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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Gruesome

Gruesome

HORROR: USA, 2005
Regie: Jeff & Josh Crook
Darsteller: Lauren Currie Lewis, Cody Darbe

STORY:

Die Kassiererin Claire Parker hat gerade ihre Schicht in einer Tankstelle hinter sich gebracht. Sie wartet auf ihren Freund Jimmy, der sie abholen soll. Doch nicht Jimmy kommt vorbei, sondern ein Fremder namens "Duke", der behauptet ein Freund von Jimmy zu sein. Claire steigt ein, doch merkt schon bald dass es ein Fehler war. Duke folgt Claire bis nach Hause. Dort bringt er sie kaltblütig um und zieht Claire ihre Gesichtshaut ab... Doch damit beginnt der Alptraum erst, denn diesen Traum erlebt Claire immer und immer wieder...

KRITIK:

Erinnern Sie sich an Bill Murray in "Täglich grüßt das Murmeltier"? Nun, hier haben wir es sozusagen mit einem Horrorableger dieses Filmes zu tun. Vorweg: Gruesome ist ein Low Budget-Horrorfilm, dem man das geringe Budget sofort ansieht: Unbekannte Schauspieler, wenig Licht (beispielsweise gibt es nicht eine einzige großflächig ausgeleuchtete Nacht-Szene), die Locations sind - durch die permanenten Szenenwiederholungen - nur recht wenige, aber auch die Ausstattung kommt bei weitem nicht an eine hochfinanzierte Produktion heran.

Nichts desto trotz haben es das Regieduo Jeff und Josh Crook geschafft, doch einen recht interessanten und teilweise auch fesselnden Schocker abzuliefern, was für mich persönlich an zwei Umständen liegt:

Den guten Schauspielern (wenn wir von unbedeutenderen Nebenrollen wie beispielsweise der Mutter von Claire absehen) und dem Plot am Schluss... (und ich schicke voraus - nicht jeder teilt meine Ansicht):

Gibt es im Laufe der Handlung immer wieder Momente, wo man sich als Zuseher fragt: "Warum zum Henker sehen wir das jetzt? Und vor allem: Warum sehen wir es immer und immer wieder?" (Gemeint ist die immer wieder erfolgende Ermordung von Claire), so erklärt sich dieser Umstand am Schluss durch den zwar relativ simplen - aber doch sehr effektiven Plot, der hier natürlich nicht verraten sein will da er ja sonst keine Überraschung mehr wäre ;-)

Das Ende rettet übrigens auch den Gesamteindruck des Films. Wäre der Plot nicht mindestens so stark, der Film würde mit maximal 2-3 Punkten bei mir durchrasseln. Das Problem ist nur leider: Wenn man das Ende kennt, wird man den Film wohl eher kein zweites mal sich ansehen wollen... Außer vielleicht man überprüft die Handlung auf Stringenz. Aber dieses Vorhaben scheitert im Ansatz. Denn der Film enthält viele logische Brüche.

Der Covertext wirbt mit dem Vergleich mit "Und täglich grüßt das Murmeltier". Das ist auch nicht falsch. Aber es wäre für den Film wahrscheinlich besser gewesen, die exakte Wiederkehr der empfundenen Bedrohung und der Ermordung in noch konsequenteren Wiederholungen filmisch aufzunehmen. Dann wäre die Lösung tatsächlich in einem Guss.

Gruesome ist alles in allem ein über die Laufzeit nicht immer - aber doch öfters eher langweiliger Film, den man aber trotzdem einmal gesehen haben kann. Denn wie schon erwähnt: Das Ende aber auch einige Schlüsselszenen lohnen den Konsum. Allemal besser als der typische Teenie-Slasher, den ich im Stillen befürchtet hatte.

Gruesome handelt von "der Hölle in dir" dem abbüßen von Sünden für Missetaten. Inwiefern das dem Regieduo Crook tatsächlich bewusst war, sei mal dahingestellt, denn intellektuelles Kino darf man sich bei dem 80 minütigen Film wohl eher keines erwarten. (Auch wenn man phasenweise den Eindruck bekommt das es das sein will). Jedoch handelt es sich um solides Independentkino welches sich durchaus zum einmal anschauen lohnt! In den USA ist Gruesome übrigens unter dem Titel "Salvage" erschienen.

Gruesome Bild 1
Gruesome Bild 2
Gruesome Bild 3
Gruesome Bild 4
Gruesome Bild 5
FAZIT:

Mit Gruesome beweist das Regieduo Jeff und Josh Crook, dass es keines großen Budgets bedarf um einen effektiven Horrorfilm zu produzieren. Zum mehrmals ansehen ist der Film aufgrund seiner "Lösung" sicherlich nicht geeignet, ein einmaliges Ansehen zahlt sich - insbesondere für Freunde des Genres - jedoch aus!

WERTUNG: 6 von 10 Gesichtshautabzügen
TEXT © Bernhard König
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