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Exzesse im Frauengefngnis

Exzesse im Frauengefängnis

OT: Chained Heat II
FRAUENGEFÄNGNISFILM: CAN, 1993
Regie: Lloyd A. Simandl
Darsteller: Brigitte Nielsen, Paul Koslo, Kimberley Kates

STORY:

Zu Unterhaltungszwecken an dieser Stelle ausnahmsweise Inhaltsangabe und Rechtschreibfehler der DVD-Box:"Alexandra, eine junge hübsche Frau, wird unschuldig wegen Heroinbesitz in ein Frauengefängnis in Prag gesteckt. Die Oberaufseherin ist eine sadistische Fotze, die die gefangenen foltert und sexuell erniedrigt. Perverse Spiele und Mord, Sex und Gewalt, all das müssen junge Frauen erleiden. Doch das Ende naht!"

KRITIK:

Abt.: DVD mit X, das war wohl nix.

"Knast total mit schönen Frauen, Sex und Gewalt. Alle Klischees werden bedient. Wieder ein Frauenknastfilm, der sich ganz unserem Programm-Niveau anpasst. Erleben Sie "Chained Heat - The Full Story"!
- verspricht uns Andreas Bethmann großmundig auf dem Backcover der Hartbox zu Exzesse im Frauengefängnis.

Als Beweis gibt’s als Appetitanreger Bilder von nackten Frauen beim Duschen, beim Schmusen und beim einfach doof aus der nicht vorhandenen Wäsche schauen - der gute Mann weiß eben wie man seine Zielgruppe anspricht, wobei schon der wunderherrlich reißerische Titel für schwitzige Hände sorgt.

Wer zu dieser Zielgruppe gehört, sollte wiederum auch wissen, dass Bethmann und sein Hartboxen-Label X-Rated gerne mal den größten Schwurbel als sexploitatives Fest der Perversion verkaufen. Doch das Honigtopf-Prinzip funktioniert ein ums andere Mal - ganz ehrlich, wer kann schon Exzessen im Frauengefängnis widerstehen? -, so auch bei mir, weshalb das nicht minder reißerische Cover von nun an als Gästeschreck mein Regal ziert.

Um genau so einen Fall handelt es sich dann auch, denn Chained Heat II ist - so weit greife ich dem Fazit schon einmal vor - kein sleaziges Sexploitationfest hinter schwedischen Gardinen, sondern ein durchaus ernst gemeinter - nur deshalb aber nicht ernstzunehmender - Thriller mit Porno-Ambiente und Frauenknasteinschlag.

So liegt das Hauptaugenmerk von Drehbuchautor Chris Hyde und Regisseur Lloyd Simandl auf Handlungsentwicklung und Spannungsaufbau. Ein durchaus löbliches Unterfangen, wäre es nicht nur völlig fehl am Platze, sondern auch bereits im Ansatz gescheitert. Die wirre und platte Story liegt durchaus weit über Genre-Standard.

So lässt es sich zwar über die wahren Drahtzieher rätseln, wirkliche Tiefe bekommt jedoch keiner der zahlreichen Pro- und Antagonisten, die durch die unschlüssige und ansonsten auch vorhersehbare, klischeebeladene Handlung wuseln - nicht einmal von unserer Damsel in distress Alexandra erfahren wir mehr als ihren Nachnamen.

Als Thriller scheitert Exzesse im Frauengefängnis so zwar nicht auf ganzer Linie, wirklich überzeugen kann er aber auch nicht, denn weder schafft Simandl es den Zuschauer emotional zu involvieren noch Spannung länger als fünf Minuten aufrecht zu erhalten - auch wenn es hin und wieder doch gut umgesetzte und viel versprechende Szenen zu sehen gibt.

Was Chained Heat II letztlich hätte retten können wäre eine ordentliche Portion Sleaze und/oder eine trashige Attitüde. Die wenigen Schritte in die richtige Richtung - sprich die obligatorische Duschszene oder die im Ansatz gezeigte Folterung - verlaufen so jedoch heillos im Sande.

Das trashig-actionreiche, Ted V. Mikels-artige Finale schafft es so leider auch nicht den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Schade.

