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Das Geheimnis von Kells

Das Geheimnis von Kells

OT: The Secret of Kells
ANIMATION: FR, BE, IR, 2009
Regie: Tomm Moore
Darsteller: Evan McGuire, Brendan Gleeson, Christen Mooney, Mick Lally

STORY:

Irland im 9 Jhd: Um seinen Brüdern und den umliegenden Dörflern Schutz vor den mordend und brandschatzend durchs Land ziehenden Nordländlern zu bieten, lässt der Abt von Kells eine hohe Mauer um sein Kloster errichten. Sein erst zwölf Jahre alte Neffe Brendan wird ebenfalls in die Arbeit eingebunden, auch wenn sich dieser lieber im Skriptorium herumtreibt. Als eines Tages der berühmte Buchmaler Aidan mitsamt eines geheimnisvollen Buches im Schlepptau in Kells Zuflucht sucht, ist die Neugierde von Brendan geweckt...

KRITIK:

"Ich durchlebte viele Zeitalter, ich sah die Welt durch die Augen des Lachses, des Rehs und des Wolfes, ich sah die Wikinger über Irland herfallen und wie sie alles zerstörten. Ich sah die Menschen unter der Finsternis leiden, doch ich sah auch Schönheit erblühen an dem verwundbarsten Ort. Ich sah das Buch, das Buch, das die Finsternis in Licht verwandelt."

Es tut gut in einer Zeit, in der Animationsfilme vor allem durch 3D-Technik auffallen, endlich wieder einen Film zu sehen, der durch einen eigenen Stil und eine spannende Story auffällt. So wie "Das Geheimnis von Kells", ein Trickfilm, der sich trotz seiner anfänglichen Komik, doch eher an ein älteres Publikum richtigen dürfte, wird schließlich vor allem gegen Ende auch mit Gewalt nicht gespart.

Die Geschichte selbst orientiert sich an alten keltischen Mythen und im Zentrum steht das "Book of Kells", einem der wichtigsten irischen Kunstschätze des Mittelalters. Das Buch, das die Evangelien auf Latein enthält, besticht vor allem durch seine komplexen Malereien, gibt also Zeugnis von der Kunstfertigkeit mittelalterlicher Illustratoren.

Die Illustrationen dienten wohl auch den Animation-Artists von "Das Geheimnis von Kells" als Inspirationsquelle. Heraus kam eine sicher etwas eigenartige, auf jedem Fall aber bemerkenswerte Ästhetik. Der Film springt oft von einem Stil zum anderen und legt eine Verspieltheit an den Tag, die sicher nicht jedem gefallen, Fans hingegen begeistern dürfte.

Mal naiv kindlich, dann düster und blutrot, beinahe jede Sequenz stellt ein kleines Kunstwerk für sich selbst dar. "Das Geheimnis von Kells" ist ein eigenwilliges visuelles Kunstwerk.

Die eigentliche Story und vor allem die Charakterzeichnungen wollen zu dem doch eher erwachsen wirkenden visuellen Stil oftmals nicht so ganz passen.

Freunde keltischer Mythologie dürften auch aufgrund der vielen Referenzen, mit denen der Film aufwartet, ihre Freude haben. Aber keine Angst: Der Film macht auch Spaß und ist leicht zu folgen, auch wenn man nicht weiß, was genau es mit Aisling und Pangur Bán auf sich hat.

Auch die Spannung kommt in "Das Geheimnis von Kells" nicht zu kurz. Brendan muss im Laufe des Films einige auch überaus gefährliche Abenteuer überstehen, nur um das Buch zu retten.

Hervorzuheben ist auch die mystische Filmmusik von Bruno Coulais, die viel zur Stimmung und Atmosphäre des Films beiträgt.

Die DVD von Ascot Elite kommt im dekorativen Pappschuber daher und ist vollgestopft mit Extras wie einem Audiokommentar vom Regisseur, Deleted Scenes und Featurettes.

Das Geheimnis von Kells Bild 1
Das Geheimnis von Kells Bild 2
Das Geheimnis von Kells Bild 3
Das Geheimnis von Kells Bild 4
Das Geheimnis von Kells Bild 5
Das Geheimnis von Kells Bild 6
Das Geheimnis von Kells Bild 7
FAZIT:

Visuell atemberaubendes, traumhaft schön animiertes Phantasiemärchen, das sich vornehmlich an ein älteres Publikum richtet. "Das Geheimnis von Kells" ist gespickt mit Elementen aus keltischen Mythen und Sagen und überzeugt auch was den Soundtrack betrifft. Einziger Wehrmutstropfen: Die Charakterzeichnungen sind oftmals zeichentrickmäßig unlogisch.

WERTUNG: 7 von 10 Galläpfeln zum Erstellen von Tinte
TEXT © Gerti
Dein Kommentar >>
Andreas | 08.11.2012 11:44
Animationstechnisch und vom Design her ein wahrer Augenschmaus! Wenn man sich ansieht, mit wieviel liebe zum Detail das alles gemacht wurde, kommt man schon ins schwärmen. Auch der Soundtrack ist außergewöhnlich gut. Jedoch fand ich, dass die Story leider nicht mit der visuellen Inszenierung mithalten kann. Alles ein wenig zu substanzlos. Schade darum, hätte ein Meisterwerk werden können.

6 von 10 animierte Baumkronen
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