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Eurotrip

Eurotrip

KOMÖDIE: USA/CZ, 2004
Regie: Jeff Schaffer, David Mandel
Darsteller: Scott Mechlowicz, Jacob Pitts, Kristin Kreuk, Cathy Meils, Michelle Trachtenberg

STORY:

Scott wird zum Schulabschluss von seiner Freundin Fiona verlassen. Und dann hält er seine heiße, deutsche Briefreundin Mieke auch noch für einen Kerl. Was ganz bitter ist, da sie für ihn in die USA reisen möchte, Scott jedoch auf Typen nicht steht. Also macht er mit ihr quasi Schluss.
Als er seinen Fehler erkennt, macht er sich zusammen mit seinem besten Freund Cooper auf den Weg nach Berlin um sein Liebesglück zu retten - eine wilde Odysee beginnt...

KRITIK:

"Scotty doesn’t know! Scotty doesn’t know!"

WOW, was für ein Trip - um einfach mal recht frei Marv (KEVIN ALLEIN IN NEW YORK angucken, dann klingelt’s schon) zu zitieren. Anders kann man EUROTRIP einfach nicht beschreiben, denn wie hier, in der Tradition National Lampoons, locker flockig jegliche politische Korrektheit, Schamgefühl und Konventionen über Bord gehen ist einfach umwerfend. Na gut, ich muss gestehen, ein wenig befangen bin ich schon, denn ein Faible habe ich für Filme in denen die Amerikaner mal so richtig ihre stereotypen Denkweisen über Europäer, dedizierter Deutsche, rauslassen und persiflieren. HILFE, DIE AMIS KOMMEN ist da so ein Beispiel, BIERFEST ein anderes.

Und dann ist da noch EUROTRIP bei dem man sich aufmachte einfach mal das komplette Land - Europa, that is - auf die Schippe zu nehmen, allen voran die Bundestaaten England, Frankreich, Holland, Slowakei und Deutschland. Bietet ja auch jede Menge Stoff - Kleidungstechnisch eher weniger, glaubt man denn dem Film -, das Drogen- und Sexparadies Europa.

Findet auch Cooper und so ist es kein Wunder, dass er seinen Freund, den armen Scotty, begleiten möchte, als dieser sich auf den Weg nach Deutschland begibt um seine große Liebe Mieke - nicht Mike! - zurück zu gewinnen. Was macht da schon so ein kleiner Abstecher über London, denn immerhin weiß der gebildete Amerikaner:

"Europe is the size of the Eastwood Mall. We can walk to Berlin from there.”

Und so nimmt das Unheil für unsere Protagonisten seinen Lauf, für den Zuschauer aber geht es weiter wie es begonnen hat - Scheiße lustig! Denn kann ein Film, der quasi mit einem Gastauftritt Matt Damons als völlig abgedrehter Sänger einer Garage-Band beginnt, wirklich schlecht sein? Ich denke nicht. Und das sah Matt Damon wohl genauso.

Lehrreich ist das Ganze ja schließlich auch noch. Denn wer bisher nicht wusste, dass England von britischen Hooligans bevölkert ist, die neben einer zarten Seite auch noch so stark ihrer Heimat verbunden sind, dass sie auch außerhalb ihres kleinen, schrulligen Inselreichs auf der linken Straßenseite fahren… war wohl noch nie in Europa, weiß es aber spätestens nach Genuss dieses wilden EUROPTRIPS. Und geplagt von latent bis offen schwulen Italienern muss man sich auf den Straßen Paris‘ denn auch noch mit Roboterpantomimen prügeln, während Europas Nacktstrände hauptsächlich von sexuell-ausgehungerten Männern (fast) jeden Alters durchstreift werden.

Und gerade als man denkt, der Sündenpfuhl Europa könnte nicht sündiger werden, kommt man auch schon in Holland an - dem Paradies eines jeden Perversen und Drogenkonsumenten. Naja, vor allem das der Perversen, denn wie sich schnell herausstellt, bietet noch lange nicht jede von Rastafari geführte Bäckerei auch gleich Hash-Brownies an. Macht aber nichts, immerhin lernt man so etwas über die Kraft der Autosuggestion und den Einsatz von Placebo - na also, lehrreich ist er auch noch, unser Eurotrip. So muss das sein.