Während hinter der Kamera Lloyd Simandl hier und da durchaus so etwas wie Talent durchblicken lässt, versammeln sich vor der Kamera gewohnt unfähige Knallchargen ohne Talent, Sinn oder Verstand.Brigitte Nielsen mag zwar durchaus in die Rolle der gestrengen Direktorin passen, verfügt dabei - als Ilsa-Verschnitt - aber in keinster Weise über Ausstrahlung oder Charisma einer Dyanne Thorne. Marek Vasut als Held der Stunde, hat gerade genug Talent für eine Rolle als Kugelfutter in einem fünftklassigen Mexploiter.

Wenn auch in einer ähnlich gelagerten Produktion oftmals wenigstens die Damsel in distress über talentähnliches Potential verfügt, so fällt auch dies bei Exzesse im Frauengefängnis flach. Zwar nimmt man Kimberley Kates die mehr als doof-naive Amerikanerin gerne ab, hat dabei jedoch stets das Gefühl, das sie sich ein ums andere Mal einfach selbst spielt - quasi wie Eric Falk in jeder x-beliebigen Franco-Klitsche, bei dem hat das aber wenigstens Stil. Kommt es jedoch darauf an, wirklich zu schauspielern, versagt sie ebenso wie Steven Seagal bei dem Versuch das Gesicht zu verziehen.

Exzesse im Frauengefängnis Bild 1
Exzesse im Frauengefängnis Bild 2
Exzesse im Frauengefängnis Bild 3
Exzesse im Frauengefängnis Bild 4
Exzesse im Frauengefängnis Bild 5
FAZIT:

Eine Empfehlung für Exzesse im Frauengefängnis auszusprechen, fällt äußerst schwer. Das liegt vor allem daran, dass sich Simandl und Hyde offensichtlich nicht entscheiden konnten, was es denn nun werden sollte. Zum einen möchte Chained Heat II Thriller sein, komplett mit Handlungsentwicklung und identifizierbaren Charakteren. Die wirre, inkonsequente Handlung, die Abziehbilder - die man als Charaktere vorgesetzt bekommt - sowie das ständige Softpornoambiente verhindern jedoch, dass diese Rechnung aufgeht. Zum anderen wirken die wenigen im Ansatz sleazigen Lichtblicke viel zu zahm, als das sie wirklich unterhalten können.

Überhaupt ist Chained Heat II neben seiner Unentschlossenheit deutlich zu harmlos - es fehlten offenbar einfach der Mut und die Entschlossenheit, mit der ein Franco oder D’Amato ans schmutzige Handwerk geht. Das durchaus unterhaltsame Finale schmerzt daher nur umso mehr, da es beweist, was man alles hätte machen können.

Freunde von spannender Thriller-Unterhaltung und Freunde sleaziger Frauenknast-Kost werden also gleichermaßen enttäuscht werden - letztere wahrscheinlich sogar mehr - da hier einfach kein guter Mittelweg zwischen Handlung und Gewalt gefunden wurde. Wer von beiden Welten jedoch nur ein bisschen braucht und sich damit schon zufrieden gibt, darf, auf eigenes Risiko, gerne einen Blick auf Exzesse im Frauengefängnis werfen.

In diesem Sinne: "Hey, wir machen’s so: wir binden sie fest und dann bumsen wir sie, eh?!"

WERTUNG: 4 von 10 erschreckend eng sitzenden Negligés an Brigitte Nielsens Körper.
Dein Kommentar >>
thomas | 24.11.2008 20:10
Ich suche schon länger einen Frauen Zuchthaus Film in dem einem Mann sein bestes Stück abgeschnitten und einem Hund zum fressen gegeben wird. Kann mich aber nicht mehr an denn Namen erinnern.Waren auch teilweise Hardcore Szenen in dem Film.Vielleicht kann mir der Schreiber dieser Kritik weiterhelfen.
Danke
Johannes | 25.11.2008 17:39
Hört sich stark nach Bethmanns Angel of Death 2 an - allerdings ohne Gewähr, ich kann's leider auch nicht mit Sicherheit sagen.
thomas | 25.11.2008 18:48
Danke erstmal aber denn Film denn ich meine kam schon in denn 80 auf Video.Da hab ich ihn auch das letzte mal gesehen.War eher Italienischer Herkunft.
Johannes | 28.11.2008 13:26
Dann bin ich leider überfragt.
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