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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Diva

Diva

THRILLER: FRANKREICH, 1981
Regie: Jean-Jacques Beineix
Darsteller: Frédéric Andréi, Richard Bohringer, Wilhelmenia Fernandez, Thuy An Luu

STORY:

Der Postbote Jules (Frédéric Andréj) ist ein glühender Verehrer der Operndiva Cynthia Hawkins (die wahre Opernsängerin Wilhelmenia Fernandez). Die Sängerin hat noch nie eine Platte aufgenommen, da ihr dabei die Nähe zum Publikum fehlt. Als Cynthia Hawkins nach Paris kommt, besucht Jules ihr Konzert. Dabei fertigt er heimlich eine professionelle Aufnahme für seinen Privatgebrauch an. Hierbei wird Jules von zwei Taiwanern beobachtet. Die wollen nun mit allen Mitteln in Besitz des Tonbandes kommen, um viel Geld mit einer Schwarzpressung zu scheffeln.

Die Dinge werden noch komplizierter, als Jules, ohne es zu merken, in den Besitz einer weiteren brisanten Tonbandaufnahme gelangt. Diese wird ihm heimlich von einer durch Killer ermordeten Prostituierten kurz vor ihrem Tod zugesteckt. Sie enthält belastendes Material über den Chef eines internationalen Mädchenhändlerrings. Die Polizei erfährt von der Existenz dieses Bandes. Bald wird Jules sowohl von den Taiwanern, als auch von den Killern der Mafia und der Polizei gejagt. Wie gut, dass er mittlerweile Bekanntschaft mit dem verrückten Exzentriker Gorodish (Richard Bohringer) und seiner patenten asiatischen Freundin Alba (Thuy An Luu) gemacht hat ...

KRITIK:

DIVA ist ein völlig zu unrecht vergessener Kultfilm der 80er Jahre. Das Debüt des Regisseurs Jean-Jacques Beineix erhielt im Jahre 1982 vier Césars in den Kategorien Kamera, Ton, Musik und bestes Erstlingswerk. Dieser Film bildete den Grundstein einer ganz neuen Filmbewegung, des "Cinéma du look", der größten Revolution des französischen Kinos seit der Nouvelle Vague. Doch während Luc Besson, der bekannteste Vertreter dieser Bewegung, heute Weltrum genießt, ist Jean-Jacques Beineix zwischenzeitlich weitestgehend in Vergessenheit geraten.

DIVA kann man nicht wirklich in Worte fassen, man muss diesen Film selber erleben! DIVA ist sowohl ein klassischer Krimi, als auch ein moderner Thriller. Aber DIVA ist auch ein Musikfilm und ein Liebesfilm. DIVA ist ein altmodisches, romantisches Märchen und ein hypermoderner, greller Livestyle-Alptraum. DIVA ist gleichzeitig äußerst rasant und geradezu altmodisch bedächtig. DIVA ist am Puls der Zeit und hebt ab in surreale Märchenwelten. Die Charaktere in DIVA sind leere Hülsen und comicmäßig übersteigerte Karikaturen, die uns zugleich seltsam berühren.

Der Film will nichts weiter sein, als reine Oberfläche und bringt uns doch immer wieder zum Nachdenken. DIVA feiert die Musik, die Kunst und das Leben. DIVA ist ein buntes Knallbonbon von einem Film. DIVA veranschaulicht den Kerngedanken von Walter Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" und überträgt ihn von der Bildenden Kunst auf die Musik. DIVA ist das Ei des Columbus und völliger Schund. ..

… und wahrscheinlich wurde DIVA gerade deshalb vergessen, weil der Film bis heute so außergewöhnlich einflussreich ist!

Heute wollen fast alle Filme sein wie DIVA. Sie wollen poppig sein wie DIVA, sie kokettieren wie DIVA mit der oberflächlichen Werbeästhetik, sie mixen wie Tarantino, äh, ich meine wie DIVA, die unterschiedlichsten Genres und Stile. Doch sie sind vielleicht so bunt wie DIVA, aber sie erreichen niemals sein Flair. Denn DIVA ist nicht einfach nur abgefahren, sondern hat auch enorm viel Atmosphäre! Jean-Jacques Beineix entführt uns mit DIVA in eine ganz eigene Welt. Aber dazu braucht er weder Special Effects noch Computeranimationen. DIVA markiert die Geburt des postmodernen Kinos. Aber zugleich ist DIVA so verdammt altmodisch uns zu zeigen, dass man für einen unglaublich originellen Film nicht mehr braucht als ein bisschen Fantasie!

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FAZIT:

Mit dem Mofa durch die Pariser Metro und "die Kunst des Zen beim Butterbrotschmieren". DIVA ist ein atmosphärischer Trip in eine Parallelwelt, geprägt durch überbordende Phantasie, unglaublichen Style und coole Sprüche im Sekundentakt!

WERTUNG: 10 von 10 zwischen Nacktfotos zum Klauen versteckte Schallplatten
TEXT © Gregor Torinus
Dein Kommentar >>
Harald | 13.09.2010 13:48
Sehr schöne Kritik, der eigentlich wenig hinzuzufügen ist. Außer dass ich es nicht ganz wahrhaben möchte, dass der Film in Vergessenheit geraten wäre. Hat nicht ein gewisser Nick Hornby in "High Fidelity" in den höchsten Tönen von Diva geschwärmt? Und gab's nicht 2007 einen Kino-Neustart in den USA?
Gregor | 13.09.2010 16:25
Merci! - Ich denke, man spürt meine Begeisterung!
Harald | 13.09.2010 16:57
ja, die ist ja auch berechtigt.
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