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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE

SPECIAL: Die besten Pokerfilme

Glücklicherweise ist nicht jeder ein derartiger Pechvogel wie Charlie Harper in der Sitcom Two and a Half Men, der nach eigenem Bekunden stets einen Großteil seines durchaus üppigen Einkommens beim Spiel verliert.

Vielleicht sollte sich der gute Charlie einmal eine Liste von Poker-Filmen zu Gemüte führen. Als filmische Nachhilfe quasi. Wer weiß, vielleicht kann er sich von den Profis im Film den einen oder anderen Trick abschauen und beim Poker-Spiel gewinnbringend anwenden.

Willkommen bei einem Filmtipps-Mini-Special im Zeichen von Bube, Dame, König, grAS. Wir beginnen mit den unvermeidlichen Klassikern und reisen ins ebenso unvermeidliche Las Vegas. Wir werden das eine oder andere Casino aufsuchen. Dabei werden wir vom Weg abkommen, im Wilden Westen aufwachen, einen Abstecher nach Italien und sogar ins fernöstlichen Laos wagen, bevor wir in Oklahoma Feinde fürs Leben finden werden.

CINCINNATI KID

USA 1965. Regie: Norman Jewison. Darsteller: Steve McQueen, Edward G. Robinson, Rip Torn, Ann-Margret

Dieser Klassiker erzählt die Geschichte des jungen Poker-Profis Eric "The Kid" Stoner (Steve McQueen), der in New Orleans zur Zeit der großen Depression den Altmeister Lancey "The Man" Howard (Edward G. Robinson) herausfordert.

Ursprünglich hatte Sam Peckinpah mit den Dreharbeiten begonnen. Doch der streitbare Regie-Rebell ("THE WILD BUNCH", "STRAW DOGS", "BRING MIR DEN KOPF VON ALFREDO GARCIA") hatte sich rasch mit den Produzenten zerstritten. Norman Jewison sprang ein und inszenierte die möglicherweise dichteste Charakterstudie von besessenen Spielern aller Zeiten.

CASINO

USA 1995, Regie: Martin Scorsese. Darsteller: Robert De Niro, Joe Pesci, Sharon Stone, James Woods, Kevin Pollak

Sam "Ace" Rothstein (Robert De Niro) wird vom Chicagoer Mob aufgrund seines erstklassigen Spiel- und Wetttalentes mit der Führung des Tangiers-Casinos in Las Vegas beauftragt. Es ist ein Ort, wo das Glücksspiel weder mit Glück noch mit Spiel etwas zu tun hat.

CASINO ist vielleicht das größte Meisterwerk der an großen Meisterwerken nicht gerade armen Filmografie des Heiligen Marty, wie wir Martin Scorsese auf unserer kleinen Website gerne ehrfurchtsvoll nennen. Und eine wahre Geschichte obendrein. Eine ausführliche Filmbesprechung mit Höchstnote – was sonst – findet ihr hier.

BUGSY

USA, 1991. Regie: Barry Levinson. Darsteller: Warren Beatty, Annette Bening, Harvey Keitel, Ben Kingsley, Elliott Gould

Bleiben wir bei den True Crime-Dramen: 1941 wird der Mobster Benjamin "Bugsy" Siegel (Warren Beatty) von Chicago nach Los Angeles geschickt, um dort das Wettgeschäft zu erobern. Doch die Gewinne für die Mafia sprudeln nicht wie erhofft. Der ebenso wahnsinnige, wie visionäre Bugsy schmiedet rasch einen neuen Plan. Da Casino Spiele im Staate Nevada legal sind, will Bugsy in dem verschlafenen Wüstennest Las Vegas ein Luxuskasino eröffnen. Und der Rest ist Geschichte. Streng genommen ist BUGSY kein Poker-Film. Und im Gegensatz zu Scorseses großen Mafia-Klassikern CASINO und GOOD FELLAS ist das Meisterwerk von Barry Levinson beinahe schon in Vergessenheit geraten. Umso mehr ein Grund, diese hochspannende filmische Geschichtsstunde über die Historie von Las Vegas wiederzuentdecken. Eine ausführliche Filmbesprechung gibt es hier.

CASINO ROYALE

Regie: Martin Campbell. Darsteller: Daniel Craig, Mads Mikkelsen, Judi Dench, Giancarlo Giannini, Eva Green

Auch hier: Kein Poker-Film im eigentlichen Sinne. Doch die Szene, in der unser aller Lieblings-Bösewicht Mads Mikkelsen alias Le Chiffre das coolste Pokerface der jüngeren Filmgeschichte aufsetzt, ist zweifellos ein Magic Moment. „A Higher Full House“.

ROUNDERS

USA 1998. Regie: John Dahl. Darsteller: Matt Damon, Edward Norton, John Malkovich, Gretchen Mol, John Turturro

Matt Damon und Edward Norton, der im selben Jahr den kultisch verehrten FIGHT CLUB drehte, verdingen sich in diesem Crime-Drama von John Dahl als Poker-Spieler, von denen er eine aufhören will und der andere Spielschulden beim KGB hat. Ein Kinostart im deutschen Sprachraum war dem Film nicht vergönnt. Interessant ist der Film dennoch, zeigt er doch zwei gut aufgelegte Stars kurz vor ihrem großen Durchbruch.

TODFEINDE

USA, 1968. Regie: Henry Hathaway Darsteller: Dean Martin, Robert Mitchum, Inger Stevens, Roddy McDowall, Yaphet Kotto

Eine Pokerrunde geht mächtig schief. Einer der Spieler wird des Betrugs verdächtigt und von seinen Mitspielern letztendlich gelyncht. Einzig Van Morgan (Dean Martin) versucht den Lynchmord zu verhindern. Ums Poker-Spiel dreht sich alles in diesem wenig bekannten, aber um so spannenderen Mystery-Western, in dem Robert Mitchum seinen sinistren Filmprediger aus dem Klassiker DIE NACHT DES JÄGERS ein wenig variiert. Hier eine ausführliche Besprechung dieses Geheimtipps.