Bevor sich unsere Protagonisten dann jedoch in die Schalt- und Walt Zentrale arischer Übermenschen German - äh, Verzeihung, Berlin heißt das selbstverfreilich - begeben können, führt sie ihr Weg in der Hölle Vorhof: Bratislava.

Die Bratislava Episode ist mir persönlich denn auch die Liebste, höchstwahrscheinlich auf Grund meiner Verbundenheit zu Land, Leuten und Sprache der Slowakei. Will heißen, ich kenne die Vorurteile genau, mit denen man diesem kleinen sympathischen Land, im Schatten Tschechiens gelegen, im Allgemeinen gegenübersteht - und ich muss zugeben, ich hatte sie selber. Umso lustiger ist es natürlich, zu sehen wie man sich die slowakische Hauptstadt überspitzt gerne vorstellt, wenn man selber bereits da war - und weiß, dass es teilweise gar so zu sein scheint. Sich für einen Dollar und ein paar Zerquetschte jedoch den gelungensten Hotelaufenthalt aller Zeiten leisten zu können und dann noch genug Geld übrig zu haben mit ordentlich Absinth einen drauf zu machen, zählt jedoch zu den Dingen die man leider dem Reich der Fantasie zurechnen muss.

Eingeleitet wird dieser Trip denn von Dominic Raacke - in Deutschland unter anderem als Till Ritter aus Tatort bekannt - als völlig durchgedrehter, Drogen und Schnaps in sich reinkippender LKW-Fahrer - im Übrigen hält diese Szene in der Originalfassung ein paar Späße für des Deutschen Mächtige bereit. Doch damit nicht genug der Gastauftritte. Neben Walter Sittler und dem bereits erwähnten Matt Damon darf man auch noch Xena - äh, Lucy Lawless, that is - als Mrs VanderSexxx in enger Lederkluft bestaunen - zumindest in der internationalen Fassung, doch dazu später noch mehr, also brav weiterlesen, newa.

Im Hauptcast dürfte Michelle Trachtenberg indes das berühmteste Gesicht haben und nach Dawn in Buffy - Im Bann der Dämonen mal wieder eine Schwester spielen, die hier jedoch mit ihren Geschwistern durchaus etwas mehr anfängt, als nur… rumzuheulen - etwas das sich wohl so mancher Zuseher auch von Buffy gewünscht hätte, hrhr.

Scott Mechlowicz‘ Filmographie ist noch ziemlich überschaubar, nach der durchaus sympathischen Verkörperung des armen nichtwissenden Scott dürfen wir jedoch hoffentlich bald noch ein wenig mehr von ihm zu sehen bekommen. Dann allerdings bitte im Komödienfach, denn zum Charakterdarsteller dürfte es trotz allem nicht reichen. Jacob Pitts gibt alldieweil einen durchaus gelungenen durchgedrehten Quoten-Freak - passt.

Alles in allem findet sich denn auch kein wirklich untertalentierter Nasenbär unter den zahlreichen Darstellern.

Auch hinter der Kamera ist kein Ausfall zu vermelden. Die Regie ist - wie hier und da bemängelt - äußerst routiniert und spult das ganze denn auch ohne größere Fehler runter. Ganz ehrlich, was erwarten sich, eben jenes bemängelnde, Kritiker eigentlich von einer Road Trip-Komödie. Das ist nun mal ganz einfach ein weitgehend standardisiertes Genre in dem gewisse Dinge einfach erwartet werden, ganz einfach weil sie funktionieren. Wem das nicht genug ist, der darf sich gerne der Filmographie Murnaus widmen.

Ganz besonderes Augenmerk sollte auf dem überaus gelungenen Soundtrack liegen - der seit ein paar Tagen in meinem CD Player rauf und runter nudelt. Die Tonspur ist angereichert mit poppig/punkiger Rockmusik und enthält - da lacht der Deutsche - einige deutsche Stücke beziehungsweise Lieder mit deutschen Textstellen. So zum Beispiel "Keine Überdosis Deutschland" der Punkgruppe Normahl - jedoch nicht auf der Soundtrack-CD enthalten - oder auch das wirklich gute Nena-Cover "99 Red Ballons" von Goldfinger. Allem voran steht jedoch das Lied des Films "Scotty doesn’t know". Ein wirklich ohrwurmtauglicher Knaller von einem Lied, das - und hier sage ich Daumen hoch für die Regie, von wegen uninspiriert - den gesamten Film über immer wieder in verschiedenen Versionen gespielt wird - so zum Beispiel als Klingelton und Euro-Dance-Mix in einem Bratislaver Untergrund-Club. Mehr wird jedoch nicht verraten, ich sage lieber: "Viel Spaß beim Entdecken!"

