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Die Reise des Personalmanagers

Die Reise des Personalmanagers

OT: The Human Resources Manager
ROADMOVIE: ISRAEL/ROM, 2010
Regie: Eran Riklis
Darsteller: Mark Ivanir, Reymond Amsalem, Noah Silver, Guri Alfi

STORY:

Der Personalmanager (Mark Ivanir) der größten Bäckerei in Jerusalem hat ein Problem. Eine seiner Mitarbeiterinnen ist bei einem Selbstmordattentat ums Leben gekommen. Da sie keine Angehörigen in Jerusalem hat und somit auch keiner die Leiche identifizieren kann, ist der einzige Hinweis auf ihre Identität eine Lohnabrechnung der Bäckerei. Dort vermisst sie allerdings auch keiner, da sie schon seit einem Monat nicht mehr dort arbeitet. Der Schichtleiter hatte sich in sie verliebt, als ihm seine Frau auf die Schliche kam, hat er die Unbekannte entlassen und ihr aber wegen seines schlechten Gewissens weiter Gehalt bezahlt. Jetzt wirft die Presse der Bäckerei Unmenschlichkeit vor, weil sie dort keiner vermisst. Der Personalmanager soll den Karren aus dem Dreck ziehen.

KRITIK:

Also wird er von seiner Chefin dazu verdonnert, die Leiche von Jerusalem in ihre Heimat nach Rumänien zu überführen, auf Kosten der Bäckerei. Ein aufdringlicher Pressefuzzi begleitet ihn dabei. Für den Personalmanager eine äußerst unangenehme Aufgabe. So muss er sich doch gerade mit ganz anderen Problemen rumschlagen: Er lebt in Scheidung, seine Tochter ist enttäuscht von ihm und seinen Job kann er auch nicht wirklich leiden.

Die Reise des Personalmanagers ist ein Roadtrip auf osteuropäisch, inklusive Panzer, Bunker und kargen, trostlosen Dörfern. So verbindet der Film auf zugleich sehr humorvolle und tragische Weise Themen wie Menschlichkeit, kulturelle Grenzen und die Wandlung eines Menschen.

Sehr komische Szenen wechseln sich ab mit absurden Momenten und großer menschlicher Tragik. So ist der Personalmanager anfangs nur genervt von seiner Aufgabe und versucht alles so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, da er zu seiner Tochter nach Hause möchte, der er versprochen hat, sie auf einer Klassenfahrt zu begleiten. Natürlich geht wie üblich einiges schief und er wird die Leiche nicht gleich los in Rumänien. Also macht er sich mit dem Ehemann der Konsulin, einem trinkfesten Fahrer, dem Sohn der Toten, dem Pressefuzzi und natürlich der Leiche auf den Weg zur Großmutter des Jungen, die die Papiere unterschreiben soll.

Auf der Reise wird aus dem uninteressierten Personalmanager, der nur die Leiche loswerden will, ein mitfühlender Mensch, der sich mehr für die Belange Anderer interessiert. Und diese Tragik ist einfach stellenweise urkomisch verpackt. Obwohl es ein Roadtrip ist, ist der ganze Film doch sehr langsam und bedacht erzählt und erhält trotzdem seine Spannung.

Alle Darsteller sind sehr überzeugend und authentisch und es macht Spaß ihnen beim Spiel zu zusehen. Verschrobene Charaktere in einer unwirklichen trostlosen Umgebung, mit kulturellen Unterschieden, die sich doch irgendwie zusammenraufen um eine gemeinsame Mission zu erfüllen, die sie am Ende zusammenschweisst. So echt erzählt, ohne Schnickschnack und trotzdem tragisch-komisch.

Die Reise des Personalmanagers ist ab 25. Mai 2012 auf DVD erhältlich.

Die Reise des Personalmanagers Bild 1
Die Reise des Personalmanagers Bild 2
Die Reise des Personalmanagers Bild 3
Die Reise des Personalmanagers Bild 4
Die Reise des Personalmanagers Bild 5
FAZIT:

Ein tragisch-komischer Roadtrip durch eine unwirkliche, karge osteuropäische Landschaft mit verschrobenen Charakteren, mit skurrilen Momenten und trotzdem einer wohltuenden Ernsthaftigkeit.

WERTUNG: 7 von 10 Särgen auf dem Autodach
TEXT © Nicky
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