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Geh und Lebe!

Geh und Lebe!

OT: Va, vis et deviens
DRAMA: F/IL, 2005
Regie: Radu Mihaileanu
Darsteller: Yaël Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai u.a

STORY:

Geh und Lebe! Eine Mutter schickt ihr Kind fort. "Geh und lebe" gibt sie ihm auf dem Weg. Es ist Äthiopien 1984/1985, Israel rettet 8000 Juden aus dem Sudan, die quälend lange Strecken aus Äthiopien gingen. 4000 streben auf dem Weg, Familien werden auseinandergerissen.
Shlomo ist 9 Jahre alt, kein Jude, kommt nach Israel, quält und sehnt sich nach der Mutter, kommt schliesslich nach dem Tod der "Leihmutter" in eine (politisch linke) Adoptivfamile aus Tel Aviv ...

KRITIK:

Geh und Lebe! Der Film zeigt Israel, wie es ist. In allen Widersprüchen und Facetten, für Israelis und Kennern des Landes gibt es einiges zum schmunzeln. Der etwas andere Blickwinkel des Regisseurs und des Drehbuchautors schwingt sich auf zu allgemeingültigen Aussagen über Menschlichkeit. Die Konflikte um die "Konversion" der äthiopischen Juden ist detailgenau dargestellt.

Der Streifen führt in einer Art Achterbahnfahrt über die Ermordung Yitzchak Rabins hin bis zur zweiten Intifada. Schrammt kurz mal am Kitsch vorbei, kratzt jedoch immer die Kurve mit dokumentarisch wirkender Akribie. 800.000 Zuschauer sahen den Film bisher in Frankreich. Es könnten noch einige mehr werden. Hingehen, Taschentücher mitnehmen, notfalls den Ärmel benützen. Yael Abecassis als Mutter ist unvergessslich, wie überhaupt drei Frauen diesen Film ausmachen, die einen feinen Strang der Emotion durchgängig bewahren.

FAZIT:

Geh und lebe ist der beste Film über und um Israel seit Jahrzehnten und bietet einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf eine Gesellschaft in sehr facettenreicher Form. Preise und Auszeichungen gab's en masse:
* Panorama Publikumspreis - Internationale Filmfestspiele Berlin 2005
* Preis der ökumenischen Jury - Filmfestspiele Berlin 2005
* Hauptpreis "Bester Film" - Internationales Filmfestival Kopenhagen

WERTUNG: 9 von 10 Taschentüchern
Dein Kommentar >>
harald | 09.12.2005 22:29
Regisseur Radu Mihaileanu hat ja auch den 'Zug des Lebens' gedreht - auch ein 9/10 Punkte-Film, für den ich irgendwann eine Kritik schreiben sollte.
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