Zu guter Letzt noch ein paar warnende Worte, denn von den deutschen Fassungen sei hier komplett abgeraten. Diese sind nämlich allesamt, mit Ausnahme der Kinofassung - die jedoch so keiner mehr zu Gesicht bekommen dürfte -, geschnitten und enthalten dem Zuseher entweder jegliche Bezüge zur deutschen Vergangenheit - ihr wisst schon, die ganz böse - oder Xenas Szenen als Mrs VanderSexxs oder noch schlimmer, sogar beides vor. Die gängigen ausländischen DVDs - UK und US - sind alldieweil komplett ungeschnitten und versprechen so jede Menge Spaß.

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FAZIT:

Sheena Easton hörende Hooligans, schwule Italiener, nackte Franzosen, Xena, Matt Damon und Scotty weiß von nichts. In der Tradition National Lampoons amüsiert Eurotrip sich und den Zuseher über Stereotypen und die amerikanische Haltung Europa gegenüber. Das Schema zwar ganz fürs neue Jahrtausend adaptiert und damit den typischen Konventionen neuzeitlicher Teeniekomödien unterworfen, zündet so zwar nicht jeder Gag, wirkt dieser Trip aber dennoch frisch und macht einfach tierisch Spaß.

EUROTRIP ist das HILFE, DIE AMIS KOMMEN der 10er. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. DVD rein, Hirn auf halbe Kapazität und genießen.

In diesem Sinne: "So I tell the swamp donkey to sock it before I give her a trunky in the tradsmans’s entrance and have her lick me yarbles!"

WERTUNG: 9 von 10 Miami Vice-Ausstrahlungen in der Slowakei.
Dein Kommentar >>
Kein Berliner | 23.01.2011 02:58
bitte geh einer mit der wertung runter, is ja nich zum aushalten.
aufgrund der wertung 9 von 10 hab ich meine zeit vergeudet...einer der filme die mich in meinen albträumen verfolgt...selten schlecht. 5 von 10 für amis die denken berlin liegt in bayern.
ups | 23.01.2011 03:07
...ok, der schwule Itaka war witzig...aber das wars...trotzdem 5/10
>> antworten
Bud Fox | 13.10.2010 09:12
schade, schade... da hatte ich mir ob der hohen wertung wesentlich mehr erhofft. ein herzhafter lacher ist die gesamte spieldauer bei mir ausgeblieben. gelegentlich produziert die schlechte besetzung jedoch wenigsten unfreiwillige komik... 6/10
Johannes | 13.10.2010 13:47
Was man lustig findet und was nicht, ist und bleibt ja auch immer eine Frage des eigenen Humors, nech.
>> antworten
6uellerBpanda | 29.09.2010 21:34
Oha. da gehts ja rund :)
ich finds ja schön das der johannes einen sehr
exotischen gaumen hat(bis auf musik - siehe
profilbild ;=). da kann man auch mal über den
tellerrand sehen. ich mein das leben mit
professioneller oder amateurhafter filmkunst zu
erweitern ist doch etwas schönes. besonders bei
diesen kleinoden weiß man ja nie. die bewertung ist
ja eh nur für leute die es nicht gfreit die kritik
zu lesen - überbewertet.
aber joannes wo bleibt die kritik von "jason X"
??!!! :)
Johannes | 30.09.2010 12:33
Ja, exotisch über den Tellerand zu gucken ist 'ne schöne Sache (aber was gibt's bitteschön an Samsas Traum auszusetzen?).
Und eine Kritik zu Jason X gibt's sicherlich auch irgendwann mal, steht auf meiner To do-Liste aber nicht so weit oben.
>> antworten
Ralph | 25.09.2010 10:42
Eurotrip ist zweifellos ein netter, harmloser Spaß (und ich meine das positiv) und ich hab mich durch die Bank köstlich amüsiert. "Scusi!" ;-)

