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Der letzte Gentleman

Der letzte Gentleman

OT: The Extra man
TRAGIKOMöDIE: USA, 2010
Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini
Darsteller: Kevin Kline, Paul Dano, Katie Holmes, John C. Reilly, Marian Seldes

STORY:

Louis Ives (Paul Dano) wirkt als käme er aus einer anderen Welt. Trotz seiner jungen Jahren legt er großen Wort auf eine propere Kleidung zu der auch Anzug und Krawatte gehören und seine Manieren sind vorzüglich. Nachdem er seinen Job in Princeton verloren hat, fasst er den Entschluss nach New York zu ziehen um sich selbst zu finden. Der schüchterne Louis landet schließlich als Untermieter beim ebenso exzentrischen wie erfolglosen Bühnenautor Henry Harrison (Kevin Klein), der nebenbei als männlicher Escort für reiche New Yorker Damen arbeitet...

KRITIK:

Kevin Kline, Paul Dano, Katie Holmes, John C. Reilly, "Der letzte Gentleman" wartet zumindest mit einer hochkarätigen Besetzung auf. Und dennoch hat man von dem Film bei uns noch recht wenig gehört. Nicht wirklich ein gutes Zeichen. Aber das muss ja nichts heißen, es gibt schließlich viele, zu unrecht, unbekannte Werke und versteckte Perlen.

Bei "The Extra Man", wie der Film im Original heißt, liegen die Dinge ein wenig anders. Sagen wir es so: Der Film ist etwas eigen. Und dürfte mit Sicherheit nicht jedermanns Sache sein.

Was auch damit zusammenhängen könnte, dass ein Erzähler aus dem Off, uns Louis Ives näher bringt. Zu Beginn erinnert der Film etwas an "Die fabelhafte Welt der Amélie", allerdings weitaus weniger verspielt.

Im warmherzigen Ton erzählt die Stimme aus dem off vom jungen Gentleman Louis Ives, der wenig gentleman-like einen Fetisch für Frauenklamotten hat. Klar, dass diese Vorliebe den verklemmten jungen Mann, in allerlei, nicht nur seelische Nöte bringt.

"Der letzte Gentleman" hat also durchaus auch Elemente eines Coming-of-Age Dramas. Dies wird durch den Soundtrack teilweise noch unterstrichen. Obwohl die Hauptfigur schon etwas älter ist, so muss Louis doch noch eine Menge lernen. Ob der alternde "Gentleman" Henry der Richtige ist um ihm etwas über das Leben beizubringen sei mal dahingestellt.

Louis und Henry könnten eigentlich unterschiedlicher kaum sein. Das was Louis an Unsicherheit und Verklemmtheit mitbringt, macht Henry mit seinem Sarkasmus, seiner grundsätzlich unfreundlichen Art und dem Umstand, das ihm nichts zu peinlich ist, wieder wett. Henry erinnert mehr an eine schmierige Version von Doktor House als an einen waschechten Gentleman.

Das alles unter einem Hut zu bringen und zudem auch noch einen Haufen skurriler Figuren auftreten zu lassen, erfordert großes Geschick und Fingerspitzengefühl. Und in seinen besten Momenten schafft der Film das alles sogar und es überaus köstlich dem Geschehen auf der Leinwand zuzuschauen. Doch leider sind diese Momente eher rar gestreut.

Die meiste Zeit über ist "Der letzte Gentleman" einfach nur nett. Nicht mehr und nicht weniger. Man schmunzelt ein paar Mal, aber herzhafte Lacher sind eher rar. Es ist halt so verdammt schwer eine gute, warmherzige Komödie, die auch ernst ist, und in der man manchmal nicht weiß ob man lachen oder weinen soll, zu drehen.

Dabei bietet der Film doch so viel versprechende Ansätze. Paul Dano, der sich in Frauenkleider wirft, John C. Reilly der mit einem interessanten Bart und einer noch interessanteren Stimme aufwartet und Kevin Kline, der sich in dem Film für so gut wie nichts zu schade ist und eine mitreisende Performance abliefert.

Klar, das alles ist lustig. Und auch nett anzuschauen. Es gibt Dialogwitze, ein paar witzige Ideen. Außerdem sind die Schauspieler toll. Aber dafür krankt es irgendwie an der Story.

Der letzte Gentleman Bild 1
Der letzte Gentleman Bild 2
Der letzte Gentleman Bild 3
Der letzte Gentleman Bild 4
FAZIT:

Als "Extra Man", bezeichnet man Männer, die ältere Damen in ihrem sozialem Leben begleiten und unterhalten. Also quasi ein Escort-Service. Man geht auf Dinners, besucht vielleicht eine Oper oder Vernissagen. In "Der letzte Gentleman" versuchen sich sowohl Kevin Kline als auch Paul Dano in diesem Job. Das Ergebnis ist anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann eigentlich ganz lustig und recht nett anzuschauen. Aber dennoch fehlt das gewisse etwas.

WERTUNG: 6 von 10 Weihnachtskugeln
TEXT © Gerti
Dein Kommentar >>
Nic | 28.04.2011 18:20
die Besetzung ist jedenfalls einen blick wert, der plot eher uninteressant. werds ausleihen.
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