er wollte aus eigener Kraft Erfolg haben. Doch er ist schließlich bereit dazu, unter dem Namen seines Vaters zu kämpfen.
Später erfährt Rocky, dass er an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt ist. Er ist jedoch nicht bereit, sich einer Chemotherapie zu unterziehen, weil er sich daran erinnert, dass diese nicht geholfen hat, Adrian zu retten, als sie an Eierstockkrebs erkrankt war. Durch seine Diagnose und die Tatsache, dass sein bester Freund und Schwager Paulie, Adrians Bruder, nun neben Adrian begraben liegt, und die Erinnerung an Apollo sowie seinen alten Trainer Mickey wird er mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Donnie bemerkt, wie erschüttert Rocky von der Diagnose ist, und fordert ihn auf, sich behandeln zu lassen. Ja wer Rocky kennt wird wissen was er macht, doch das Beste kommt zum Schluss und ich muss sagen, auch wenn mir die Original Filmmusik abgegangen ist, leider ist die nicht da, gefiel er mir, es geht spannend weiter.
Ich weiß nicht ob der Film für jeden geeignet ist. Er hat seine Längen ja meine Güte. Produziert wurde der Film von den alten Hasen. Rocky-Produzenten Robert Chartoff, Kevin King Templeton, Sylvester Stallone sowie Irwin Winkler haben den Film produziert, Geld gegeben also, und 2 Jahre hat es gedauert bis sich Stallone hat breitschlagen lassen für das Projekt. Wieso? Naja er hat genug und angeblich kommt auch Rambo 5, bin neugierig wie es da weiter geht.

Der schwedische Komponist Ludwig Göransson hat die Songs für den Film geschrieben, leider. Ich hätte gerne die Original Songs gehört, egal, der Film ist gut, er ist nett gespielt, er ist ehrlich gespielt will sagen er wirkt als wäre er echt, mehr Doku als Film, obwohl er gar nicht so rüber kommen will.

Der Film ist keine Weitererzählung nach Teil 6, es ist wie ein Beginn einer neuen Trilogie, der Film wirft neue Fragen und Probleme auf, wie ist das mit Trauer, der Krankheit was wird Rocky machen wird er noch mal was machen in einem Film wie lebt er, wie kommt er mit seiner Krankheit zu Recht, ja der Film ist wirklich traurig und er ist zugleich sehr gut. Nur mir etwas zu Ruhig, es ist eigentlich ein Männerfilm macht aber nichts, meiner Freundin hat er auch halbwegs gefallen aber nicht so sehr wie mir, obwohl ich sagen muss, ich hätte mir schon mehr erwartet, denn der Film hat wenig Action, es geht mehr und s Leben und man sieht eine gute Phylicia Rash?d die 1948 geboren ist, der man ihr Alter ansieht, die in Bill Cosby die Mutter spielte ja eine gute Darstellerin die gehört öfters ins Kino, auch sie hat eine Ära mit begonnen und geprägt, sie ist eine gute Mimin, wirkt ruhig und auch der Junge der Creed spielt, ein super Darsteller.

Wieso hat man aber Michael B. Jordan genommen? Bekannt aus der fantastischen 4 Verfilmung 2015 die nicht so gut angekommen ist mir aber gut gefallen hat. Ich weiß nicht, egal, der Film ist nett. Eigentlich hatte er ja boxen sollen in dem Film aber das kam nicht dazu, und Stallone ist 69, genauso alt wie damals sein Trainer in Rocky 1, im Jahr 1976.

1985 ist ja Apollo Creed gestorben, 1987 ist aber Adonis Creed geboren, 30 Jahre ist das also her, irre lange, also ist er 28 Jahre und wird bald 29, wirkt aber irgendwie älter und ich muß sagen, er ist kein super Boxer und ich traue ihm das alles nicht zu, er hat aber sehr gut gespielt und sehr gut gewirkt, was ich dann nicht wusste, und nicht erfahren habe, ja es gab da noch ein kleines Geheimnis im Film aber das sollte man sich selber angucken. Ach ja, das Gasthaus ist Das Victor Cafe in Philadelphia.

