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Cypher

Cypher

THRILLER: CDN/USA, 2002
Regie: Vincenzo Natali
Darsteller: Jeremy Northam, Lucy Liu, Nigel Bennett, David Hewlett

STORY:

Morgan Sullivan lässt sich von "Digicorb Industries" als Industriespion anwerben. Ohne sein Wissen wird er von seinem neuen Arbeitgeber einer Gehirnwäsche unterzogen, die ihm suggestieren soll, er sei Jack Thursby. Durch die Hilfe der mysteriösen Rita gelingt es ihm seine Identität zu bewahren. Digicorb hingegen scheint von dem Erfolg der Gehirnwäsche überzeugt, und setzt den Neuzugang gleich gegen Ihren Mitbewerber Sunways ein. Die obligatorischen Tests, die zum Einstellungsverfahren von Sunways gehören, sollten aufgrund der Gehirnwäsche kein Hindernis sein, doch seine Tarnung fliegt natürlich auf. Von Sunways erfährt Sullivan von seinem eigentlichen Auftrag und seinem Auftraggeber Rooks....

KRITIK:

Spätestens nach 5min kann niemand mehr abstreiten, dass dieser Film durch die Hände von Vincenzo Natali dem Regieseur von CUBE entstanden ist.

Die sehr kalten monochrom gehaltenen Bilder erinnern einfach zu sehr an Nalali´s Regiedebüt. Im Laufe der Zeit verabschiedet sich die Sterilität aus den Bildern und werden immer farbenfroher, bis man sich am Ende des Filmes in einem Zimmer mit warmen Holztüren in gepflegtem Kolonialstiel wiederfindet. Ob sich der Aufwand dieses Farbenspiels wesentlich auf den Film auswirkt, mag ich allerdings zu bezweifeln.

Die Geschichte ist so verzwickt und teilweise schwer zu durchschauen, dass man sich mit solchen Nebensächlichkeiten eigentlich gar nicht befassen kann. Glücklicherweise gelingt es Vincenzo Natali trotz der kompliziert aufgebauten Geschichte nicht den roten Faden zu verlieren.

Die Komplexität liegt dabei weniger in der Story an sich, vielmehr ist sie das Ergebnis der Erzählweise. Zu Beginn wird man als Zuschauer in eine Geschichte geworfen, die eigentlich schon begonnen hat. Fragen tun sich auf, die wie man später merkt die Falschen waren, da der Film überraschender Weise in eine andere Richtung geht.

Auf die Auflösung vieler anfangs komisch wirkenden Gegebenheiten muss man sich bis zum Ende des Films gedulden. Ein kurzer Kühlschrankbesuch ohne Pausentaste keine Alternative will man den Film in seiner ganzen Verworrenheit nachvollziehen.

Ob jedoch die die Nachvollziehbarkeit lohnenswert ist steht auf einem anderen Blatt. Es geht hier nicht um eine Ansicht, Philosophie oder Weltanschauung, sondern um eine Geschichte eines Industriespions in einer futuristischen Welt, welches zugegebenermaßen alles andere als trivial ist.

Man erfährt wenig über die Charaktere im Film, vielmehr trägt sich der Film über die Geschichte. Im Gegensatz zu anderen Filmen ähnlicher Ausrichtung wird hier, meiner Meinung nach keinerlei Gesellschaftkritik geübt noch vor Übertechnisierung gewarnt. Überhaupt gibt uns Cypher keinerlei Einblicke in die gesellschaftliche und politische Lage, zeigt uns also keine mögliche Zukunftsvision vom Leben in der Zukunft. Lediglich der Segelturn gegen Ende lässt erahnen, dass es die Natur in den Augen vom Regieseur noch geben wird, andererseits konnte auch der Typ in Waterworld noch die See genießen.

Das, zumindest für mich, überraschende Ende, nämlich der Grund der ganzen Geschichte ist von der Idee her ganz sicher nicht beispiellos, aber dennoch gelungen. Doch in der Post-Ära Schäuble, kann man darüber eigentlich nur lachen.

Cypher hält im Großen und Ganzen genau das, was man von einem SiFi-Thriller erwartet, geht aber nicht darüber hinaus. Das Potenzial in Richtung Dystropie wird - bewusst oder unbewusst- nicht genutzt. Was natürlich genauso gut oder genauso schlecht sein kann.

Der ursprüngliche Titel von Cypher lautete : "Company man" da man aber einer Verwechslung mit einem kurz zuvor gestarteten Film aus dem Weg gehen wollte, einigt man sich auf Cypher. Ironie des Schicksals, denn auch dieser Titel war schon an einen Film von Greg Yaitanes aus dem Jahr 1997 vergeben.

Cypher Bild 1
Cypher Bild 2
Cypher Bild 3
Cypher Bild 4
FAZIT:

Schon aufgrund der Idee die hinter Cypher steckt, lässt sich der Eindruck des "Gewollten" und dem "Konstruierten" nicht vermeiden. Die Richtung, in die sich der Film entwickelt bleibt lange Zeit offen, dennoch geht Sullivan seinen Weg ohne den Eindruck sein Ziel zu verfehlen.

WERTUNG: 7 von 10 Punkten
Dein Kommentar >>
Federico | 29.11.2010 03:24
Schon etwas länger her, dass ich den Film gesehen habe.. blieb nicht sonderlich gut hängen, kann mich vage an einen eher mäßigen Twist und eine sehr belanglose Story erinnern...
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Nic | 26.11.2010 14:32
das dvd-cover sieht ja schon nach cube aus, da braucht man nimma reinschaun.funktionert ganz gut als unterhaltungsfilm. nix besonderes.
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