Aber 9 von 10 ist einfach lächerlich. Damit führst du die Filmkritik ad absurdum. Nicht einmal für sich, aus dem Genre heraus bewertet ergibt das einen Sinn. Ich meine dann hat A-Team auch mindestens 7/10 verdient...
Harald | 25.09.2010 10:45
Startschuss zu einer neuen Wertungsdebatte? Aber bei Ralph bin ich mir wenigstens sicher, die Kritik auch gelesen zu haben ...
Harald | 25.09.2010 10:46
P.S: Eurotrip leider versäumt. Aber ich glaube, den muss ich schnellstens nachholen.
Nic | 25.09.2010 10:57
vielleicht ist johannes verliebt ;-)
Ralph | 25.09.2010 11:18
Eurotrip ist wirklich nett. Und ich weiß schon was der gute Johannes daran findet. Aber 9 von 10 geht einfach nicht. ;-)
Johannes | 25.09.2010 11:47
Doch, geschätzter Kollege, 9 von 10 geht durchaus - und führt auch die Kritik nicht ad absurdum.
Greifen wir doch das A-Team-Beispiel von dir auf. Das A-Team kann nie und nimmer eine 7/10 erreichen. Zum einen würde er nicht mal als für sich stehender Action-Reißer viel taugen; zum anderen darf man ihn so auch gar nicht sehen, denn er ist das Kino-Remake eines bekannten Franchise und als solches saugt er tierisch.
Eurotrip hingegen ist weder ein Remake noch ein direktes Sequel, ergo steht er im Teenie-Komödien/RoadTrip-Genre für sich selbst. Und innerhalb seines Genres ist er mit das Beste was man zu sehen bekommen kann und - imho - weitaus besser als American Pie und einige Konsorten. Eine Wertung von 9/10 ist somit durchaus gerechtfertig.

Und @Nic Michelle Trachtenberg fand ich eh schon immer heiß... ;-)
Ralph | 25.09.2010 11:59
A-Team hat auf der IMDB 7,2m, auf metacritic einen UserScore von 7,2, auf Boxofficemojo im Tortendiagramm 47% As, 33% Bs also zusammen sogar 80% gute Bewertungen. Ich glaube es gibt da sehr viele Menschen, die A-Team durchaus als Action- Reißer einiges abgewinnen können.
Und wenn du Eurotrip in das Genre Teenie-Komödien-Road-Trip, mag er der beste sein, aber warum dann nicht gleich 10/10? Ich würde das Genre allerdings Kulturclashkomödie nennen, da fällt er schon ein bisschen runter. Als Komödie alleine bezeichnet schaut es dann schon ganz anders aus.

Und ich weiß wie vollkommen sinnlos diese Diskusion ist. Verzeih, dass ich dich damit belange. ;-)
Nic | 25.09.2010 12:16
..ohne punkte wertung müsste man den text lesen und kritisieren ;)
Johannes | 25.09.2010 12:37
Ja, aber macht es das A-Team automatisch zu einem guten Film, nur weil eine breite Masse sagt, dass sie ihn genießen konnten? Ja, aber nur für all jene die ihn gut bewerten; das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass er objektiv gesehen gut ist oder gar, dass dieser Bewertungsschnitt Allgemeingültigkeit besitzt - genauso wenig wie ich behaupte, dass meine Bewertung die einzige zu akzeptierende ist.

Was Eurotrip betrifft, so gehört er zwar zu den Besten, perfekt ist er jedoch nicht, ergo keine 10/10. Und gut, stecken wir ihn ins Kulturclashkomödien-Genre; selbst dann ist er noch absolute Oberklasse.
Ihn dem Oberbegriff Komödie zuzuordnen, sollten wir tunlichst vermeiden, denn dann müssten wir dies mit jedem Film machen und woran soll dann bitteschön noch gemessen werden, wie gut er im Vergleich zur Konkurrenz ist, wenn jede Komödie dieses Planeten seine Konkurrenz ist? Eine Bewertung wie sie allgemeinüblich vorgenommen wird wird dadurch unmöglich.

Just my 2 cents. ;-)
Ralph | 25.09.2010 13:21
Jetzt bist du mir aber in die Massenfalle getreten. Wetten wir, dass die gleiche Masse, die A-Team mag Eurotrip genauso mag, während die Minderheit, die A-Team nicht mag und von sich Objektivität behauptet, Eurotrip genausowenig mag. Du und ich gehören hier zu einer verschwindend geringen Menge, die den einen gut, den anderen aber schlecht finden.