LAST EXIT RENO

Regie: Paul Thomas Anderson. Darsteller: Philip Baker Hall, John C. Reilly, Gwyneth Paltrow, Samuel L. Jackson, Philip Seymour Hoffman

John (John C. Reilly) hat den letzten Cent verspielt. Ein älterer Mann namens Sidney (Philip Baker Hall) erscheint als Retter in der Not, der ihm im Casino diverse Tricks beibringt.

Noch vor MAGNOLIA, BOOGIE NIGHTS UND THERE WILL BE BLOOD war LAST EXIT RENO bzw. HARD EIGHT, wie der Film im Original heißt. Der Erstlingsfilm des von uns hoch geschätzten Regisseurs Paul Thomas Anderson mag vielleicht noch nicht die Komplexität seiner späteren erreichen, doch sein Gespür für das Erzählen einer guten Geschichte ist bereits in diesem Werk klar zu sehen. Zusammen mit seiner gleichzeitig bodenständigen wie innovativen Regiearbeit, der unnachahmlichen Kamera von Robert Elswit und gleich einem halben Dutzend hochkarätiger Schauspieler, machen diesen Film zu etwas besonderem.

WILD CARD

USA, 2015. Regie: Simon West. Darsteller: Jason Statham, Michael Angarano, Dominik García-Lorido, Hope Davis, Milo Ventimiglia, Stanley Tucci, Anne Heche

Action-Routinier Simon West (THE EXPENDABLES 3) inszenierte diesen unterschätzten Thriller mit Schaupatz Las Vegas. Jason Statham wird schauspielerisch deutlich mehr gefordert als in vergleichbaren Produktionen. Den dramatischen Charakter eines pathologischen Kartenspielers, der durch betonte Coolness über seine Probleme hinwegtäuschen möchte, steht dem Briten dabei erstaunlich gut. Hier unsere Filmbesprechung.

THE CARD PLAYER

I 2004. Regie. Dario Argento. Darsteller: Liam Cunningham, Adalberto Maria Merli, Silvio Muccin

Die römische Kommissarin Anna Mari (Stefania Rocca) bekommt per Email eine Nachricht von einem Verrückten, der mit der Polizei online um das Leben einer entführten Frau pokern will. Lehnt die Polizei das Angebot ab, muss die Frau sterben. Verlieren sie, muss sie ebenfalls sterben. Eine klassische Lose-Lose-Situation, leider auch für die Karriere von Dario Argento. Der visionäre Schöpfer von bildgewaltigen Giallos – wir fiebern dem SUSPIRA-Remake entgegen - zeigt sich hier weit von seiner Bestform entfernt. Bei aller Liebe: Mehr als 6 von 10 Punkten konnte unser Rezensent seinerzeit nicht vergeben.

FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS

USA 1998. Regie: Terry Gilliam. Darsteller: Johnny Depp, Benicio del Toro, Christina Ricci, Ellen Barkin

Raoul Duke (Johnny Depp) ist auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Doch die wirkliche Welt sieht etwas anders aus, "im anstößigen Jahr unseres Herrn, 1971". Verfolgt von einem Schwarm Fledermäusen flüchtet man erst einmal nach Las Vegas. "Keine gute Stadt für psychedelische Drogen", konstatiert Dr. Gonzo. Tatsächlich herrscht in der glitzernden Wüstenstadt das blanke Grauen: Es wimmelt von Reptilien, Granaten schlagen ein, und das Hotelzimmer gleicht einem Schlachtfeld.

Streng genommen auch nicht unbedingt ein Poker-Film. Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Duo Infernale Johnny Depp und Benicio del Toro hier überhaupt jemals ein Casino von innen zu sehen bekommen. Aber eine Filmtipps-Liste mit Spiel/Casino/Poker/Vegas-Schwerpunkt KANN diesen Zelluloid gewordenen Irrsinn und persönlichen Lieblingsfilm des Autors einfach nicht ignorieren.
Hier eine angemessen euphorische Filmbesprechung aus den Pionier-Tagen unserer Website.

DEAREST SISTER

LAOS, 2016. Regie: Mattie Do.

Aus dem fernöstlichen Laos erreicht uns dieses entrückte Horror-Märchen um zwei ungleiche Schwestern, von denen eine mit den Toten kommuniziert und sich die Lottozahlen vorhersagen lässt. Das Grauen schleicht sich mit leisen Sohlen an in diesem eigenwilligen, faszinierenden Film, der hierzulande am /slash-Filmfestival seine Premiere feierte und hoffentlich bald auch regulär zu sehen sein wird.

HELL OR HIGH WATER

USA, 2016 Regie: David Mackenzie. Darsteller: Chris Pine, Ben Foster, Jeff Bridges, Gil Birmingham.

Mit einer ausgesprochen spannenden Poker-Szene wartet der Indie-Thriller HELL OR HIGH WATER auf. Die Brüder Howard (Chris Pine, Ben Foster) sind nicht unbedingt zum ihrem Vergnügen in diesem von Native Americans betriebenen Casino in Oklahoma. Es gilt, das Beutegeld ihrer Banküberfälle zu waschen. Der große Mann schöpft wohl Verdacht ...
Der Film ist übrigens dieser Tage in Österreich gestartet und wird dringend empfohlen.
In diesem Sinne: "You know what Comanche means? It means enemies with everyone."


Dein Kommentar >>
Djan | 09.06.2017 12:14
nice one!
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