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Freitag der 13. Teil 5 - Ein neuer Anfang

Freitag der 13. Teil 5 - Ein neuer Anfang

OT: Friday the 13th: A New Beginning
HORROR: USA, 1985
Regie: Danny Steinmann
Darsteller: John Shepherd, Marco St. John, Melanie Kinnaman, Richard Young, Vernon Washington, Shavar Ross

STORY:

Tommy Jarvis, einst der Besieger von Jason Voorhees, ist nun als Jugendlicher ein psychisches Wrack (ich im Übrigen auch, immerhin hab ich den Film komplett geschaut, aber mehr dazu weiter unten) und soll sich eigentlich in einem netten Ferienlager für Psycho-Teenies erholen. Dumm nur, dass son Tüp in 'ner Eishockeymaske anfängt rumzuschlachten.

KRITIK:

Wie gut kann ein Film sein, der mit der elenden Hackfresse klein Tommy Jarvis‘ anfängt? Eben. Nachdem sich FREITAG DER 13. TEIL 4 – DAS LETZTE KAPITEL lohnend an den Kinokassen schlug, stand man vor der Aufgabe noch mehr Kohle aus dem Franchise FREITAG DER 13. auszuquetschen. Das Problem an der Sache ist da bloß, dass Jason im letzten Teil den Abgang gemacht hat und nun im Nirvana die Machete schwingt. Auf die Idee ihn zum wieder auferstandenen Zombie zu machen, griff man erst im sechsten Teil zurück. Stattdessen versuchte man sich an etwas neuem – ähnlich wie man das auch schon bei der HALLOWEEN-Reihe versuchte, wenn auch noch ein Spur abwegiger als hier. Ein Griff ins Klo war’s bei HALLOWEEN und bei Paramount und FREITAG DER 13. wurde es nur unwesentlich besser.

Einmal mehr griff man die Geschehnisse des Vorgängers auf und führte sie weiter, wenn auch diesmal mit einigem zeitlichen Abstand zu Teil 4, denn Tommy ist inzwischen groß geworden, hat wieder Haare auf dem Kopf, aber immer noch nicht alle Tassen im Schrank. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Figur des erwachsenen – beziehungsweise jugendlichen – Tommy Jarvis viel besser gefällt als der Knirpsen-Tommy. Denn der Gute hat einiges an Muckies zugelegt, guckt nicht mehr allzu blöd in der Gegend rum und verteilt auch noch ordentlich Prügel – bevorzugt an die dämlichen Vollpfosten, die da so durch den Film kriechen. Und wenn ich schon nicht zuschlagen kann – meine Güte, selten hatte ich bei einem Film so sehr das Bedürfnis den Pappnasen und Vollhonks, die da so rumlatschen mal ordentlich eine reinzuhauen… der Killer lässt sich ja leider einiges an Zeit bis die alle über ‘n Jordan geschickt sind. Ihr merkt es schon, Tommy ist erträglich geworden, dafür ist der Rest des Schlachtviehs nerviger denn je.

Sollte ich bis hierher irgendetwas über nervige Figuren in einem der vier vorangegangen Filme geschrieben haben, dann nehme ich das hiermit zurück. So nervig wie das Volk, das sich hier tummelt war bisher keiner. Nicht mal Harold und seine Olle aus UND WIEDER IST FREITAG DER 13. sind mir derart auf den Senkel gegangen – und denen habe ich nach 30 Sekunden die Machete an den Hals gewünscht. Das Problem ist ganz einfach, dass sich die Macher nicht nur überlegten, das Jason Voorhees Konzept ein wenig zu verändern, nein, anscheinend hat man sich unter dem Einfluss diverser rauscherzeugender Substanzen auch überlegt, dass ein wenig Humor ja gar nicht so verkehrt wäre.

Wäre es auch nicht, wenn man nicht die dämlichsten Klamauk-Nummern aus dem hintersten Kellerloch gezogen und nach einer ordentlichen Portion Prügel in den Film gepackt hätte. Schon nach der ersten Humorvergewaltigung fiel mir direkt ein Vergleich ein, zwischen Teil 1,2 – sogar 3 – und 4 und diesem Ding von einem Film. Erinnert sich noch jemand an AMERICAN PIE? Und erinnert sich auch noch jemand an diese erbärmlichen AMERICAN PIE PRÄSENTIERT-Filmchen gegen die EIS AM STIEL wie METROPOLIS wirkt? Ja, so in etwa ist das auch hier. Leider.

Ein Depp nach dem anderen bringt hier eine Zote nach der anderen und man fragt sich, wie die Drehbuchautoren – Martin Kitrosser, David Cohen und Danny Steinmann – heute noch zufrieden schlafen können, nachdem sie der Reihe das hier angetan haben? Naja, da zitiere ich mal Sergio Corbucci, der gefragt wurde, ob er sich seiner schlechten Filme nicht schämt: „Ja, ich schäme mich, aber wenn ich zur Bank gehe, mein Geld abholen, schäme ich mich nicht mehr.“ Nun, denn. Alle sind ja auch nicht schlecht. Die Personen, die mir nicht permanent den Puls auf 180 getrieben haben sind: Tommy Jarvis, Pam, Violet und der Killer. Letzterer ist zwar nicht Jason Voorhees, räumt dafür aber ordentlich auf und sorgt mit jedem Mord für einen Anstieg des Niveaus.

