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Die Familie mit umgekehrtem Dsenantrieb

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb

KOMÖDIE: J 1984, 1984
Regie: Sogo Ishii
Darsteller: Katsuya Kobayashi, Mitsuko Baisho, Yoshiki Arizono

STORY:

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb Seit einiger Zeit schon beobachtet Herr Kobayashi bei seiner Familie erste Anzeichen einer schweren Geisteskrankheit. Der Umzug aus der großen bösen Stadt in ein schmuckes Eigenheim im Grünen könnte seiner Familie die dringend benötigte Ruhe bringen. Bis Großvater auftaucht, der seinen Lebensabend im Kreise seiner Familie verbringen will.

Doch wohin mit dem alten Mann? Kurzerhand wird für Opa mitten in der Küche ein Kellerzimmer ausgehoben. Und selbst Termiten, Wasserrohrbrüche, Explosionen und andere Zwischenfälle können Herrn Kobayashi nicht von seiner "Familien-Rettungsmission" abhalten ...

KRITIK:

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb Eine Familienkomödie aus dem Land der aufgehenden Sonne. Aber was für eine! Fast zwanzig Jahre hat dieser Kultklassiker des anarchischen Humors japanischer Prägung bereits auf dem Buckel. Und trotzdem wirkt er erfrischend zeitlos; sein Alter ist ihm nicht anzusehen. Wohl auch deshalb, weil Regisseur Sogo Ishii sein Handwerk sehr gut versteht und diese überdrehte Gesellschaftsgroteske mit sehr stimmigen, breitwandigen Cinemascope-Bildern präsentiert. Kein Vergleich zum billigen DV-Look, in dem viele fernöstliche Produktionen heutzutage daherkommen.

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb Diesen Film in treffende Worte zu fassen, ohne allzu viel zu verraten, ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Stellt Euch vor, Japans Vorzeige-Maniac Takashi Miike hätte ein Remake des französischen Anarcho-Klassikers Themroc gedreht. Das Ergebnis ist eine typisch fernöstliche Extravaganz, die herkömmlichen cineastischen Erwartungshaltungen konsequent den Mittelfinger entgegenstreckt.

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb Alles beginnt ganz harmlos: Die (scheinbar) heile japanische Kleinfamilie bezieht ein neues Heim in beschaulicher Umgebung - doch schnell bekommt die Idylle erste Risse - und irgendwann wird sich die durchgedrehte Sippschaft mit Messern, Schwertern, Giftbechern, Schlagbohrmaschinen und Kettensägen gegenseitig an die Gurgel gehen ...

Die Familie mit umgekehrtem Düsenantrieb Wir sprechen hier immer noch von einer Komödie. Allerdings einer, bei der einem das Lachen öfters im Hals stecken bleibt. Die Krönung des unfassbaren Treibens ist wohl die Szene, als Großvater plötzlich in einer Uniform aus dem zweiten Weltkrieg steckt und droht, seine in Bondage-Manier gefesselte Enkeltochter "zur Strafe" zu vergewaltigen ...

Ich interpretiere das als Anspielung auf die unaufgearbeitete Kriegsvergangenheit Nippons, in der Vergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung eingesetzt wurden.

Überhaupt werden hier satirische Giftpfeile in Richtung Staat und Gesellschaft verschossen, die es in sich haben.

Wie diese stetig anschwellende Wahnsinnskomödie immer wieder unerwartete Wendungen nimmt - und schlussendlich auf ein harmonisches Happy End (jawoll!) hinausläuft - das muss man einfach gesehen haben.

FAZIT:

Absurder, gnadenloser Anarcho-Comedy-Horrortrip, der den ganz normalen Wahnsinn der japanischen Gesellschaft aufs Korn nimmt. Ein Kultklassiker, dem die heutigen jungen wilden asiatischen Bilderstürmer (Takashi Miike, Kim Ki-Duk ...) eine Menge zu verdanken haben.

WERTUNG: 8 von 10 weißen Ameisen
Dein Kommentar >>
Ju | 30.11.2006 17:19
Juhuuuu - nach Jahrzehnten enldich auf DVD!!! Der Film ist absolut schräg genial!!!
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