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Der Clan der Killer

Der Clan der Killer

OT: Ricco; Un tipo con una faccia strana ti cerca per ucciderti
70ER-EXPLOITATION: Italien, 1973
Regie: Tulio Demicheli
Darsteller: Christopher Mitchum, Barbara Bouchet, Malisa Longo, Eduardo Fajardo, Arthur Kennedy ua.

STORY:

Ricco, soeben wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen, kehrt zu seiner Schwester und Mutter heim. Seit sein Vater durch einen Schuss mitten ins Gesicht ums Leben kam, beschäftigt sich die ältere Dame mit Rache.
Wäre sie nicht an den Rollstuhl gefesselt, würde sie wohl selbst noch zur Waffe greifen.
Sie bittet Ricco, den Mörder ihres Mannes zu eliminieren. Also macht sich der brave Sohnemann auf die Suche nach dem in dieser Angelegenheit höchst verdächtigen Mafia-Chef und Seifenfabrikant Don Vito.

Wenn das mal gutgeht...

KRITIK:

"Der Clan der Killer" ist ein italienischer Exploitationkracher, der im Mafia-Milieu spielt. Von der Geschichte darf man sich nichts Tiefgründiges erwarten, stattdessen bekommt man nackte Menschen beiderlei Geschlechts, Gewalt und kultverdächtige Dialoge en masse geboten.

Christopher Mitchum alias Ricco wurde für die Hauptrolle auserkoren.
Und das trotz der Tatsache, einer der hässlichsten Hauptdarsteller zu sein, der je auf einer Leinwand zu sehen war.
Eines muss man dem Regisseur fairerweise lassen. Der italienische Alternativtitel "Un tipo con una faccia strana ti cerca per ucciderti" (in etwa: Ein Typ mit einem eigenartigen Gesicht sucht dich, um zu töten) ist tatsächlich Programm. Ob der Titel vor oder nach dem Engagement von Mitchum entstand, kann wohl nicht mehr eindeutig festgestellt werden.

Ricco, der auf dem Pannenstreifen einer Autobahn Richtung Zuhause (seine Familie wohnt über einer Tankstelle) entlang schlendert, wird von einem Streifenwagen aufgegabelt und ein Stück mitgenommen.
Seine Schwester und sein Schwager gehen gerade lautstark ihrer Lieblingsbeschäftigung nach, unterbrechen aber den Liebesakt, um sich vor lauter Freude über die Rückkehr Riccos mit ihm auf dem Asphalt neben einer Zapfsäule herumzuwälzen.
Klingt komisch? So sieht es auch aus.

Der ganze Film ist voller bildgewordener Skurrilitäten wie zum Beispiel die Szene, in der Barbara Bouchet wie ein Seemann aus "The Fog" aus dichtem Nebel auftaucht und sich mit nichts Weiterem als kniehohen Stiefeln und einem dünnen Unterhöschen bekleidet vor ein paar Gangstern auf deren Windschutzscheibe räkelt.
Oder der Bodyguard, der sich mit der Mätresse von Don Vito einlässt und inflagranti erwischt wird: der Ärmste wird im Adamskostüm zu Boden gezerrt, geprügelt, kastriert (on screen) und in einen Behälter mit kochender Seifenlauge geworfen.
Oder Ricco in einer Kung Fu-Szene, die so stümperhaft gedreht ist, dass man einfach nur über die fehlende Körperspannung und seine gummiartigen Bewegungen lachen muss.
Und dann wären da auch noch die Gogo-Tänzerinnen in einem Club, die wie Affen auf Ecstasy asynchron zur Musik herum hüpfen und so weiter und so fort.

Lug und Betrug, viele Tote, eine Liebesgeschichte und das Fazit, dass Selbstjustiz sich nie lohnt, runden den Filmgenuss noch entsprechend ab.

"Der Clan der Killer" ist einer dieser verrückten italienischen Filme mit dem unwiderbringlichen Charme der Siebziger, den man nur schwer beschreiben kann, man muss ihn einfach selbst erleben.

Der Clan der Killer Bild 1
Der Clan der Killer Bild 2
Der Clan der Killer Bild 3
Der Clan der Killer Bild 4
Der Clan der Killer Bild 5
Der Clan der Killer Bild 6
Der Clan der Killer Bild 7
FAZIT:

Zum ersten Mal für Zuhause auf Deutsch und ungeschnitten ist "Der Clan der Killer" vom Label Motion Picture in einer hübschen kleinen Hartbox erhältlich und für jeden Exploitation-Fan ein Muss.

WERTUNG: 7 von 10 Typen mit einem eigenartigen Gesicht
TEXT © Mauritia Mayer
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