So, jetzt ist es raus. Der Mörder ist nicht Jason Voorhees, denn der ist ja bekanntlich tot. Tommy Jarvis soll der Mörder sein. Haben sich jedenfalls die Drehbuchhalunken gedacht. Blöd nur, dass einem nach ca. 30 Sekunden klar ist, dass Tommy mit Sicherheit nicht hinter der Eishockeymaske mit den blauen Streifen steckt. Stattdessen läuft die gesamte Handlung auf einen Plot Twist hinaus, der sich gewaschen hat. Nicht. Der nie erwähnte, aber dann ermordete Sohn als Tatmotiv ist ja Kundenverarsche schlechthin, aber dass dann auch noch Tommy zur Maske greift und letztlich doch einen auf Killer macht – Leute, das muss doch nicht sein. Das Drehbuch ist echt eine Zumutung sondergleichen.

Etwas besser ist da die Inszenierung gelungen. Danny Steinmann hat sich redlich Mühe gegeben einen ordentlichen Film zu inszenieren bei dem man – auf Grund des geänderten Konzepts – mal mit raten kann – aber nicht möchte – und doch noch was ordentliches auf die Reihe zu bringen. Aber wie heißt es so schön: Ein guter Regisseur kann aus einem mittelmäßigen Drehbuch einen akzeptablen Film machen, aber aus einem scheiß Drehbuch wird hinterher kein guter Film. Schließlich musste Steinmann den ganzen Schmodder aus der Papierverschwendung ja aufs Zelluloid bannen. Aber gut, ich will mal gar nicht so sein. FREITAG DER 13. TEIL 5 – EIN NEUER ANFANG hat durchaus seine Momente. Denn vor allem im Finale, wenn die Temposchraube angezogen wird und die meisten Pappnasen schon von der Bildfläche verschwunden sind, gibt’s dann noch die eine oder andere gute Einstellung zu sehen.

Auch der Mord an Violet – die, das muss ich sagen, meine Lieblingsfigur in diesem Film ist, schließlich ist sie die pure Manifestation der 80er und wie kann man das nicht mögen? – ist durchaus handwerklich ordentlich umgesetzt worden. Zu 80er Popmusik schleicht sich der Killer von hinten ran und erledigt das ahnungslose Opfer. Das hat durchaus Pepp. Pepp haben auch die zahlreichen Nackedei-Szenen mit allerlei Voll Frontaler Nacktheit und sowie einige der Morde. Das meiste spielt sich zwar Off Screen ab, und hier und da gibt’s das Resultat zu sehen, dafür ist der Jason-Verschnitt ziemlich kreativ. Von der Heckenschere bis zur Signalfackel wird hier wieder einiges zweckentfremdet. Und die Gürtel-ums-Gesicht-Nummer ist auch gar nicht mal so übel, ebenso wenig wie die technische Umsetzung. Denn auch wenn man ja eher sieht, dass man nichts sieht, ist das was man sieht doch wenigstens ordentlich umgesetzt worden. Dabei ist es mir eh lieber, die ganze Chose ist dezent inszeniert, als dass man voll draufhält, obwohl man es der Qualität wegen lieber lassen sollte.

Übel sind dafür die unfähigen Nasenbären, die sich hier so rumtreiben und im Abspann auch noch als Schauspieler gelistet werden. Wenn man mal von Tiffany Helm als Violet, Melanie Kinnaman als Pam Roberts und John Shepherd als Tommy Jarvis im jugendlichen Alter absieht – die machen ihre Sache gar nicht mal so schlecht und ziemlich routiniert – haben wir es hier hauptsächlich entweder mit Vollversagern zu tun, oder leidlich guten Schauspielern, die zutiefst gelangweilt von ihrer Rolle sind.

In diesem Sinne. „Warum hat mich keiner von den Verrückten geweckt?“

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FAZIT:

Mit FREITAG DER 13. TEIL 5 – EIN NEUER ANFANG, hat sich Paramount, wie es der Name schon sagt, an einem relativ neuen Konzept versucht. Nicht mehr Jason sollte die Axt schwingen, sondern jemand anderer – wenn man den Fährten der Drehbuchfritzen glauben mag, ist es Tommy – trat in seine Fußstapfen. Aber ein FREITAG DER 13. ohne Jason ist doch irgendwie wie Popcorn ohne Salz – relativ fad. Gut, mit einer saubereren Umsetzung hätte man den Karren noch aus dem Dreck ziehen können, doch stattdessen entschied man sich dafür ihn komplett an die Wand zu fahren. Die dämlichen Blödeleien – über deren Niveau gerade eine Kellerwohnung freigeworden ist – nerven bis aufs äußerste. Die blöden Pappnasen, die so durchs Bild hüpfen sind selbst als Schlachtvieh noch zu nervig und alles in allem ist das Ganze eine ziemlich miese Nummer.

Letztlich ist Teil 5 der Reihe zwar objektiv betrachtet nicht wirklich besser als der unsägliche JASON GOES TO HELL aber unter einer Vorrausetzung ertragbarer. In der Gruppe und jeder Menge „so bad it’s good“-Attitüde kann man sich die Schmonzette durchaus noch witzig reden. Bei Sichtung im stillen Kämmerlein, wird’s da aber schon schwer. Das einzige was diesen Teil dann doch noch vorm rohrkrepieren rettet ist das von Violet getragene 80er Flair, der Fakt das keiner in diesem Film einen BH trägt, und die Tatsache, dass die ganzen Nervbacken der Reihe nach kalt gemacht werden.

WERTUNG: 3 von 10 schlechten Michael Jackson Imitatoren.
Dein Kommentar >>
Marcel | 11.03.2013 10:58
Das gibts auch nicht alle Tage: 3 klitzekleine Pünktchen in der Wertung, aber 4 stolze Sterne... Hast du den mit 8 von 10 Michael Jackson Imitatoren abgeschickt und danach 5 davon wieder rausgeschmissen?
Johannes | 11.03.2013 13:20
Nö; mir wird der auf der Startseite auch mit 1 Sternchen angezeigt.
Harald | 11.03.2013 16:25
Mea Culpa - und auch schon korrigiert.
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