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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Elephant White

Elephant White

ACTION: USA, 2011
Regie: Prachya Pinkaew
Darsteller: Djimon Hounsou, Kevin Bacon, Jirantin Pitakporntrakil, Sahajak Boonthanakit

STORY:

Der Ex CIA-Mann Curtie Church, nunmehr Profikiller, tötet im Auftrag eines dubiosen Geschäftmanns die Mitglieder einer Mädchenhändler-Bande in Bangkok. Unterstützt wird er dabei von dem Waffenhändler "Jimmy, der Engländer", welcher sich lieber als Waffen-Verleiher sieht und der eine gemeinsame Vergangenheit mit Church hat. Doch etwas ist seltsam an seinem Job. Nicht nur, dass die vermeintlich kleine Bande viel größer und straffer organisiert ist als angenommen, taucht noch das mysteriöse Mädchen Mae auf, eine scheinbar den Mädchenhändlern entkommene ehemalige Prostituierte, zu der er eine Art Vater-Tochter-Beziehung aufbaut und die mehr und mehr als sein Gewissen fungiert.

KRITIK:

Laut IMDB und Vertrieb handelt es sich bei ELEPHANT WHITE um einen Actionfilm. Durchaus nachvollziehbar, denn Action gibt's genug. Doch irgendwie ist ELEPHANT WHITE (Weiße Elefanten, Albinos, gelten in Thailand als heilig und friedensstiftendes Symbol) deutlich mehr. Er spielt in metaphysischen Ebenen, hat viel von Dokumentarfilmen, besitzt deutlich mystische Züge und würde auch als Kammerspiel gut funktionieren.

Nahezu alle Szenen spielen in der Nacht, sind immer wieder mal monochrom (rot, ocker, blau) fotografiert und insgesamt entsteht ein surreales Gefühl. Manchmal fühlte ich mich frappant an Jim Jarmuschs GHOST DOG erinnert. Der Nachteil: Viele Fragen und Probleme werden angerissen, aber nur die wenigsten beantwortet. Djimon Hounsou (oskarnominiert für GLADIATOR und AMISTAD) zeigt erstaunliche physische Präsenz, kann in den Kampfszenen auf seine eigenen Erfahrungen im Mixed Martial Arts zurückgreifen und überzeugt dadurch.

Doch irgendwie hat man auch immer das Gefühl, dass dieser Film ein sehr persönlicher für ihn ist, was sich auch dadurch zeigt, dass er ihn mitproduziert hat. Kevin Bacon, der schon in nahezu allen Genres seine Spuren hinterlassen hat, kann seinem Portfolio jetzt auch das Action-Genre hinzufügen. Er spielt phasenweise etwas overacted, bleibt aber insgesamt relativ verhalten.

Jirantanin Pitakporntrakul gibt schlussendlich das mysteriöse Mädchen Mae, die auf unschuldige, aber auch weise Art zum Dreh- und Angelpunkt des Films wird und gerade die naiv-wissende Darstellung macht ihre Rolle schon fast zu einem gruseligem Moment.

Der Regisseur Prachya Pinkaew, im Westen durch den Martial Arts-Epos ONG BAK bekannt geworden, versucht auf reduzierte, dennoch eindringliche Art Probleme seiner Heimat Thailand nahezubringen, hier insbesonders den Umstand, dass junge Mädchen oftmals von ihren eigenen Familien in die Prostitution verkauft werden.

Der Rest ist Martial Arts und tödliche Schussverletzungen jeglicher Coleur. So faszinierend die Bilder auch fallweise sein mögen, wiegt der Umstand, dass das Meiste unklar, vieles nicht einmal richtig nachvollziehbar bleibt, sehr schwer und lässt bedauerlicherweise verwirrte Seherinnen und Seher zurück.

Elephant White Bild 1
Elephant White Bild 2
Elephant White Bild 3
Elephant White Bild 4
FAZIT:

Tolle Kamera; reduziert, aber punktgenau gesetzte Musik; schnelle Action; und Multi-Lesart mit dem rechten Quäntchen Mystik und Philosophie sind die Pluspunkte des vom ONG BAK-Regisseur inszenierten und mit Kevin Bacon und Djimon Hounsou prominent besetzten Action-Films. Nicht annähernd beantwortete Fragen und die generelle Frage nach dem Sinn kann man im Minus ansiedeln. Weder Kult noch Publikumsliebling der Zukunft, dafür vielleicht eine interessante Fußnote des Genres.

WERTUNG: 6 von 10 spirituell durchbohrte Wangen
TEXT © Erich H.
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