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Death Note / Death Note: The Last Name

Death Note / Death Note: The Last Name

OT: Desu nôto / Desu nôto: The Last Name
MANGA-VERFILMUNG / MYSTERY-THRILLER: Japan, 2006
Regie: Shûsuke Kaneko
Darsteller: Tatsuya Fujiwara, Ken'ichi Matsuyama, Erika Toda, Takeshi Kaga

STORY:

Das DEATH NOTE. Ein schwarzes Notizbuch. Ist man in seinem Besitz, so bedarf es nur eines Namens, der Vorstellung des dazugehörigen Gesichts und eines funktionierenden Kugelschreibers - und man kann Gott spielen. Trägt man nämlich den Namen eines Menschens in das DEATH NOTE ein, so wird dieser umgehend sterben. Ist man darüberhinaus einigermaßen phantasievoll, kann man dessen letzte Bestimmung in Hinsicht auf Zeitpunkt, Umstände und Art des Todes en detail selbst gestalten. Als dem jungen, vom Rechtsystem enttäuschten Jurastudenten Light eines dieser schwarzen Notizbücher des Todes in die Hände fällt, will er mit dessen Hilfe die Welt von Mördern, Verbrechern und anderen Unmenschen befreien. Fortan trägt er die Namen all jener Übeltäter ins DEATH NOTE, die bislang durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen konnten. Während die Öffentlichkeit hinter dem plötzlichen Verbrecher-Sterben eine göttliche Macht namens Kira vermutet und diese teils feiert, fürchtet, verdammt, heftet sich der geniale Meisterdetektiv L auf die Spuren Kiras. Zwischen L und dem mittlerweile zum größenwahnsinnigen und immer kaltblütiger agierenden Massenmörder mutierten Light entbrennt ein unbarmherziges Duell ...

KRITIK:

Ganz gleich ob als Manga, Anime oder Realverfilmung: Das ursprünglich aus der Feder von Tsugumi Oba stammende DEATH NOTE schrieb immer Erfolgsgeschichte. Die Comics verkauften sich millionenfach und die Leinwandadaptionen stürmten in Japan an die Spitze der Kinocharts. Das US-Remake - Regie soll Arnies einstiger Funker in PREDATOR und designierter IRON MAN 3-Regisseur Shane Black führen - ist selbstredend schon längst spruchreif und soll spätestens 2014 in die Lichtspielhäuser kommen. Also höchste Zeit, sich dem Original zu widmen. Genauer gesagt, sind es zwei Originale.

Für die große Leinwand wurde die Realverfilmung nämlich in zwei Überlängen-Teilen produziert, die handlungstechnisch nahtlos ineinander übergreifen: DEATH NOTE und DEATH NOTE: THE LAST NAME. Hier können auch Leute einen Blick riskieren, die sonst nicht mit japanischen Comic- oder Anime-Stoffen warmwerden. Denn trotz der übernatürlichen Grundprämisse um die todbringenden, schwarzen Notizbücher, der Manga-Herkunft und zweier mittels CGI durch die Filme spukenden Todesgötter, erweist sich das DEATH NOTE als erstaunlich bodenständig.

Das große, hysterische Spektakel bleibt aus; anstelle großartiger Tricktechnikmasturbationen offenbart sich insbesondere Teil 1 (DEATH NOTE) als großartiges Duell zweier genialer Gegenspieler, das nicht selten an den Klassiker Moriarty vs. Holmes erinnert.

Wobei Moriarty hier deutlich verjüngt vom ewig jugendlichen BATTLE ROYALE-Veteranen Tatsuya Fujiwara verkörpert wird; der sich aber von seiner teuflischsten Seite präsentiert und somit erfolgreich gegen sein Mr. Nice Guy-Image anspielt. L (Ken'ichi Matsuyama) hingegen -Süßigkeiten statt Opium- ist eine japanische Otaku-Nerdversion des klassischen, britischen sleuth; unbestritten genial und scharfsinnig, aber mit den gleichen soziopathischen Tendenzen.

DEATH NOTE's Trumpf liegt vor allem darin begründet, dass der Film eben dieses brisante Duell zweier intellektuell gleichwertiger und äußerst charismatischer Gegner in den Mittelpunkt rückt und daraus ein hochspannendes, beinahe columboeskes Howcatchem formt; welches von einem zwar in Hinblick auf Action und Ableben eher unspektakulär gestalteten, aber zahlenmäßig überdimensionalen Body Count umrahmt wird. Im Hinblick auf die Todesstrafe für Verbrecher kommt DEATH NOTE in der Frage, ob es einem Menschen zusteht über andere Menschen zu richten und sich somit zum Herr über Leben und Tod aufzuschwingen nach einigen Exzessen in die andere Richtung letzten Endes doch noch zu einem humanen Ergebnis. Auch wenn danach so ziemlich alle handelnden Personen einen hohen, wenn nicht gar den höchsten Preis gezahlt haben...

I-on Media hat beide Teile dieser absolut gelungene Manga-Umsetzung (deren Komprimierung zwar alle Schlüsselszenen, aber nicht alle aus dem Comic bekannten Figuren enthält) plus das ebenfalls stattliche 129 Minuten lange Spin-off L CHANGES THE WORLD nun zusammen in einer preiswerten Box herausgebracht. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass die ausgewiesenen Extras größtenteils fehlen.

Death Note / Death Note: The Last Name Bild 1
Death Note / Death Note: The Last Name Bild 2
Death Note / Death Note: The Last Name Bild 3
Death Note / Death Note: The Last Name Bild 4
Death Note / Death Note: The Last Name Bild 5
FAZIT:

Der BATTLE ROYALE-Veteran Tatsuya Fujiwara als größenwahnsinniger Todesbringer Light und Ken'ichi Matsuyama als schräger, aber genialer Meisterdetektiv L liefern sich ein intellektuelles und intrigantes Duell auf Leben und Tod in den beiden Realverfilmungen zur gleichnamigen, überaus erfolgreichen Manga-Serie. Trotz Manga-Herkunft, übernatürlicher Grundprämisse und zweier computeranimierter, aber eher im Hintergrund agierender Todesgötter entpuppen sich die DEATH NOTE-Filme als erstaunlich bodenständig. Anstelle irrwitziger Action und hysterischen Absurditäten wird ein packendes Mystery-Howcatchem geboten. Aber auch als solches gehen sowohl DEATH NOTE als auch Teil 2 DEATH NOTE: THE LAST NAME trotz Überlängen ein hohes Tempo und sind sauspannend. Mit anderen Worten: DEATH NOTE ist weniger Spektakel als viel mehr ein brillantes Katz- und Maus-Spiel der perfiden Sorte. 

 

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TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Teru Mikami | 16.07.2012 00:45
Wenn man den Manga und oder Anime kennt erscheinen die Filme wie ein schlechter Witz meiner Meinung nach.
Fed | 17.07.2012 15:05
find ich irgendwie auch...
>> antworten


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