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Ein letzter Kuss

Ein letzter Kuss

KOMÖDIE/DRAMA : I, 2001
Regie: Gabriele Muccino
Darsteller: Stefano Accorsi, Giovanna Mezzogiorno

STORY:

Ein letzter Kuss
Während eines Familienessens eröffnet die überglückliche Giulia (Giovanna Mezzogiorno) vor der gesamten italienischen Verwandtschaft und ihrem erstaunten Freund Carlo (Stefano Accorsi), dass sie schwanger ist. Die darauf folgenden Emotionen sind wie Tag und Nacht. Während sich die Schwiegereltern riesig freuen, muss Giulias Mutter einsehen bald Oma zu werden. Auch Carlo, der bis jetzt eigentlich glücklich in der Beziehung war kann sich mit dem Gedanken an eine Familie und dem Ende seines ‚freien’ Lebens momentan nicht anfreunden. Carlos Freunde, allesamt mit mehr oder weniger unglücklichen Beziehungsstatus warnen ihn vor dem was vor ihm liegt. Als wäre Carlos Lage für ihn nicht schon schwer genug lernt er auf einer Hochzeit die 18-jährige Francesca kennen, die ihn mit ihrer Schönheit und Jugend verzaubert und auch noch Gefallen an ihm findet. Sich in soeinen kleinen Seitensprung zu flüchten würde sich hier ja förmlich anbieten. Während Giulia also einen Kinderwagen aussucht plant Carlo ein Date mit der jungen Blondine, die den manifestierten Traum eines Mannes in midlife crisis darstellt.

Außerdem wäre da ja auch noch Giulias Mutter (bemerkenswert und Donatella- Award ausgezeichnet: Stefania Sandrelli), die beschließt sich endlich scheiden und ihre alte Affäre wieder aufleben zu lassen. Oder Alberto, der sein Leben von Joint zu Joint mit ständig wechselnder weiblicher Bettbegleitung vor sich hin lebt. Oder Adriano, der mit seiner Frau und ihren Veränderungen seit sie Mutter ist nicht mehr klarkommt. Oder Paolo, der am liebsten mit dem Schiff seines Onkels dem ganzen Alltag und Problemen davon segeln möchte.

KRITIK:

Ein letzter Kuss Bei diesem Film darf man sich vom Cover, welches eine kitschige 08/15 Lovestory andeutet, nicht täuschen lassen. Vielleicht klingt auch die Story für den einen oder anderen zu platt, aber bei der Ausführung haben sich die Italiener mächtig ins Zeug gelegt. Die Darsteller und ihre Beziehungen wirken nicht überzeichnet und überzeugen, wie die meisten europäischen, mit Herz gespielten Darsteller nur überzeugen können. Gerade einmal Giulias superhysterischer Anfall nachdem sie von der Untreue ihres Mannes erfahren hat wirkt etwas langatmig und ein bissl ‚too much’.

Der junge Italiener Gabrielle Muccino hat nicht nur Regie geführt, sondern auch selbst das Drehbuch für den Film geschrieben, welcher im eigenen Land großen Anklang fand (Fünf Donatello-Awards!) Während ich den Film sah wusste ich nicht wer Regie führt und hätte meine Hand ins Feuer gelegt, dass es ein Mann war. Das soll auf keinen Fall negativ gewertet werden, jedoch sind das Drehbuch und die Regiearbeit deutlich von einer maskulinen Hand gekennzeichnet.

Perfekt wird bei diesem Film die ‚Beginn einer neuen Ära’ Stimmung der Twens im Endstadion eingefangen und der Umgang der agierenden Personen damit. Zeitweise weiß man einfach nicht mehr ob es etwas Wunderbares oder Schreckliches ist eine gewisse Altersgrenze zu überschreiten und einen Abschnitt seines Lebens, langsam aber sicher hinter sich zu lassen. Nicht jeder geht den gleichen Weg, nicht jeder der Freunde ist bereit sich einzugestehen, dass Jugend und Verantwortungslosigkeit etwas Wunderschönes, aber Vergängliches ist. Nicht jeder kann und mag sich dem beugen. Muss er auch nicht, weil man sich auf der anderen Seite ja auch einen Van kaufen und damit quer durch Afrika düsen kann. Der Film stellt die Optionen des Älterwerdens nicht in Frage, sondern zeigt vielmehr das große Spektrum der Möglichkeiten die wir in unserem Leben ausschöpfen können und die verschiedenen Wege die wir gehen können. Es wird nicht geurteilt welcher Weg richtig oder falsch ist, weil es dafür sowieso keine universell gültige Antwort gibt.

FAZIT:

Charmanter Film aus bella Italia ... Mit Biss, einer großen Portion Temperament und hintergründigem Humor.

WERTUNG: 7 von 10 Postkarten aus Afrika
Gastreview von Stefanie
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