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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Deep End

Deep End

DRAMA: GB/D, 1970
Regie: Jerzy Skolimowski
Darsteller: Jane Asher, John Moulder-Brown

STORY:

Wir befinden uns im London der Sechziger Jahre. Der 15-jährige Mike tritt eine Stelle in einem öffentlichen Bad an. Wenn man die Zudringlichkeiten reiferer Damen geduldig erträgt, kann man hier einiges an Trinkgeld verdienen, versichert ihm seine attraktive Kollegin Susan. Mike verliebt sich augenblicklich. Doch Susan ist mit einem reichen Unsympathler liiert und hält zusätzlich eine finanziell lukrative Affäre mit einem verheirateten Mann am Köcheln. Zuviel der Verwirrung für Mike, dessen Verhalten immer aufdringlicher wird. Und unberechenbarer, gefährlicher ...

KRITIK:

Bei Koch Media hat man abermals einen verschollen geglaubten Klassiker aus der Versenkung geholt, aufwändig digital restauriert und in einer liebevollen Aufmachung veröffentlicht. Die Rede ist von DEEP END, einem Frühwerk des polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski, dessen ESSENTIAL KILLING kürzlich für Aufsehen im internationalem Festival-Zirkus gesorgt hat.

DEEP END ist ein Coming of Age-Drama, dessen Geschichte immer mehr die Züge eines psychosexuellen Thriller annimmt. Ohne irgendetwas spoilern zu wollen, wird es niemanden überraschen, dass diese Geschichte von unerwiderter Liebe, pubertärem Gefühlschaos, Besessenheit und Wahn unaufhaltsam auf ein dramatisches Ende zusteuert.

Wie so viele Filme der Seventies ist DEEP END natürlich auch ein Dokument seiner Zeit: Mit dem Soundtrack von Cat Stevens und der deutschen Kraurockband Can ist der Film popkulturell gut geerdet, während das angebliche Swinging London der Sixties als kalter, in Schnee und Gatsch versunkener Moloch gezeichnet wird.

Die Darsteller sind schön, einzelne Szenen hübsch freizügig, die Atmosphäre permanent sexuell aufgeladen. Wer Schubladen & Vergleiche braucht: Antonioni, Polanski, gleich die ganze Nouvelle Vague. Und doch wieder nicht. Als erotisches Coming of Age-Drama, lange bevor es diesen Begriff gab, steht DEEP END ziemlich eigenständig in der Filmgeschichte herum. Ein Kultfilm, wie man so schön sagt.

Die DVD von Koch erstrahlt in erstklassiger Bildqualität und wartet mit großzügigen Extras auf: Neben Trailer, Bildergalerie und Deleted Scenes gibt es noch eine 70-minütige Dokumentation namens "Starting Out", in der die Darsteller 40 Jahre später erneut aufeinander treffen.

Deep End Bild 1
Deep End Bild 2
Deep End Bild 3
Deep End Bild 4
FAZIT:

Wenn Liebe zur Besessenheit wird: Psychosexuelles Coming of Age-Drama von ESSENTIAL KILLING-Regisseur Jerzy Skolimowski, von Koch Media aufwändig restauriert. Kaufempfehlung!

WERTUNG: 8 von 10 Diamanten im Schnee
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