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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Deadgirl

Deadgirl

HORROR/DRAMA: USA, 2008
Regie: Marcel Sarmiento, Gadi Harel
Darsteller: Shiloh Fernandez, Noah Segan, Michael Bowen

STORY:

Auch Spaß muss sein: Also schleichen sich Ricky und JT aus dem Sportunterricht und brechen in eine nahegelegene, leerstehende Irrenanstalt ein. Dort werden erstmal ein paar Bierdosen geleert, lustige Zigaretten geraucht und fröhlich das Mobiliar zertrümmert. Im Keller der Anstalt entdecken die beiden Loser ein nacktes, untotes, aber körperlich gut erhaltenes Mädchen, das gefesselt und in Plastikfolie verschweißt auf einem Bett liegt. Während Ricky die Polizei rufen will, hat JT anderes im Sinn: "Sure, she is some kind of monster, or something, but she is OUR monster." Kurzerhand erklärt er das untote Wesen zur Sexsklavin….

KRITIK:

In letzer Zeit sind mir drei Horrorfilme untergekommen, die, polemisch ausgedrückt, sich für etwas Besseres halten, die mehr als "nur" Horrorfilme sein wollen. ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE wollte seinen recht konventionellen Teenie-Horror-Plot ins Gewand eines hübsch gefilmten Coming of Age-Dramas hüllen. Und MARTYRS machte gar einen auf Existenzphilosophie, Kubrik light und ganz großen Tabubruch. Und jetzt DEADGIRL (nicht zu verwechseln mit diesem DEAD GIRL).

Auch DEADGIRL möchte vieles zugleich sein: Ein seriöses Teenager-Drama um Liebeskummer, sexuelles Frustrationen und allumfassenden Moralverlust UND ein Genrefilm, der die Zombie-Fanboys bedient UND ein tabubrechender Schocker um Machtmissbrauch und kranke Sexualität, der gerne Aufnahme in die prestigeträchtige KinoKontrovers-Reihe gefunden hätte.

Hört sich das interessant an? Leider wird nichts davon wirklich eingelöst. Dennoch: Das Regie-Duo Marcel Sarmiento und Gadi Harel hat seinen Job recht ordentlich gemacht. Trotz seines - ähm - gewagten Plots weigert sich der Film, sich allzu selbstzweckhaft in Grausamkeiten zu suhlen. Auch die gewalttätigen Vergewaltigungsszenen werden nicht endlos ausgeschlachtet. Zwielichtige Zeitgenossen, die bei zynischen Machwerken wie MURDER-SET-PIECES stramme Ruten bekommen, dürften hier gelangweilt die Fast-Forward-Taste drücken.

Trotzdem haben wir es mit einem Magendrücker der krasseren Art zu tun. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Geschichte nicht auf den Vergewaltiger und Teilzeitpsychopathen JT, sondern um den sensibleren Ricky und dessen Konflikte mit der Situation konzentriert. Erstaunlicherweise bedient sich der Film dabei glatt einer Bildsprache, die an Sofia Coppola oder Gus van Sant erinnert.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Sequenzen im Keller der Irrenanstalt, die in die selben abgegriffenen Grünstich-Bilder getaucht wurden wie schon tausend billige Torture-Porns und NuMetal-Videoclips zuvor. Ästhetisch also nichts Neues im Folterkeller der geschändeten Sex-Zombies….

Deadgirl Bild 1
Deadgirl Bild 2
Deadgirl Bild 3
Deadgirl Bild 4
FAZIT:

Kontroverses Coming of Age-Drama goes Zombie-Sex: Eine durchaus gewagte Genre-Mixtur, deren erstaunlich seriöse Machart leider den Kampf gegen abgegriffene ästhetische Klischeefallen verliert. Trotzdem nicht uninteressant.…

WERTUNG: 7 von 10 blutende Wunden
Dein Kommentar >>
untoterschurke | 12.02.2010 17:19
der film ist zwar komisch und teilweise auch schlecht, doch er ist auch irgendwie lustig und bringt einem ein bischen zum nachdenken, aber er is ok.
>> antworten
Nic | 10.07.2009 12:04
kaum zu glauben dass sich eine frau für die rolle hergegeben hat...
Johannes | 12.07.2009 15:23
Da haben sich schon andere für ganz anderes hergegeben. ;)
>> antworten


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