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Der Venedig Code

Der Venedig Code

OT: Tempesta
THRILLER: USA/GB/ES/IT/NL, 2004
Regie: Tim Disney
Darsteller: Scot Williams, Natalia Verbeke, Tchéky Karyo, Rutger Hauer, Malcolm McDowell, Paul Guilfoyle

STORY:

Ein junger Kunstsachverständiger reist im Auftrag einer Versicherungsagentur nach Venedig um die Echtheit einiger wertvoller Gemälde zu überprüfen. Doch just bevor er eines der Bilder genauer unter die Lupe nehmen kann, wird es gestohlen. Für den Kunstexperten beginnt eine gefährliche Suche nach dem gestohlenen Bild und einer tödlichen Wahrheit..

KRITIK:

Es gibt Filme, da merkt man schon an solchen Kleinigkeiten wie dem Titel, dass nicht mal der Verleih sonderlich überzeugt vom Werk gewesen sein kann. Der "Venedig Code" ist das beste Beispiel hierfür. Da wollte wohl noch jemand schnell auf den "Da Vinci Code"-Zug aufspringen und machte aus dem mehrdeutigen Originaltitel "Tempesta" kurzerhand einen reißerischen "Venedig Code".

Dass Film und Titel nicht wirklich etwas miteinander gemein haben, wurde kurzerhand ignoriert. Sicher, der Film spielt in Venedig, aber einen Code gibt es eigentlich nicht zu entschlüsseln. Es gibt zwar ein kleines "Rätsel" am Schluss, das ist aber so lächerlich und aufgelegt, dass es eigentlich nicht weiter erwähnenswert wäre. Und wer eine actionreiche Schnitzeljagd durch die italienische Lagunenstadt erwartet ist sowieso im falschen Film.

"Tempesta" setzt viel mehr auf herkömmliche Krimikost die nach dem guten alten "Who-Dunnit" Prinzip serviert wird. Es gibt eine Menge Leidenschaft, Zeugen die kurz nachdem oder bevor sie etwas wichtiges preisgeben können einem tödlichen Attentat zum Opfer fallen, zwielichtige Gestalten die in den engen Gassen Venedigs lauern oder in großen Villen residieren und dazwischen kann man sogar einem Kunstsachverständigen bei seiner Arbeit quasi über die Schulter schauen.

Klingt ja recht vielversprechend. Leider entpuppt sich der Film aber nicht wirklich als das Gelbe vom Ei. Es wäre ja durchaus Potential vorhanden, die morbide Lagunenstadt Venedig als Drehort, dazu Darsteller wie Malcolm McDowell und Rutger Hauer gemischt mit einer zwar nicht revolutionären aber durchaus soliden Krimihandlung. Aus diesen Zutaten hätte man durchaus einen sehenswerten oder zumindest kurzweiligen Film machen können, doch irgendwie bekommt Walts Großneffe Tim Disney das ganze nicht gebacken.

Das ganze ist insofern traurig weil der Film, wie bereits erwähnt, durchaus Potential hätte. Mehr als einmal wartet das Werk mit schön morbiden Szenen auf, die geprägt sind von der Kulisse der Lagunenstadt und den Werken der alten Meister. Leider wird die spärlich aufgebaute Spannung immer wieder durch den exzessiven Einsatz von Überblendungen und zu lang geratenen Darstellungen der minutiösen Arbeit eines Kunstsachverständigen unterbrochen. Bitte nicht falsch verstehen. Beim ersten Mal mag es ja noch interessant sein, wenn man sieht wie und mit welchen Werkzeugen in diesem Bereich gearbeitet wird, aber spätestens wenn zum x-ten Male zu den feinen Werkzeugen gegriffen wird, beginnt’s halt zu nerven.

Und nein - es ist nicht cool Wellenbewegungen mittels schlechter Computertechnik in den venezianischen Himmel zu kopieren.

Das Hauptproblem liegt meines Erachtens aber darin, dass man mehr als nur einmal das Gefühl hat, der Film ist nicht "aus einem Guss". Vieles wirkt irgendwie zusammengeschustert und verstümmelt. Das ist natürlich traurig, eben weil es den Filmfluss und damit auch den Filmgenuss natürlich stört. Ebenso wie Szenen die einfach viel zu lang geraden sind.

Das ist insofern traurig, eben weil man aus dem Stoff, der Stadt und überhaupt allem sicher mehr herausholen hätte können. Immer wieder gibt es Szenen in denen der Film funktioniert und sogar Spaß macht. Leider sind diese Momente jedoch meist nicht von langer Dauer.

Der Venedig Code Bild 1
Der Venedig Code Bild 2
Der Venedig Code Bild 3
Der Venedig Code Bild 4
Der Venedig Code Bild 5
FAZIT:

Ein streckenweise zu lang geratener B-Movie über einen Kunstsachverständigen der einem venezianischem Kunstkomplott auf die Spur kommt. TEMPESTA mag sich auf dem Papier durchaus interessant angehört haben, in filmischer Hinsicht funktioniert das Werk leider nur bedingt.

WERTUNG: 4 von 10 Überschwemmungen
TEXT © Gerti
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