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Evil Senses

Evil Senses

OT: Sensi
GIALLO/EROTIKTHRILLER: Italien, 1986
Regie: Gabriele Lavia
Darsteller: Monica Guerritore, Gabriele Lavia, Mimsy Farmer, Lewis L. Ciannelli

STORY:

Manuel Zani (Gabriele Lavia) ist ein Auftragskiller, der bei seiner Organisation in Ungnade gefallen ist. Seine Bosse wollen ihn tot sehen und sind insbesondere hinter seiner inkriminierenden Liste mit wichtigen Namen her, welche er allerdings schon längst das Klo runter gespült hat. Manuel versteckt sich in einem Bordell, wo er eine Affaire mit der geheimnisvollen Vittoria (Monica Guerritore) beginnt...

KRITIK:

Der aus dem Jahre 1986 stammende Film EVIL SENSES (aka STRIPPED TO DIE) ist eine der wenigen Regiearbeiten von Gabiele Lavia, der wesentlich bekannter als Schauspieler ist. So hat Lavia unter anderem den Carlo in Dario Argentos DEEP RED (1975) und INFERNO (1980) oder auch die Hauptrolle in Pupi Avatis ZEDER (1983) gespielt. Sein im Original mit SENSI betitelter Film orientiert sich jedoch weder an Argento, noch an Avati. Viel mehr ist dies eine Art von italienischer Variante eines 80er-Jahre-Erotikthrillers im Geiste der besseren, weil noir-igeren Vertreter ihrer Zunft, wie z.B. Lawrence Kasdans BODY HEAT (1981).

So besticht EVIL SENSES insbesondere mit seiner sexy Atmosphäre und seinen oft traumhaft schönen Bildern. Auch die beiden Hauptrollen sind vorzüglich besetzt: Gabriele Lavia verkörpert den von ihm gespielten Auftragskiller auf sehr überzeugende Weise und Monica Guerritore sieht einfach nur blendend ausund wird oft geradezu ikonenhaft in Szene gesetzt. Ein paar wirklich erotische Sexszenen gehören da natürlicherweise zu den besonderen optischen Leckerbissen. Darüber hinaus widmet SENSI insbesondere der Zeichnung der Entwicklung der menschlichen Beziehung zwischen den beiden viel Zeit.  

Tatsächlich konzentriert sich EVIL SENSES über weite Strecken so sehr auf den zwischenmenschlichen Teil seiner Story, dass der Film oft mehr, wie ein Erotik-Drama, als wie ein echter Thriller daherkommt. Doch wenn es dann mal zur Sache geht, dann auch gleich richtig: So bläst Manuel noch vor den Titeleinblendungen erst einmal einem anderen Killer in Nahaufnahme die Rübe weg. So wissen wir gleich, dass in diesem scheinbaren sensiblen Weichei auch noch ganz andere Seiten schlummern. Und später wird einem anderen Gegner dann dermaßen grafisch mit einer Bohrmaschine zu Leibe gerückt, dass diese Szene in der englischen Fassung des Film gleich gekürzt wurde. 

Überhaupt kann man EVIL SENSES einen insgesamt recht geglückten Minimalismus bescheinigen: So setzen nicht nur einzelne kleine Gewaltspitzen an den richtigen Punkten einzelne Akzente. Auch einzelne Twists in der Handlung werden nicht - wie in so vielen anderen Gialli - inflationär eingesetzt, sondern sind durchaus sehr effektiv plaziert. Eine Schwäche von SENSI liegt allerdings darin, dass die Zeit zwischen den wenigen Spannungsmomenten oft so zäh verfließt, dass die Laufzeit von knackigen 90 Minuten sich eher wie zwei Stunden anfühlt. Doch ganz zum Schluss überrascht EVIL SENSES dann mit einem wirklich garstigen Finale, welches zumindest mich mit der zwischenzeitlich einsetzenden leichten Langeweile wieder vollkommen versöhnt hat.

Evil Senses Bild 1
Evil Senses Bild 2
Evil Senses Bild 3
Evil Senses Bild 4
Evil Senses Bild 5
FAZIT:

EVIL SENSES ist sehr stylisch und sehr sexy, aber über weite Strecken auch sehr zäh. Doch wenn hier mal was los ist, dann aber auch gleich richtig. Deshalb ist mir das Gesamtergebnis noch eine knappe Empfehlung wert. Wer hier jedoch einen waschechten Giallo erwartet, wird wahrscheinlich eher ein wenig enttäuscht sein. Denn der auch als STRIPPED TO DIE bekannte Film ist viel eher ein recht klassischer Erotik-Thriller der 80er-Jahre. Wer SENSI auf DVD sehen will hat die Wahl zwischen der ungekürzten italienischen DVD (nur mit italienischen Ton) oder der in der Bohrmaschinenszene leicht gekürzten englischsprachigen Veröffentlichung. Allerdings sind beide Versionen bereits vergriffen und wenn überhaupt , dann nur noch zu absoluten Apothekerpreisen zu haben.

WERTUNG: 7 von 10 kaltblütige Entscheidungen
TEXT © Gregor Torinus
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