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Dont wake the dead

Don´t wake the dead

HORROR: DEUTSCHLAND, 2008
Regie: Andreas Schnaas
Darsteller: Ralph Fellows, Sonja Kerskes, Fiana de Guzman

STORY:

Eine Frauenclique will ein altes Schloss renovieren. Die Pinsel sind nicht einmal ausgepackt, als ein Fluch, der sich alle 66 Jahre neu erfüllt, in Kraft tritt. Und kurz darauf stehen untote Templer und Zombie-Landser vor der Tür…

KRITIK:

Schön, dass Andreas Schnaas wieder ein Lebenszeichen von sich gibt. Schließlich hat der sympathische Hamburger Filmemacher und Splattergarant dem Verfasser dieser Zeilen mit herrlichen Amateurgoreflicks wie VIOLENT SHIT 3 oder ANTHROPOPHAGUS 2000 die "blutrünstigen" Teenagertage versüßt.

Und dass Schnaas ein Kind des Genres ist, beweist er auch in seinem aktuellen Streifen DON´T WAKE THE DEAD. Er lässt untote Templer und Wehrmachtszombies zu Ehren von de Ossorios reitenden Leichen und dem ZOMBIE LAKE aufmarschieren. Er zitiert den TANZ DER TEUFEL und den MASTER OF THE FLYING GUILLOTINE. Und lässt es natürlich an der Gorefront krachen. In Deutschland, wo die zarten Blümchen wachsen, allerdings schallgedämpft, weil unsere gestrengen Sittenwächter mit ihren berüchtigt flinken Scheren am Werk waren, um das empfindsame und labile Germanengemüt vor allzu grobem Zombieunfug zu bewahren.

Und genau da beginnen die Probleme von DON`T WAKE THE DEAD, der keinen Hehl daraus macht, was Sinn und Zweck der Übung ist. Gore um des Gore Willen. Und wenn davon dank Zensur die Hälfte fehlt, hat dies etwas von einer Party, bei der das Bier ausgeht.

Obgleich man fairerweise sagen muss, dass DON´T WAKE THE DEAD immer noch gewaltig splattert, aber dennoch ist offensichtlich, dass da einige Kübel voll mit Gore und Kuddeln im Schneideraum der FSK geblieben sind. Und die vermisst man schmerzhaft, denn mit seinen kaum erträglichen Laiendarsteller(inne)n und den obermiesen Dialogen gewinnt DON`T WAKE THE DEAD leider keinen Blumentopf.

Der Film will zwar ironisch sein, aber es hapert an Witz. Er steht zu seinem Trashgehalt, hat aber irgendwie keinen Charme. Man hat das Gefühl, dass Schnaas es diesmal nicht geschafft hat, diesem Landsertemplerzombieeintopf die richtige Würze zu verpassen.

DON`T WAKE THE DEAD rockt einfach zu selten. Und die mit dem Regisseur augenscheinlich befreundete Heavy Metal-Band, die den Film als Promotionbühne benutzen durfte, tut dies entschieden zu oft. Die Mucke ist zwar nicht schlecht, aber minutenlanges Live-Geschrubbe mitten im Finale ist des Guten eindeutig zu viel. Zumal das "Zombieband-spielt-für-eine-Zombiecrowd"-Szenario nicht nur ausgelutscht, sondern auch ziemlich peinlich ist.

Letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass Andreas Schnaas´ frühere Filme mehr Pfeffer im Arsch hatten. Vielleicht wäre er besser beraten gewesen, wenn er den einst mit dem coolen DEMONIUM eingeschlagenen Weg weiterverfolgt hätte, anstatt mit einer anspruchslosen und etwas kindischen Splatterei wie DON`T WAKE THE DEAD wieder zwei Schritte zurückzugehen.

Don´t wake the dead Bild 1
Don´t wake the dead Bild 2
Don´t wake the dead Bild 3
Don´t wake the dead Bild 4
FAZIT:

Andreas Schnaas ist zurück und beweist mit kleinen und großen Zitaten Liebe und Verbundenheit zum Genre. Allerdings ist seine neueste Blutorgie - auch wenn lange nicht mehr da gewesene Splatterveteranen wie untote Kreuzritter und Wehrmachtszombies mitmischen - etwas unspritzig ausgefallen und zudem zensurgebeutelt. Was man den Spielverderbern von der FSK allerdings nicht ankreiden kann, sind die miesen Dialoge und die wenig greifende Ironie des Ganzen.
So gesehen ist DON`T WAKE THE DEAD eine kleine Enttäuschung, weil Schnaas es eigentlich unterhaltsamer kann. Dennoch will und kann ich kein endgültiges Urteil fällen, weil eine Uncut-Fassung des Streifens im deutschsprachigen Raum noch aussteht. Die Hoffnung ist berechtigt, dass die dann noch ein paar Trümpfe in der Hinterhand hat.
Bis dahin gibt´s leider nur…

WERTUNG: 3 von 10 aus Liebeskummer geexte Flaschen Wein
TEXT © Christian Ade
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