Ich würde eher sagen, dass Eurotrip "objektiv" gesehen nicht soo gut ist(genauso wie A-Team). Nur subjektiv, für Liebhaber des Genres, welches du gewählt hast um ihn von der Komödie an sich abzugrenzen (wo ich dir ja ganz recht gebe, das macht die Sache natürlich sehr schwierig).

Aber im Grunde ist das eh alles wurscht, weil Objektivität sowieso nicht möglich ist.

Ich bin ja auch dafür Filme aus ihren Genre heraus zu bewerten, aber es gibt da (zumindest für mich natürlich) rein gefühlsmäßig irgendwo eine Obergrenze, wo seichte Komödien, so perfekt sie sein mögen, an eine gläserne Decke stoßen, vielleicht weil das Genre einfach an sich keine 9/10 erreichen kann. Einfach aus dem Grund heraus, dass dieses Genre mich sehr gut unterhalten kann, aber so viele Schichten in meiner komplexen Wahrnehmung von Kunst unberührt lässt. Gefühle, Ärger, Spannung, Erkenntnis, Bewusstseinserweiterung, Ästhetischer Mehrwert, was weiß ich. Wie willst du Eurotrip neben Magnolia stellen, so perfekt er auf seine Art auch sein mag. Das geht nicht. Der Film ist beschränkt. Er beschränkt sich selbst. Wie kann er da eine 9 von 10 verdient haben?

@Harald: vielleicht wurde das in der diskusion um Inception schon angeführt, aber wie wäre es mit einer Doppelbewertung für die Reviews. Eine Genre-Fanyboy Bewertung und eine "objektive"(verglichen mit allen Filmen) Bewertung?

@Nic (und Johannes): Mit dem Geschriebenen bin ich übrigens gänzlich einverstanden, keine Sorge.

Johannes | 25.09.2010 13:58
"Wie willst du Eurotrip neben Magnolia stellen, so perfekt er auf seine Art auch sein mag. Das geht nicht."
Richtig, das geht nicht und das sollte man auch nicht tun. Jeder Film ist auf seine Art und Weise beschränkt, auch - nehmen wir dein Beispiel - Magnolia. Wie willst du ihn neben Eurotrip stellen? Das geht nicht, denn auch er beschränkt sich selbst. Filme verschiedener Genres direkt zu vergleichen ist auf Grund fehlender Berührungspunkte nicht möglich. Ein Eurotrip kann nunmal nicht alle Schichten deiner komplexen Wahrnehmung von Kunst berühren; das muss er auch nicht, dazu wurde er nicht gemacht.
Eben deshalb kann man Filme eigentlich nur innerhalt ihrer Genre-Grenzen bewerten und innerhalb dieser Grenzen ist 9/10 für Eurotrip durchaus drin.
Nic | 25.09.2010 15:38
vielleicht ein genre-wertung mit sternchen oder punkten zusätzlich zur gesamtwertung mit einer zahl.
Ralph | 25.09.2010 17:26
Philosophie ist ein Gurkerl im Knie.
Nic | 25.09.2010 18:38
oder ein symbol für genre-tip und genre-flop neben dem zahlen rating..
Andreas | 26.09.2010 01:28
/me findet die diskussion sehr amüsant.
Nic | 26.09.2010 13:49
/me findet Andreas amüsant.
Johannes | 26.09.2010 14:03
/me findet Eurotrip sehr amüsant.
Ralph | 26.09.2010 14:21
/me finden Eurotrip, Johannes, Andreas und Nic sehr amüsant.

/me findet Johannes Bewertungsalgorithmus in diesem Fall eher weniger amüsant.

gute Berechnungsmethode:

(gewichtete Innerhalb-des-Genre-Bewertung + gewichtete Außerhalb-des-Genre-Bewertung)/ durchschnittliche-Gesamtbewertung = sinnvolle Bewertung

(Bei der Gewichtung hat man natürlich Spielraum, bei der durchschnittlichen Gesamtberwertung aber eher weniger.)

ansonsten jeder Film in seinem eigenen Genre der beste:
z.B.
The Day after Tomorrow 10/10 (Genre: Kontinentalplattendrift-Katastrophenfilm)
White Chicks 10/10 (Genre: Afroamerikaner verkleiden sich als Paris Hilton-Komödie)
The Incredible Hulk 10/10 (Genre: Grünes Monster- basierend auf Dr. Jekyll und Mr. Hyde- Auftragsregisseurs -Comicverfilmung)
....