Schön fand ich die 1983 geborene Tessa Thompson die BIANCA mimt und die wohl damit klar kommen muss dass ihr Freund Boxer ist und mal sterben könnte, ein wahrhaft wunderschönes Mädchen. Sie spielt auch ganz nett, das wie die 2 zusammen kamen und darauf läuft der Film raus und nach 5 Minuten weiß man, die 2 werden ein Paar ? das war nicht so gut gelöst ? ja da muss ich sagen sie hat irgendwas dass sie sympathisch macht, so bodenständig, eine tolle Frau. Meine Freundin boxt mich weil ich sie schön finde. Hier im Film geht es viel um Familie um eine Mutter und ihren Sohn um Kampf und um ein Waisenhaus, und um viele menschliche Dinge, also kein Action Film sondern ein Arthouse Film wenn ich das jetzt so sagen kann. Die Kampfszene zwischen Creed und LEO war übrigens in einem Schnitt gedreht. Und man sieht im Film viele alten Dinge die mit Rocky zu tun haben, vor allem Plakate und die alten Hasen das gefällt mir an dem Film. Plakate aus dem Film aus den ersten Teilen und so richtig wo man glaubt, he Rocky gibt es wirklich. Leider ist der Film im Mittelteil etwas schwach und langweilig, etwas viel Langatmigkeit ist dabei, Action fehlt mir aber egal, Ich mag Sportfilme sowieso und ich bin Stallone Fan.

Naja von mir kriegt er 87 von 100 Punkten.
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Florian | 27.01.2016 08:37
Hab' ich gerade gestern gesehen & war auch sehr positiv überrascht. Mag' die Rocky-Franchise & fand es eine tolle Neuinterpretation der Grundidee mit wie erwähnt tollen Typen. Stallone ist auch sehr gut als alternde Legende ohne zB altkluge Sprüche zu überziehen.
Wunderbarer Film, so wie ich mich - ohne, dass es Meisterwerke wären - zuletzt auch mit Revenant, Joy oder Big Short gut unterhalten fand.

@ Harald: Bin auch so ein Filmfan, der irgendwie nie mit Serien warm geworden ist. Die letzte Serie die ich aktiv verfolgt habe war Akte X ;)

Grüße,
Johannes | 27.01.2016 10:28
Akte X ist ja auch die Serie aller Serien. Mehr braucht man nicht. Außer noch Eine schrecklich nette Familie. :-D
Monika | 27.01.2016 13:05
Mit den Filmen, die du nennst, hab ich mich eh auch gut - mit "The Revenant" und "The Big Short" sogar ganz hervorragend - unterhalten gefühlt. Aber dieses ganz besondere Gefühl, das für mich Kino so speziell macht, dass ich während des Films immer mal wieder wohlige Schauer spüre und danach euphorisch und beglückt aus dem Kino gehe, das hat eben "Creed" als erster Film seit einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder geschafft. Wobei gefühlte Ewigkeit bei meinem Kinokonsum eh relativ ist - also so seit dem Sommer. ;-)
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Harald | 27.01.2016 00:03
Ja, das hört man häufig, das mit der Serien-
Sucht. Ich fürchte, ich bin so ziemlich der
einzige Filmfan auf weiter Flur, der diesem Virus
noch nicht anheim gefallen ist. Die letzte Serie,
die ich gesehen habe, war Lars von Triers
Geister. Und True Detective. Die hat gerockt, das
muss ich zugeben.
Aber Serien-Sucht? No way. Süchtig bin ich nach
Kino. Ich brauche den dunklen Bauch des Kinosaals
als Zufluchtsort und privaten Rückzugsraum. Die
Wohnzimmer-Couch is not enough. Und für mich
persönlich hätte das Kinojahr 2016 nicht
überwältigender starten können: der irre
Revenant, Anomalisa, Love, Joy, auch Knock Knock.
Alles top.
>> antworten


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