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Dame Knig As Spion

Dame König As Spion

OT: Tinker Tailor Soldier Spy
THRILLER: FR, UK, DE, 2011
Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Mark Strong

STORY:

An der Spitze des MI6 wird ein Maulwurf vermutet. George Smiley (Gary Oldman), seines Zeichens pensionierter MI6-Agent, soll diesen enttarnen. Doch ist an den Gerüchten überhaupt etwas dran?

KRITIK:

"This was a good time, George." – "It was the war, Connie."– "A real war. Englishmen could be proud then."

"Dame König As Spion" wirkt auf dem ersten Blick seltsam altmodisch. Man glaubt fast den Staub vergangener Jahrzehnte sehen zu können, wenn die Kamera durch die überladenen Settings fährt. Alles wirkt wie aus einer längst vergangen Zeit, Männer in langen Trenchcoats, mit Frisuren, die sich heute wohl nicht einmal mehr als altmodisch bezeichen lassen würden, Aktentaschen und im Hintergrund läuft Jazzmusik. Eben ein Film in dem man eintauchen kann mit langen Kamerafahrten und langsamen Spannungsaufbau.

Doch man darf sich von der anfänglichen Langsamkeit nicht einlullen lassen, zu komplex und vielschichtig entpuppt sich die Handlung des Filmes. Denn wie es sich für einen Thriller angesiedelt im Agentenmilieu nun einmal gehört, sind die Dinge oft anders als man denkt und es fällt einem mitunter nicht ganz leicht die ganzen Handlungsstränge unter einen Hut zu bekommen. Wie bei einem guten Buch, werden viele kleine Handlungsstränge erzählt. Unterschiedliche Perspektiven, Zeitsprünge und immer erfährt der Zuseher nur häppchenweise Informationen, sodass sich erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt, wenn die einzelnen Ereignisse langsam beginnen, sich zusammenzuführen.

Zudem ist "Dame König As Spion" ein Film in dem vieles nur angedeutet und nicht alles ausgesprochen wird. Sei ist nun im reservierten Minenspiel von Gary Oldman oder in Rückblenden in denen einfach nur spezfische Szenen gezeigt werden, Blicke, ein verlegenes Anziehen von Schuhen, Kleinigkeiten die für sich alleine vielleicht banal erscheinen mögen, die aber doch für sich einzelne Bausteine für das große Ganze sind.

Die große Stärke von "Dame König As Spion" liegt aber, um wieder zum Vergleich zum Buch zurückzukommen, dass die einzelnen Handlungsstränge für sich selbst immer wieder spannend inszeniert sind, sodass man sich nach dem Sprung aus dem Erzählstrang erst wieder etwas sammeln muss, so wie bei einem guten Buch eben.

Dies alles kommt mit Sicherheit nicht von ungefähr, handelt es sich bei "Dame König As Spion" ja um die Verfilmung des gleichnamigens Agententhrillers von John le Carré, dessen Werk unter anderem auch "The Spy Who Came In From The Cold" umfasst. Außerdem hat le Carré ja auch mal für den MI5 und MI6 gearbeitet.

Für die Regie zeichnet sich Tomas Alfredson, der mit "So finster die Nacht" seinen internationalen Durchbruch schaffte, verantwortlich. Alfredson gelang es neben Hauptdarsteller Gary Oldman noch weitere Hochkaräter für seinen Film zu gewinnen. Von Colin Firth über Tom Hardy bis zu Benedict Cumberbatch erstreckt sich die Riege der Darsteller, die ihre Rollen durch die Bank grandios verkörpern. Und Gary Oldman ist sowieso eine Bank. In Erinnerung bleibt auch Mark Strong als Jim Prideaux.

Interessant ist auch Alfredsons Zugang zum Film: Mixt er doch lange Kameraperspektiven auch mal mit Videoclipästhetik. Was überraschend gut funktioniert. Auch wenn der Film auf bombastische Actionszenen verzichtet, ist er doch durchgehend spannend.

Frauen kommen im Film nur am Rande vor und spielen dennoch meist eine wichtige, oft auch gefährliche, Rolle. Aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Dame König As Spion Bild 1
Dame König As Spion Bild 2
Dame König As Spion Bild 3
Dame König As Spion Bild 4
Dame König As Spion Bild 5
Dame König As Spion Bild 6
Dame König As Spion Bild 7
FAZIT:

Dicht erzählter Agententhriller, bei dem der Zuseher ob der vielen Wendungen und Handlungsstränge einen kühlen Kopf bewahren muss. Wer dicht verwobene Geschichten, tolle Schauspieler und ein Old-School-Setting mag, ist bei "Dame König As Spion" bestens aufgehoben. Ein Film der aufgrund seiner Dichte und Vielfalt sicherlich ein weiteres Mal angesehen werden will.

In diesem Sinne: "The west has become very ugly."

 

WERTUNG: 9 von 10 Feuerzeugen
TEXT © Gerti
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