Führt imho zu eher unsinnigen Bewertungen.

Johannes | 26.09.2010 14:36
Hmm, und was wenn ich sage, Eurotrip ist besser als Magnolia? Denn habe ich ihn trotzdem nach der Methode (gewichtete Innerhalb-des-Genre-Bewertung + gewichtete Außerhalb-des-Genre-Bewertung)/ durchschnittliche-Gesamtbewertung = sinnvolle Bewertung bewertet, aber festgestellt, dass er zwar nicht alle Schichten meiner komplexen Wahrnehmung von Kunst berührt, ich das aber vielleicht gar nicht möchte und er deshalb trotzdem 9/10 verdient, da er mich unterhält, Magnolia aber nicht.
Oh Schreck.
Ralph | 26.09.2010 15:48
Solange du die richtige Methode benutzt bin ich eigentlich schon zufrieden.;-)
Nic | 26.09.2010 18:19
Ralph knows best ;-)
Andreas | 26.09.2010 20:29
Wieso ist der Nic eigentlich noch nicht Redakteur bei uns? Filmgeschmackmäßig ist er mehr als qualifiziert, ja ich würde sagen, seine Bewertungen und Empfehlungen sind exzellent (Das liegt vermutlich daran, dass sie sich meistens mit meinen decken, hehe)! Also, was is?
Nic | 26.09.2010 21:32
hab kein talent für lange ausführungen, deswegen gibts ja auch nur so kurze kommentare von mir.
Nico | 26.09.2010 22:27
Find ich schon komisch, das Aufgebrüll und bezeichned für das komische filmtipps-Untereinander - dass, Filme, wie "Die Frau mit der 45er Magnum" oder "Der Tod trägt schwarzes Leder" Höchstwertungen bekommen, jene abstrusen Bewertungen aber gelten "dürfen", allein deswegen, weil solche Filme als exotisch gelten und die Erwähnung dieser, und das exemplarische "Leckerfinden" filmtipps.at gut tut(?) Ich habe diese Filme nun nicht gesehen, bezweifle ganz sicher nicht die Seherfahrungen der Rezensenten, aber... wie viel ernster darf man solche Bewertungen nehmen als die Bewertung zu diesem, nunja, sicher überdurchschtnittlichem american-pie-esken "Hochglanzschund", die diese Debatte hier ausgelöst hat?? - Irgendwo fickt sich der Hund da ins Knie, wenn ich das so formulieren darf... oder anders ausgedrückt... - die Liberalität von filmtipps ist gleichzeitig Brett vorm Kopf UND Wichsvorlage.

Vielleicht liegts an der Bewertungsskala??
Oder am dekadenten Werte-Empfinden von ein paar Leuten???

Mich selbst belächelt man ja, weil ich zu gern hohe Bewertungen abgebe, selbst durchschnittlichen Filmen. - Nunja, dabei halte ich mich weniger an Messlatten, die für mich große Meisterwerke (wie etwa Magnolia, Psycho oder Heat) aufgestellt haben, sondern eher daran, wie der Film ganz für sich allein gelungen ist und auf mich gewirkt hat... ob er gut fotografiert ist, das Thema sympathisch behandelt, die Schauspieler glaubwürdig sind, die Erzählung unterhalten hat. 9/10 oder 10/10 kriegen Filme, bei denen ich mir ganz sicher bin, dass sie mich länger beschäftigen, an die ich mich lange, lange erinnern werde und noch öfters ansehen werde. Das ists! Fertig!

Alles andere ist Wettbewerb und ich frag mich, warum man zum Weiterempfehlen oder Nichtempfehlen von Kunst oder Entertainment einen werte-genormten Wettbewerb aufstellen muss.
Anyway...
ich empfinde meine Haltung da eher der von Johannes ähnlich... ohne mich auf seine Seite schlagen zu wollen...- Ich find, man sollte eher die Auseinandersetzung des Rezensenten mit dem Film respektieren (und die Rezension von Johannes ist toll zu lesen, so toll, dass ich sogar Lust krieg mir den Film trotz Vorbehalte zum Genre mal doch anzutun) als ne elitäre Waagschale des Portals darunter zu schnauzern, weil die Wertung vom Rezensenten "abstrus" ist. Ich will jetzt kein Spaßverderber sein, aber, die Kritiker hier auf filmtipps sollten sich eher Mühe machen ihre Euphorie/ihren Ärger oder Whatever-Gedanken zu den Filmen in ihre Kritiken zu formulieren als die Erfahrung mit den Schau-und Hörwerken hier mit unliebsamen Vergleichen und einer Schulnote (woran krankt nochmal unser Schulsystem) abzuhandeln.

