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Hannibal Rising

Hannibal Rising

THRILLER: USA, 2006
Regie: Peter Webber
Darsteller: Gaspard Ulliel, Gong Li, Rhys Ifans

STORY:

Batman begins, James Bond hatte ebenfalls vor kurzem seinen Anfang - und auch Hannibal Lecter hat sich nicht schon aus dem Mutterbauch gefressen.

KRITIK:

Ist ein Hannibal-Film ohne Anthony Hopkins überhaupt vorstellbar? Kann irgendein Schauspieler nach ihm diese Rolle ausfüllen und sie über eine gesamte Filmlänge hin stemmen?

Nach ihm offenbar nicht - aber vor ihm sehr wohl. Denn die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers ist so ziemlich das einzige Problem, das dieser Film nicht hat. Ulliel (Mathilde - Eine große Liebe), vom Aussehen her die Unschuld in Person, mimt das Monster glaubhaft.

Auch Gong Li und die restliche Besetzung dürften es dem Regisseur mit soliden Leistungen leicht gemacht haben. Schwerer hatte er es ganz offensichtlich mit dem Drehbuch von Thomas Harris. Der von mir nicht gerade geschätzte Schriftsteller ließ es sich leider nicht nehmen, sein Buch selbst für den Film zu adaptieren. Die Langeweile und Niveaulosigkeit des Streifens trägt seine Handschrift.

In seiner Verzweiflung versucht Webber zu Beginn des Filmes v.a. mit zu schönen Bildern und Opernarien einem falschen künstlerischen Anspruch gerecht zu werden. Dem Monströsen der Kriegsverbrechen, die Hannibal zum Monster werden lassen, fehlt dadurch aber alles Furchtbare. Jeglicher psychologischer Tiefgang, der mein Interesse geweckt hätte, bleibt oberflächlich.

Schon bald ist Hannibal das Monster, das wir alle kennen. Eine etwas langsamere Entwicklung wäre für mich spannender gewesen. Ab dann rennt der Film immer im gleichen Schema dahin. Hannibal arbeitet seine Racheliste ab. Webber verzichtet endlich auf Arien und Kunstbilderfluten - er schafft endlich die richtige düstere Atmosphäre.

Irgendwann blickt man allerdings auf die Uhr und fragt sich, ob man die folgenden drei Rachemorde wirklich auch noch sehn will - eh alles dasselbe.

Mit ziemlich genau 2 Stunden Laufzeit ist der Film deutlich zu lang für die seichte Story. Die Kinobegleiterscheinung neben mir beginnt SMS zu schreiben. Mich haben die Trailer zu Pans Labyrinth und 300 auch mehr gefesselt als der Hauptfilm. Mehr Angst als der Film macht mir eher die Tatsache, dass zwischen diesem und den anderen Teilen ausreichend Platz für weitere Sünden ist.

Hannibal Rising Bild 1Jungschnösel Hannibal
Hannibal Rising Bild 2
Hannibal Rising Bild 3
Hannibal Rising Bild 4
FAZIT:

Leider entbehrlicher Anfang und hoffentlich das Ende des Hannibal-Kults. Ulliels überraschend gelungene Darstellerleistung hebt den Film von "Mäßig" auf "Solide".

WERTUNG: 5 von 10 verspeisten Wangen
Gastreview von Stevie
Dein Kommentar >>
Andreas Berger | 20.02.2007 08:51
Ich finde, sie sollten Gong Li endlich die japanische Staatsbürgerschaft geben. Schließlich scheint sie in jedem Asia-Hollywood-Film als solche verkaufbar...
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