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Das Gehirn

Das Gehirn

OT: The Brain
HORROR: Kanada, USA, 1988
Regie: Ed Hunt
Darsteller: Tom Bresnahan, Cyntia Preston, David Gale, George Buza, Christine Kossak

STORY:

In Meadowvale-County ist der Fernsehpsychiater Dr. Blakely (David Gale) ein Star, seine TV-Show "Independet Thinking" erreicht die höchsten Einschaltquoten. Zeitgleich häufen sich mysteriöse Todesfälle. Keiner der Zuschauer ahnt, dass Blakely sein Programm für eine kollektive Gehirnwäsche durch die Übertragung geheimer manipulativer Schwinungen mißbraucht. Diese gehen von einem gewaltigen außerirdischen Gehirn aus, das der verrückte Wisschenschaftler in seinem Labor in einer Nährlösung eingelegt versteckt hat. Eines Tages wird der rebellische Schüler Jim (Tom Bresnahan) von seiner Schulleitung zur Behandlung in Blakelys Forschungszentrum geschickt. Dort kommt der aufgeweckte Junge den dunklen Machenschaften des geliebten Fernsehstars auf die Spur. Für Jim beginnt ein Rennen gegen die Zeit, denn Blakely verwandelt immer mehr Menschen in Jims Umgebung zu willigen Werkzeugen seines finsteren Plans...

KRITIK:

DAS GEHIRN ist ein kleiner Kultklassiker aus den goldenen 80ern. Das krude Monstermovie ist der bekannteste und der vorerst letzte Film des Regisseurs Ed Hunt, der erst jetzt mit HALLOWEEN HELL einen Comeback-Versuch startet. Der für Low-Budget-Trash bekannte Filmemacher hat THE BRAIN seinerzeit für schlappe 750.000 $ realisiert. Das titelgebende Gehirn sieht auch eher wie ein Halloween-Kürbis mit Hirn-Latexüberzug, als wie eine furchteinflössende Monsterkreatur aus. Das tut dem Spaß an diesem Streifen jedoch keinen Abbruch, da THE BRAIN sich selbst zu keiner Zeit wirklich ernst nimmt.

Bei THE BRAIN ist es eher so, dass unter der dumpf-blöden Oberfläche so einiges an ätzender Gesellschaftskritik zu entdecken ist, die man aus ernsthafteren Horrorfilmen wie Philip Kaufmans DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) oder David Cronenbergs VIDEODROME (1982) her kennt. Es verhält sich also genau umgekehrt, wie mit vielen heutigen Filmen, bei denen hinter einer aufgeblasenen Fassade an Pseudo-Anspruch oft nur heiße Luft steckt. Ed Hunt ist hingegen gar nicht daran gelegen seine wichtige Message großartig auszustellen. Viel lieber verrührt er seine (geklauten) guten Ideen mit einer tüchtigen Dosis an vor lauter Latex reichlich schwabbeligen Fun-Monster-Horror.

Da passt es wie die Faust in die Monsterfresse, dass der Mad Scientist mit David Gale mit dem gleichen Schauspieler besetzt ist, der diesen Part bereits in Stuart Gordons Klassiker RE-ANIMATOR (1985) mit Bravour gemeistert hat. Seine Auftritte in der in entwaffnender Plattheit "Independet Thinking" genannten TV-Show gehören zu den heimlichen Highlights in diesem cheesigen Camp-Spaß. Einen ähnlich coolen medialen Verführer der Massen hat man wohl erst wieder gesehen, als der von Patrick Swayze gespielte pädophile "Positive Thinking"-Guro sich durch Richard Kellys DONNIE DARKO (2001) geschleimt hat.

Der recht gute Cast wird vervollständigt durch Cyntia Preston. Als das süße Mädchen an der Seite des von Tom Bresnahan schön farblos gespielten All-American-Boys Jim sorgt sie für ein wenig Eye-Candy und darf auch mal die Damsel-in-Distress spielen. Allerdings geht hier alles sehr züchtig ab. Für die wenigen "gewagten" Nacktszenen ist das blonde Gift Christine Kassak zuständig. Als böse Assistentin an der Seite von Dr. Blakely vervollständigt sie das Trio-infernale zu dem des weiteren noch der von George Buzna gespielte Assistenten-Halbaffe Vernon gehört.

THE BRAIN ist folglich ein recht hirnloser Spaß mit jeder Menge an Latex-Schwabbel-Hirn. Ed Hunt nimmt mit diesem kleinen Trash-Filmchen einiges vorweg, was Brian Yuzna ein Jahr später in SOCIETY (1989) zur vollen campig-kultigen Blüte treiben sollte. Beide Filme sind ein mit sämtlichen Hühneraugen zwinkernder Spaß, der aufgrund geringer Production Values jedoch wenig tauglich für visuell fixierte cinephile Feingeister ist. Doch speziell für THE BRAIN gilt die Devise: "Mind over matter!"

Das Gehirn Bild 1
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FAZIT:

Ein vergnüglicher Trash-Spaß mit viel Hirn (6,5 Punkte).

WERTUNG: 7 von 10 manipulative cerebrale Schwingungen aus dem All
TEXT © Gregor Torinus
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