Ahja, und, wenn Nic wirklich mehr zu sagen hat, als seine haarsträubenden Oneliner würde ich auch gern mal was Ernsthaftes lesen von ihm. Da seine Kommentare nicht unbedingt viel sagen, sind IMHO seine Wertungen für mich total uninteressant(kein Affront gegen dich, Nic) - aber zumindest vertritt er die vielgeschätzte Skala, die sich an den Messlatten hält, viele "Leser" vertrauen mittlerweile darauf. Somit hat seine ominöse Präsenz vielleicht doch eine Erwähnung auf der Teamseite verdient.
Andreas | 26.09.2010 23:44
ach, komm schon nico. ich glaub, so ganz ernst hat diese debatte hier sowieso keiner von uns genommen. :-)

deswegen bewerte ich nun diese diskussion mit

7 von 10 verbesserungswürdigen beiträgen.
und aus!
Ralph | 27.09.2010 00:19
Ja, ich weiß der Andreas hatte das letzte Wort, aber eines würde mich schon noch brennend interessieren:

Wo ist der Harald? ;-)
Harald | 27.09.2010 07:09
der hält sich aus der Diskussion nobel raus und überlegt, wann, wie und wo er die 2 Dutzend noch zu veröffentlichenden Filmkritiken einarbeiten wird.
Ein ordentliches Redaktionssystem muss her, aber schnell.
Andreas | 27.09.2010 09:17
puh, na gut, dass du noch beschäftigt bist. ich hab schon so ein schlechtes gewissen, dass ich in letzter zeit kaum zeit fürs kritik-schreiben hatte. außer ein paar bedeutungsschwangeren kommentaren ging sich nix aus. kleiner nic quasi. sorry trotzdem!
Nic | 27.09.2010 10:24
ist ja auch eine "Kommentar"-Funktion, keine "poste deine eigene Rezension"-Funktion.

btw bald ist wieder Halloween, also bringt doch ein paar "Horror"-Kritiken die hier noch fehlen. danke! ;-)
Johannes | 27.09.2010 12:15
@Harald Na, das schreit doch förmlich nach einem CMS...
Johannes | 27.09.2010 12:16
Und bezüglich der Horror-Kritiken so hab ich immerhin Hellraiser in Planung...
Harald | 27.09.2010 13:49
ein selbstgestricktes CMS gibt's ja schon. Muss nur noch ein bissl am Rollenkonzept und Bildupload basteln - so bis Anfang 2011 würd ich sagen :)
6uellerBpanda | 29.09.2010 21:21
ach gottchen. wieso immer diese selbstgestrickten cms
? einfach typo3 drauf ein paar ext und etwas
typoscript und ALLES geht. siehe airfrance, blaupunkt,
epson,...
Harald | 30.09.2010 10:00
Typo3 und Typoscript muss man aber erst mal beherrschen ... ist ja nicht so, dass man das im Kindergarten lernt
Johannes | 30.09.2010 12:19
Richig. Und die Zeit, die es braucht sich da reinzuarbeiten, hat man in der Regel nicht mal einfach so zur Verfügung.
Nic | 30.09.2010 12:48
kann doch andi erledigen ;-)
Federico | 02.10.2010 19:45
Den letzten Teil des Gesprächs habe ich zwar ncht mehr verstanden, aber ich geb' trotzdem meinen Senf dazu:
@Nico: deinen Kommentar kann ich nur zustimmen, nicht zuletzt, weil er mich zum Lachen gebracht hat.^^
Ansonsten halte ich 9/10 auch übertrieben und AMERICAN PIE hat mir mehr gefallen. Senf ende.
6uellerBpanda | 03.10.2010 20:18
das einführen von typoscript im kindergarten könnten
wir ja der bildungsministerin unterbreiten.
>> antworten
Nic | 25.09.2010 09:32
ganz witzig, so auf die american pie art. cheap fun.
6/10
>> antworten


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