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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Dr. Giggles

Dr. Giggles

HORROR: USA, 1992
Regie: Manny Coto
Darsteller: Larry Drake, Holly Marie Combs, Cliff de Young, Glenn Quinn

STORY:

Der psychopathische Sohn eines psychopathischen Hausarztes flüchtet aus dem Irrenhaus und macht fortan in seiner verhassten Heimatstadt mörderische Hausbesuche...

KRITIK:

DR. GIGGLES (not Snuggles) aus dem Jahr 1992 ist zwar ein amerikanischer Schlitzerfilm der 90er, doch noch ganz aus dem alten Schrot und Korn der 80er. Bekanntlich haben Horror-Legende Wes Craven und sein Drehbuchautor Kevin Williamson das Slashergenre erst 1996 von Grund auf renoviert (und der frische Wind hieß damals SCREAM).

DR. GIGGLES ist dagegen reinste Old School. Soll heißen: Man verwechselt Selbstironie noch mit Zynismus und das Publikum weiß ab der ersten Minute, wer der Killer ist.

Und dies ist in diesem Fall der wahnsinnige Arztsohn Evan Randell. An und für sich ist der vom passend besetzten Larry (DARKMAN) Drake verkörperte Vollpsycho kein unorigineller Schlitzer. Seinem Spitznamen "Dr. Giggles" (englisch: to giggle = kichern) macht er alle Ehre und sein debiles, krankes Kichern sorgt dann und wann nicht nur für Gänsehaut, sondern wird sich auf ewig in eurem Trommelfell festfressen.

Weit weniger memorabel sind dagegen die obligatorisch zynischen Oneliner, die jede Untat einleiten oder abschließen. Anfangs sind die zu jedem Mord bemühten Zeilen aus dem Worst of ärztlicher Klischeesätze vielleicht noch auf fiese Weise amüsant, doch sie werden rasch plump, dann penetrant und am Ende wirken sie nur noch nervtötend. Da der gute Onkel Doktor quasi mit der ersten Einstellung beginnend an einem recht hohen Body Count bastelt, bekommen wir zu allem Übel auch gleich eine Legion leidlicher Sprüche auf die Ohren.

Die Morde selbst sind recht abwechslungsreich gestaltet; aber was Wunder: Der Doktor setzt auch alles ein, was der Arztkoffer hergibt. Dabei gestaltet sich Randells Body Count leider längst nicht so sadistisch-kreativ und schmerzhaft wie der seines versierten Kollege THE DENTIST aus dem Zahnfach, aber mit zunehmender Spieldauer werden die Mordinstrumente auch hier phantasievoller und derber.

Ohnehin erbringt DR. GIGGLES erst nach einer starken halben Stunde die ersten Nachweise dafür, warum er sich im Fandom einer gewissen Beliebtheit erfreuen darf. Besteht die erste Hälfte noch aus stupidem Body Count, dessen einzige Nachdrücklichkeit im irren Gekicher seines Betreibers liegt, gesellen sich in der zweiten Halbzeit dann doch einige gelungene Horrorszenarien dazu: Zweimal Spannung und Krudes auf morbider Bühne (Stichwörter: Spiegelkabinett und Dr. Randells "Arztpraxis") sowie die recht sicken Rückblenden in die Kindertage des Doktors; inklusive Teddybären-Sezierung und goriger "Wiedergeburt".

Dr. Giggles Bild 1
Dr. Giggles Bild 2
Dr. Giggles Bild 3
Dr. Giggles Bild 4
Dr. Giggles Bild 5
FAZIT:

Das kränkelnde Gesundheitswesen oder Slashen bis der Arzt kommt...- Hier versucht sich Dr. med. Larry (DARKMAN) Drake als Nachwuchs-Jason und Fans oldschooliger amerikanischer Schlitzerfilme können dessen Sprechstunde durchaus besuchen, wenn sie denn keine Wunderdinge erwarten. Operation gelungen, 17 Patienten tot, aber mein bevorzugter Hausarzt heißt immer noch Phibes. Summa summarum:

 

WERTUNG: 5 von 10 Operationen am offenen Herzen
TEXT © Christian Ade
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