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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Good Time

Good Time

THRILLER: USA, 2017
Regie: Ben Safdie, Joshua Safdie
Darsteller: Robert Pattinson, Jennifer Jason Leigh, Ben Safdie

STORY:

Der Banküberfall klappt wie am Schnürchen: Mit schwarzen Silikonmasken über dem Gesicht betreten Connie (Robert Pattinson) und sein geistig beeinträchtigter Bruder Nick (Ben Safdie, einer der beiden Regisseure) seelenruhig die Bank und sind wenige Minuten später 50.000 Dollar reicher. Doch dann tritt Murphys Gesetz in Kraft: Alles, was schief gehen kann, geht schief. Der Fluchtwagenfahrer ist nicht am ausgemachten Ort. Das Alarmpaket platzt. Rosa Farbe überall. Nick wird verhaftet und landet erst im Gefängnis, dann im Spital. Connie gelingt die Flucht. Er fasst den Entschluss, seinen Bruder aus dem schwer bewachten Spital zu holen. Das kann nicht gut gehen, siehe Murphy ...

KRITIK:

GOOD TIME ist wieder mal so ein Fall: Bei der Viennale prügelte sich das Publikum um die Karten, und jetzt, beim regulären Kinostart eine Woche später, hält sich das Interesse in überschaubaren Grenzen. 

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Low-Budget-Thrillers ist sein Hauptdarsteller: Ex-Twilight-Schönling Robert Pattinson hat hier kein Glitzerzeug im Gesicht, sondern Schweiß, Dreck und die Farbreste eines geplatzten Alarmpakets. Ähnlich wie Harry Potter A.D. Daniel Radcliffe hat sich Robert Pattinson auf Hauptrollen in kleinen, gegen den Strich gebürsteten Indie-Werken spezialisiert. Mit eindringlichem Blick und ins Gesicht gezogenem Hoodie spielt Pattinson hier so intensiv, dass eine Oscar-Nominierung in greifbarer Nähe rückt, wie begeisterte Stimmen im Netz spekulieren.

Völlig in die allgemeine Euphorie einzustimmen traue ich mich jetzt aber nicht. Doch mit seinem räudig-realistischen Look, dem treibenden elektronischen Score und natürlich seinem Hauptdarsteller ist den Regiebrüder Ben und Joshua Safdie ein interessanter, neongreller Großstadt-Thriller gelungen.

Blut fließt recht wenig; und wer ach-so überraschende Wendungen, verschachtelte Sub-Plots und pingelige Auflösungen braucht, sollte lieber Schema-F-Thriller-Ware wie SCHNEEMANN sehen.

GOOD TIME ist diesbezüglich erfreulich simpel gestrickt. Der Fokus liegt eindeutig auf stimmige Milieubeobachtungen. Spannend und auch emotional herausfordernd ist das aber allemal.

Good Time Bild 1
Good Time Bild 2
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FAZIT:

Von TWILIGHT zum Oscar? Robert Pattinson wurde allerorts umjubelt für seine Leistung als vom Pech verfolgter Kleinkrimineller in diesem rauen, kantigen Großstadt-Thriller. Nach dem Viennale-Einsatz jetzt regulär im Kino. OmU im Wiener Filmcasino.

WERTUNG: 7 von 10 Flaschen Acid in der Geisterbahn
Dein Kommentar >>
Bartel | 19.11.2017 13:34
Pattison hat ja bereits im meisterlichen (aber weitgehend ignorierten) THE ROVER von David Michod bewiesen wie gut er aufspielen kann wenn man ihn lässt.
Harald | 19.11.2017 14:50
Ja, THE ROVER war sehr gut. Bin leider aus Zeitgründen nicht dazu gekommen, ihn zu rezensieren. Dieser aus dem Fenster beobachtete Autounfall war ein unglaublicher Moment.
Pattinson war auch super in Cronenbergs ansonsten etwas anstrengendem COSMOPOLIS.
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